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Wohlenbergs Strand fehlt letzter Schliff

Wohlenberg Wohlenbergs Strand fehlt letzter Schliff

Interessengemeinschaft fordert von der Stadt Klütz mehr Einsatz für Sauberkeit und Ordnung

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Ein Teil der Gräser und Büsche wurde am Strand entfernt. Durch den Sand sprießen rechts aber schon wieder neue Pflanzen.

Quelle: Fotos: Malte Behnk

Wohlenberg. Es dauert noch etwa eine Woche, sagt Gerd Bade, dann strömen Urlauber an die Ostseeküste und wollen auch in Wohlenberg eine Umgebung zum Wohlfühlen und Entspannen. Dazu müsste aber noch einiges gemacht werden, meint Bade, der Mitglied der Interessengemeinschaft Wohlenberg/Oberhof ist. Die Gruppe setzt sich schon seit einigen Jahren dafür ein, dass der Strand in Wohlenberg sauberer wird und sich ausbreitender Bewuchs zurückgedrängt wird – in Absprache mit dem Naturschutz.

 

OZ-Bild

Vermooste Schilder wirken nicht einladend.

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An der Hauptstraße, am Weg zum Strand, ist eine Bank zerbrochen.

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Müll liegt an mehreren Stellen am großen Anleger.

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An der Hauptstraße, am Weg zum Strand, ist eine Bank zerbrochen.

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Vermooste Schilder wirken nicht einladend.

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Müll liegt an mehreren Stellen am großen Anleger.

„Unser Problem ist noch immer die Einstellung der Stadtvertreter. Wir haben nach den Entscheidungen im vergangenen Jahr geglaubt, sie hätten verstanden, worum es uns geht“, sagt Gerd Bade. Seine Interessengemeinschaft mit etwa 30 Mitgliedern hatte nach langem Ringen mit der Stadtvertretung in Klütz und der Amtsverwaltung im Februar 2015 große Teile des Bewuchses am Wohlenberger Strand zurückgeschnitten und Gräser beseitigt. So waren größere Sandflächen am Strand entstanden, die es früher schon gab. „Jetzt gibt es überall, wo wir was gemacht haben, wieder Aufwuchs“, sagt Bade, der Gräser und andere kleine Pflanzen zeigt, die im Sand emporsprießen.

Die Stadtvertreter in Klütz hätten zu Anfang des Jahres einen Beschluss fassen müssen „den Strand wieder herzurichten“, sagt Bade. Der benachbarte Strandbereich, der zur Gemeinde Hohenkirchen zählt, werde auch mehrfach im Jahr gemäht. „Wir wollen ja selber, dass der Strand hier in Wohlenberg natürlich bleibt“, sagt Gerd Bade, was auch immer wieder Urlauber betonen. „Das heißt aber nicht, dass wir der Natur den Strand überlassen. Es soll sauber und ordentlich aussehen.“

Diese Forderung war auch Kern einer Unterschriftenaktion der Interessengemeinschaft im vergangenen Jahr. Innerhalb von etwa drei Monaten waren 2400 Unterschriften zur Verbesserung des Wohlenberger Strandes zusammengekommen. „Wir hätten gerne jetzt schon einen schöneren Strand präsentiert“, sagt Gerd Bade. Guntram Jung (CDU), Bürgermeister von Klütz, stimmt dem zu. Der Wohlenberger Strand könnte noch attraktiver sein. „Was aber größere Arbeiten angeht, stecken wir noch im Genehmigungsverfahren“, erklärt er. Das Entfernen von Bewuchs müsse mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt werden, obwohl es im vergangenen Jahr die Erlaubnis gab, an einigen Stellen einen Rückschnitt zu testen. „In diesem Genehmigungsverfahren gab es jetzt noch relativ viel Bedarf zum Nachbessern“, räumt Jung ein.

Dennoch ist offenbar in diesem Jahr am Strand gearbeitet worden. Auf einem etwa vier Meter breiten Streifen wurde weiterer Wildwuchs entfernt. Doch auch an diesen Stellen sprießt schon wieder Grün durch den Sand. Dort müsste aus Gerd Bades Sicht nachgearbeitet werden. Die IG Wohlenberg/Oberhof würde auch gerne am Hundestrand, im westlichen Strandabschnitt, etwas verbessern. Dort sind nur noch wenige Meter bis zum Wasser nicht bewachsen. „Ich nenne es lieber Strand für Menschen mit Hunden“, sagt Bade. „Auch für sie soll der Strand schön sein. Denn jetzt liegen Menschen mit und ohne Hund hier gemischt und Konflikte sind vorprogrammiert.“ In Wohlenberg seien Gäste mit Hunden durchaus beliebt. „Wer hier Haustiere in der Ferienwohnung zulässt, ist über das Jahr – auch im Herbst und Frühjahr – besser ausgelastet“, weiß Bade.

Viele Arbeiten, um den Wohlenberger Strand attraktiver zu machen, könnten aus seiner Sicht innerhalb einer Woche erledigt werden, bevor dieUrlauber kommen. Dazu gehören auch vermeintliche Kleinigkeiten, die aber Gästen auffallen. An der Ortsdurchfahrt kurz vor der Treppe zum Strand zeigt Bade eine Bank, an der ein Sitzbalken durchgebrochen ist. Ein Stück weiter ist ein Wegweiser zum Hundestrand völlig vermoost. Am großen Anleger liegt viel Müll, wo vorher ein Mülleimer stand. „Das müssen die in der Stadt Klütz oder im Amt doch sehen“, ärgert sich Bade. Guntram Jung sagt dazu:

„Die Aufgaben des Bauhofes und die Bewirtschaftung des Strandes haben wir an Firmen vergeben. Ich werde in der Verwaltung nachhaken, warum solche Arbeiten nicht erledigt sind.

Gerd Bade kritisiert aber auch, dass sich die Stadtvertreter in Klütz mehr mit einem Bebauungsplan für die Parkplätze am Wohlenberger Strand beschäftigen, als mit dem Zustand des Strandes selber.

„Kommen die Gäste zum Parken oder zum Baden her?“, fragt sich Bade. „Parken wird sicher attraktiver, aber das ist hier nicht wirklich das Problem.“

Am Strand trifft Gerd Bade eine Urlauberin aus Niedersachsen, die häufiger nach Wohlenberg kommt und seine Kritik durchaus versteht. „Hier ist es superschön, aber es fehlt der letzte Schliff“, sagt sie und nimmt dabei die Wohlenberger aus ihrer Kritik nicht aus. Die sollten auch vertrocknete Bepflanzung aus Blumenkörben erneuern oder mal ein Brett streichen, sagt sie.

Malte Behnk

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