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Grevesmühlen Boltenhagener lässt es ordentlich knallen
Mecklenburg Grevesmühlen Boltenhagener lässt es ordentlich knallen
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00:01 30.01.2018
Mehrere tausend Menschen bestaunten am Abend des 7. August 2017 das Höhenfeuerwerk an der Seebrücke in Boltenhagen.
Boltenhagen

Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am Abend des 5. August 2017 am Boltenhagener Strand. Ihre Blicke richteten sich gespannt gen Himmel. Raketen gingen in die Luft. Von der Seebrücke aus bahnten sie sich ihren Weg nach oben. Augenblicke später begann das Farbenspiel. Das Firmament über der Ostsee wurde bunt. Es knallte. 16 Minuten und 20 Sekunden dauerte das Spektakel an. Dann kehrte wieder Ruhe ein. Doch nur kurz: Was folgte, war großer Applaus.

Hobby Feuerwerk: Pyrotechniker Ulrich Sager ist der Mann für die großen Kaliber

Verantwortlich für die faszinierende Show war Ulrich Sager. Der 57-Jährige ist der einzige Pyrotechniker in Nordwestmecklenburg, der Großkaliber abfeuern darf. Im vergangenen August hat er zum ersten Mal das Höhenfeuerwerk zum alljährlichen Seebrückenfest planen und durchführen können. Es war für ihn ein Heimspiel, denn Sager ist selbst Boltenhagener. „Und als Einheimischer packt man immer eine Schippe mehr drauf“, sagt er rückblickend. Eine knappe Tonne Feuerwerk ging am beschriebenen Augustabend in die Luft. Pro Minute könne man mit etwa 1500 Euro rechnen. „Doch mir geht es nicht ums Geld. Ich sehe das Ganze nur als Hobby“, betont Sager, der hauptberuflich als Gästebetreuer im Hotel „John Brinckman“ tätig ist.

Der gelernte Baumaschinist hat erst vor einigen Jahren damit angefangen, Feuerwerke durchzuführen. „Ich war nach der Wende als Kraftfahrer unterwegs, musste dann aber runter vom Bock“, erzählt Sager.

Im Jahr 2005 lernte er dann zufällig einen erfahrenen Pyrotechniker aus Gelsenkirchen kennen, der das Ostseebad besuchte. „Walter Tietze. Ich habe ihm damals Boltenhagen gezeigt und war mit ihm auch an der Seebrücke“, schildert Sager. Der Gast aus Nordrhein-Westfalen, der unter anderem auch für „Ruhr in Flammen“ tätig war, hatte sofort den Plan, am Boltenhagener Wahrzeichen ein Feuerwerk steigen zu lassen. Und Sager wollte unbedingt mitwirken. „Ich war schon als kleiner Bengel von Silvester fasziniert und immer für alles zu haben, was zischt und knallt“, erzählt er.

In den Folgejahren lernte der gebürtige Boltenhagener nach und nach das Handwerk. Er stand Tietze zur Seite, der seinen Plan verwirklichte und das Höhenfeuerwerk beim Seebrückenfest organisierte.

Doch 2016 setzte sich der „Mentor“ zur Ruhe. „Und Walter meinte, ich wäre so weit. Er steht mir nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Sager. Im gleichen Jahr bestand der Nordwestmecklenburger einen Lehrgang an der Feuerwerker-Schule in Berlin. Wenig später folgte sein Debüt: Bei einer Hochzeitsfeier im Hamburger Hafen führte er sein erstes Großfeuerwerk durch. „Der Blick in die Gesichter des Brautpaares war für mich das Allergrößte und Lohn genug. Da standen auch mir ein paar Tränen in den Augen“, erinnert sich Ulrich Sager.

Für seine Arbeit bekommt der 57-Jährige viel Lob. „Das Feuerwerk zum Seebrückenfest 2017 hat mir sehr gut gefallen und deshalb wird Herr Sager es auch 2018 gestalten. Es wird ein paar Neuerungen geben, auf die wir schon sehr gespannt sind“, kündigt Boltenhagens Kurdirektorin Claudia Hörl an. Schon jetzt hat Sager drei Tage nur für die Bestellung der Pyrotechnik aufgebracht. Zum Arsenal für ein Feuerwerk dieser Dimension gehören „Bomben“ mit einem Durchmesser von bis zu 300 Millimetern – das größte Kaliber, mit dem er arbeitet. Kostenpunkt: 800 Euro pro Stück. Hinzu kommen kleinere Kaliber. Sie müssen in der Vorbereitung verkabelt werden. Die genaue Planung von Choreografie, Effekten und Musikzusammenstellung gehört ebenfalls dazu.

Viel Arbeit, doch der Boltenhagener möchte seiner Leidenschaft noch ein paar Jahre nachgehen. „Das bedeutet für mich, Kreativität auszuleben. Jede Rakete ist ein kleines Kunstwerk“, erklärt Sager. Er hat noch Träume: Bei der Hanse Sail in Rostock oder beim Schwedenfest in Wismar würde er gern mal Feuerwerke steigen lassen. „Gern auch im Ausland“, ergänzt er und verweist auf seinen Mentor Walter Tietze. Der hat vor einigen Jahren mal für einen Herrscher eines arabischen Emirats eine Pyroshow geplant. „Das wurde damals sogar vor Ort im Fernsehen übertragen“, erinnert sich Sager.

Daniel Heidmann

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