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Bombendrohungen: Haftstrafe für 26-Jährige

Grevesmühlen/Schwerin Bombendrohungen: Haftstrafe für 26-Jährige

Gericht verurteilt junge Frau aus Grevesmühlen zu knapp zwei Jahren Gefängnis

Grevesmühlen/Schwerin. . Nach der Androhung mehrerer Sprengstoffanschläge auf Flugzeuge ist eine 26-jährige Frau aus Grevesmühlen gestern zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Mit ihrem Handeln habe sie sich des Vortäuschens von Straftaten, der Nötigung und der Störung des öffentlichen Friedens schuldig gemacht, hieß es in der Urteilsbegründung. Doch billigten die Richter am Landgericht Schwerin der Frau wegen ihrer Alkoholsucht eine verminderte Schuldfähigkeit zu und ordneten die weitere Unterbringung in einer Suchtklinik an. Schon seit Anfang des Jahres wird sie dort psychiatrisch betreut.

Die Verurteilte hatte gestanden, zwischen März 2016 und Januar 2017 in zwölf Fällen per Telefon, SMS oder E-Mail Bombendrohungen an verschiedene Institutionen im gesamten Bundesgebiet übermittelt zu haben (die OZ berichtete). Darunter waren neben Rundfunkanstalten, dem Hauptbahnhof Hannover, Stadtverwaltungen und Polizeidienststellen auch mehrere Flughäfen.

So wurden im August 2016 auf dem Flughafen München nach einer Drohung zwei startbereite Flugzeuge nach Paderborn und Köln vorsorglich gestoppt. Im Januar 2017 behauptete die Frau laut Gericht gegenüber dem Flughafen Düsseldorf, in einer Maschine nach Mailand befinde sich ein Sprengsatz. Der Pilot des Flugzeugs mit 154 Passagieren an Bord habe deshalb erwogen, den Flug abzubrechen, sei dann aber doch weitergeflogen und wie vorgesehen in Mailand gelandet.

Die meisten Drohungen wurden als nicht ernsthaft eingestuft. In keinem der Fälle habe sie Sprengsätze wirklich gebaut oder platziert. Die psychisch labile Frau habe durch die Drohungen einen inneren Druck loswerden wollen, den sie verspürte, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung. Ein Psychiater hatte während des Prozesses erklärt, sie habe Aufmerksamkeit erregen wollen. Im vorigen Jahr sei sie 20-mal in einer Klinik gewesen, unter anderem zum Entzug und auch wegen selbst zugefügter Verletzungen. Die Frau hat nach Angaben des Gerichts zudem hohe Schulden. Die Lufthansa fordere von ihr rund 35000 Euro für Flugausfälle.

Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Beide Seiten können Revision einlegen.

F. Pfaff

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