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Brandschutz: Schulen müssen Garderoben einbauen

Brandschutz: Schulen müssen Garderoben einbauen

Um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, dürfen in den Schulen unter anderem keine Jacken mehr in den Fluren hängen / Nun müssen Alternativen geschaffen werden

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In der Ploggenseeschule gibt es inzwischen Garderobenräume.

Grevesmühlen Andrea Kodanek sieht die Sache pragmatisch. „Es sind eben wieder neue Regelungen. Das ist das, was unseren Schulalltag bestimmt“, sagt die Leiterin der Grundschule „Fritz Reuter“ in Grevesmühlen. In dem 116 Jahre alten Schulgebäude hängen seit einem Jahr keine Jacken mehr in den Fluren. In den Sommerferien 2015 wurden Schränke in den Klassenräumen installiert, dort befinden sich jetzt die Garderoben. „Wir haben uns darauf eingestellt“, so die Schulleiterin.

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Um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, dürfen in den Schulen unter anderem keine Jacken mehr in den Fluren hängen / Nun müssen Alternativen geschaffen werden

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Denn Spielraum lässt die Brandschutzverordnung nicht. „Gemäß § 36 Landesbauordnung MV sind Flure in allen baulichen Anlagen brandlastfrei zu halten. Das heißt, in den Fluren von Schulen sind keine Garderoben zulässig“, heißt es dazu aus der Kreisverwaltung in Grevesmühlen. Bedeutet: Was beispielsweise in der Grundschule „Fritz Reuter“ 115 Jahre gängige Praxis war, ist inzwischen verboten. Die Jacken der Kinder müssen aus den Fluren verschwinden. Doch wohin mit den Kleidungsstücken von bis zu 30 Jungen und Mädchen in einer Klasse?

Die Stadt Grevesmühlen hat mit der Fritz-Reuter-Schule, der Grundschule „Am Ploggensee“ sowie der Regionalschule „Am Wasserturm“ drei Schulen in ihrer Trägerschaft. Hinzu kommen die Grund- und Regionalschule in Proseken in Trägerschaft der Gemeinde Gägelow.

Die Lösungen: Für die Fritz-Reuter-Schule liegt ein Brandschutzkonzept aus dem Jahre 2012 vor, das bis zum September vergangenen Jahres abgearbeitet wurde. Im Zuge dessen wurden unter anderem Brandschutzverkleidungen und -türen ergänzt und auch die Flure als Fluchtwege von Brandlasten befreit. Das machte es erforderlich, dass die Jacken inzwischen in den Klassenräumen in dafür konzipierten Schränken Platz finden. Nur: Das kostet Platz und damit Kapazitäten in den Räumen.

In den drei Gebäuden der Ploggenseeschule wurde für 694000 Euro in den Jahren 2012 bis 2013 umfangreich der erforderliche bauliche Brandschutz realisiert. Das Problem an diesen Schulbauten war es, dass kein zweiter Fluchtweg vorhanden ist und aufgrund des Grundrisses mit innenliegendem Treppenhaus auch nicht ergänzt werden konnte. Daher kamen hier Rauchschutzdruckanlagen zum Einsatz, die über eine Brandmeldeanlage angesteuert werden und im Brandfalle durch Erzeugen von Überdruck das Treppenhaus rauchfrei halten. Auch hier waren die Flure von Brandlasten sprich Kleidungsstücken zu befreien, was hier durch das Umfunktionieren von Klassenräumen zu Garderobenräumen erreicht wurde. In diesem Zuge wurden auch alle Innentüren und Elektroleitungen sowie Anstriche erneuert.

Für die Wasserturmschule , die bereits in den 1990er Jahren umfassend modernisiert wurde, wird aktuell ein Brandschutzgutachten erstellt, auf dessen Basis weitere Brandschutzmaßnahmen ausgewiesen werden. Als Sofortmaßnahmen wurden in den Osterferien die Garderoben aus den Treppenhäusern entfernt, da diese auf jeden Fall als Fluchtwege von Brandlasten frei zu halten sind. Im Laufe diesen Jahres erfolgt auch noch der Austausch defekter Rauchschutztüren.

Für die Grund- und Regionalschule Proseken wurde auf Veranlassung des Landkreises im vergangenen Herbst eine Brandverhütungsschau durchgeführt – und es wurden diverse Mängel hinsichtlich des Brandschutzes festgestellt. An deren Beseitigung wird mithilfe einer Fachingenieurin gearbeitet. Ein ausgewiesener Mangel waren laut Protokoll der Brandverhütungsschau auch die Garderoben in den notwendigen Fluren, die Brandlasten darstellen und im Falle eines Brandes durch starke Rauchentwicklung die baulichen Rettungswege unbrauchbar machen können. Als eine Sofortmaßnahme wurde daher die Verlegung der Garderoben vorgesehen.

Peter Hamouz, beim Landkreis unter anderem zuständig für den Brandschutz, verteidigt die Richtlinie. „Natürlich hingen früher auch Jacken in den Fluren, aber inzwischen ist so viel Kunststoff in den Fasern, dass bei einem Brand der Rauch, der von der Kleidung ausgeht, das Gefährliche ist.“ Die Brandschutzverordnung gilt übrigens seit 1990. „Allerdings ist uns schon bewusst, dass man nicht jede Schule ohne Weiteres umbauen kann. Aber wichtig ist, dass wir dauerhaft die Sicherheit an den Schulen gewährleisten, und dazu gehört nun auch die Entfernung von Brandlasten, also Kleidung, aus den Fluren.“ Zusammen mit dem Einsatz von Rauchmeldern und Brandschutztüren soll die Sicherheit auf ein Maximum angehoben werden. Dafür gibt es die Brandschauen durch den Landkreis. Weil dort nicht genügend Fachleute zur Verfügung stehen, sind inzwischen Ingenieurbüros damit beauftragt worden.

Michael Prochnow

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