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Grevesmühlen Bürger wollen Bäckerfiliale und Bus
Mecklenburg Grevesmühlen Bürger wollen Bäckerfiliale und Bus
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00:23 09.05.2018
Bürger der Stadt Dassow wandten sich gestern in einer Frühstücksrunde an Landrätin Kerstin Weiss (l.). Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Mit Anregungen, Kritik und Lob haben sich gestern Einwohner von Dassow an Landrätin Kerstin Weiss (SPD) gewandt. Bürger der Stadt nutzten eine offene Frühstücksrunde in der Familienbegegnungsstätte im alten Rathaus, um sich an die Politikerin zu wenden. Zwei Wünsche sprachen besonders viele Bürger an: eine Busverbindung zum Priwall und eine Bäckerfiliale im Zentrum der Stadt, in der Einwohner von Dassow nicht nur einkaufen, sondern sich auch zum Klönschnack treffen können.

Einwohner von Dassow berichten Landrätin über Probleme und Fortschritte

Von Sorgen und Freuden in Dassow weiß Kerstin Weiss auch aus eigener Sicht. Sie wohnt in der Stadt. Von 1997 bis 2004 war die Sozialdemokratin ehrenamtliche Bürgermeisterin in Dassow. Gestern sagte sie in der Familienbegegnungsstätte: „Ich erinnere mich gerne an diese Zeit.“ Was ihr gefalle sei, wie sich das Gewerbegebiet „Holmer Berg“ in den letzten Jahren entwickelt habe. Dann sprach die Landrätin ein Problem an, das viele Dassower seit Monaten bewegt: „Was mir nicht so gut gefällt ist, dass wir keinen Bäcker mehr mitten in der Stadt haben.“ Eine Filiale im alten Zentrum schloss bereits vor Jahren, die andere 2017. Vertreter der Stadt bemühen sich um Ersatz – doch bisher vergebens. Kerstin Weiss sagte gestern: „Ich weiß, dass die Stadtvertreter und die Bürgermeisterin Gespräche führen.“ Die politischen Vertreter hätten jedoch keinen direkten Einfluss darauf, ob wieder eine Bäckereifiliale in der Mitte der Stadt öffnet oder nicht. Sie würden aber gerne vermitteln.

Bei einem anderen Thema sah sich Kerstin Weiss gestern direkt als Landrätin angesprochen: öffentlicher Nahverkehr. Dassower betonten, wie wichtig es ihnen sei, dass eine Busverbindung zum Priwall eingerichtet wird. „Wir kommen einfach nicht hin“, kritisierte eine Frau. Die Landrätin erklärte: „Ich nehme den Wunsch gerne mit und leite ihn weiter.“

Besser geworden ist die Busanbindung von Dassow an Lübeck und Wismar. Das lobten Einwohner der Stadt in der gestrigen Gesprächsrunde. Besser zu erreichen sei jetzt auch die Dassower Straße in Schönberg, wo die Amtsverwaltung einen Sitz hat.

Deutlich wurde gestern auch, dass viele Dassower die Sanierung des alten Speichers begrüßen. Teilnehmer der Gesprächsrunde stimmten Kerstin Weiss zu, nachdem sie gesagt hatte: „Besonders freut mich, dass die Sanierung des alten Speichers vorangeht.“ Sie sei zuversichtlich, dass das „Fischerende“ von Dassow bald schön anzusehen sei.

Gut sei auch, dass die Stadt Dassow den unlängst eröffneten Kindergarten gebaut habe. Frauen in der Gesprächsrunde lobten, die neue Kita sei außen und innen „sehr schön“. Die Landrätin erklärte, es sei auch gut, dass wieder mehr Kinder geboren werden, aber: „Wir kommen im Landkreis kaum hinterher, so viele zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen wie gebraucht werden.“

Kerstin Weiss sagte: „Was mir auch gefällt: dass sich Handwerker unserer Häuser annehmen.“ Gebäude würden saniert, zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Der Bedarf sei offenbar vorhanden. Tatsache sei:

„Dassow ist als Wohnort beliebt.“

Als „Sorgenkind“ bezeichnete Kerstin Weiss dagegen das seit vielen Jahren leerstehende und immer weiter verfallenden Schloss Pötenitz. „Ich finde es bedauerlich, dass es da nicht vorangeht“, sagte die Landrätin.

Was Dassower ebenfalls stört: Hundekot, den Tierhalter liegen lassen und Beutel voller Hundekot, die einfach weggeworfen werden. Ein Problem sei auch, dass nicht jeder Hauseigentümer für Sauberkeit vor seinem Grundstück sorge.

Eine ältere Bürgerin kritisierte, der Gehweg in der Grevesmühlener Straße sei dort, wo er noch nicht ausgebessert wurde, mit einem Rollator nicht zu begehen. Wünschenswert sei dagegen den Gehweg bis zum Norma-Einkaufsmarkt zu verlängern.

Als Landrätin von Nordwestmecklenburg erklärte Kerstin Weiss gestern: „Das A und O ist, dass wir eine einigermaßen gute finanzielle Ausstattung haben.“ Dass die Malzfabrik in Grevesmühlen geschlossen werde, sei ein Gerücht, dass nicht den Tatsachen entspreche. Die Landrätin erläuterte: „Die Malzfabrik in Grevesmühlen brauchen wir weiterhin als Verwaltungsstandort.“ Auch das Straßenverkehrsamt mit Führerscheinstelle bleibe in der ehemaligen Kreisstadt.

Kerstin Weiss sagte gestern auch: „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, mehr in Kreisstraßen zu investieren.“ Die Kreisstraße in Richtung Groß Voigtshagen sei leider noch in einem schlechten Zustand. Weiter Richtung Norden werde sie bereits erneuert. Die Landrätin kündigte an: „Wir wollen versuchen, es in den nächsten Jahren bis Dassow zu machen.“ Straßen zu erneuern, sei für den Kreis eine große Aufgabe. Wie berichtet, sprach Kerstin Weiss unlängst von einem Investitionsrückstau von etwa 100 Millionen Euro, der sich über die Jahre aufgebaut habe. Damit die ganze Situation nicht noch schlimmer werde, habe die Verwaltung einen finanziellen Mehrbedarf in Millionenhöhe angeregt, der von den Gremien des Kreistags gebilligt wurde.

Jürgen Lenz

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