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Grevesmühlen Bürgermeister fordern Regelungen zum Thema Wolf
Mecklenburg Grevesmühlen Bürgermeister fordern Regelungen zum Thema Wolf
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13:08 13.02.2019
Bernd Kolz aus Proseken, Jagdpächter, hängt im Revier Tücher auf, um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren Quelle: Hoffmann Heiko
Grevesmühlen

Offizielle Vorkommen: Null. Offizielle Rissbestätigung: Ebenfalls Null. Und dennoch gibt es Wölfe in Nordwestmecklenburg und auch im Raum Grevesmühlen. Günter Cords, Bürgermeister der Gemeinde Bernstorf aus dem Amt Grevesmühlen Land, hatte im OZ-Forum vor wenigen Tagen in der Malzfabrik Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) offen kritisiert für den Umgang mit den Raubtieren. Cords Sohn betreibt Viehwirtschaft in der Region. Der Schutz der Rinder sei nicht nur teuer, sondern auch ein Kampf gegen Windmühlen. Das Bernstorfer Gemeindeoberhaupt hat das Thema nun in den Amtsausschuss gebracht. „Denn die Frage ist auch, wie stehen wir als Bürgermeister zu diesem Thema?“

Günter Cords, Bürgermeister Bernstorf Quelle: Kubik, Anne

Bernd Kolz, stellvertretender Bürgermeister von Gägelow, Jäger und Polizist, bestätigte, dass es bereits mehrere Fotos von Wölfen gebe, die in sogenannten Fotofallen gemacht worden sind. „Dazu kommen noch Risse, die aber von den Jagdpächtern nicht gemeldet werden. Es gibt eine Dunkelziffer und es gibt immer wieder Wölfe, die durch unser Gebiet ziehen. Meiner Meinung nach gibt es deutlich mehr Wölfe und Rudel als die offizielle Statistik aussagt.“ Wie der erfahrene Jäger betonte, sei es jedoch Unsinn, dass Menschen vor den Tieren Angst haben müssten. „Wölfe fallen keine Menschen an, anders sieht es aus bei Hunden, die im Wald laufen.“ Er rief gleichzeitig dazu auf, dass sämtliche Informationen künftig auch an die richtigen Stellen geleitet werden sollten. „Ob Wolfssichtung oder Risse, es muss alles gemeldet werden, damit die Zahlen auch verlässlich sind.“

Wie kompliziert der Umgang mit dem Wolf in der Praxis ist, zeigt die beispielhafte Schilderung von Bernd Kolz aus seinem Arbeitsalltag als Polizist. Immer wieder werden die Beamten zu Wildunfällen gerufen. Bisweilen kommt es dabei vor, dass die Polizisten die schwer verletzten Tiere mit der Dienstwaffe töten müssen, um ihr Leiden zu beenden. „Beim Wolf ist das aber verboten, stattdessen müssen wir alle möglichen Experten rufen, die sich dann um den Fall kümmern.“

Michael Prochnow

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