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Grevesmühlen Buslinie nach Boltenhagen gefordert
Mecklenburg Grevesmühlen Buslinie nach Boltenhagen gefordert
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07:54 06.02.2018
Mit der Busverbindung könnten Boltenhagener auch bequem einen Ausflug zum Schweriner Schloss machen. Quelle: Fotos: Jens Büttner/daniel Heidmann
Boltenhagen/Schwerin

Die Gemeinde Ostseebad Boltenhagen beschäftigt sich aktuell intensiv mit neuen Konzepten und (kostenfreien) Angeboten im Personennahverkehr (die OZ berichtete). Dazu passend kommt jetzt ein Vorstoß aus der Landeshauptstadt: Die Fraktion der Grünen in der Schweriner Stadtvertretung will die Busverbindung von Schwerin ins Ostseebad Boltenhagen und zurück wieder beleben. Ein entsprechender Antrag wurde bereits Mitte Januar in einer Sitzung diskutiert.

Grünen-Fraktion der Schweriner Stadtvertretung fordert eine Direktverbindung ins Ostseebad

„Viele Jahre gab es an den Wochenenden in den Sommermonaten eine Bus-Direktverbindung – den so genannten Badebus – von Schwerin nach Boltenhagen und zurück“, erklärt Arndt Müller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen in Schwerin. Die Linie sei vom Verkehrsunternehmen des Landkreises Nordwestmecklenburg betrieben und vor einigen Jahren eingestellt worden. „Dies bedauerten wir sehr, denn mit diesem Bus konnten insbesondere Senioren und Familien Boltenhagen als nächstgelegenes Ostseebad auf bequeme und umweltfreundliche Weise erreichen. Der Bus war überwiegend gut gefüllt, der Bedarf war sichtbar“, betont Müller.

Deshalb fordern die Schweriner Grünen nun die Reaktivierung der Linie. Denn die Erreichbarkeit des Urlaubsortes mit öffentlichen Verkehrsmitteln habe sich seit Wegfall dieser „Badebus“-Verbindung für Menschen aus der Landeshauptstadt erschwert. Sie müssten erst mit Bus oder Bahn nach Wismar fahren und dort umsteigen, heißt es in einer Mitteilung der Partei. „Was deutlich länger dauert und umständlich ist“, so Arndt Müller. Gleiches gilt für die Reise in die andere Richtung von Boltenhagen in die Landeshauptstadt. Müller glaubt daher, dass es ein Interesse breiter Bevölkerungsteile gibt, diese Verbindung des ÖPNV erneut zu beleben. „Deshalb möchten wir den Oberbürgermeister beauftragen, in Verhandlungen mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg einzutreten“, erklärt Müller.

Bei Nahbus, dem Verkehrsunternehmen des Nordwestkreises, sorgt die Forderung aus Schwerin für leichte Irritationen. Denn es gebe bereits diverse Verbindungen nach Boltenhagen. Alle zwei Stunden sei es per Umstieg möglich, an den Ostseestrand zu kommen. Und es bestehe bereits jetzt auch die Möglichkeit, ohne umzusteigen ans Ziel zu gelangen – über sogenannte „Durchläufer“-Busse. An den Wochenenden fährt die Linie 340 von Schwerin aus den Bahnhof in Grevesmühlen an. Dort „mutiert“ der Bus einige Male am Tag zur Linie 345, die nach Boltenhagen weiterfährt. „Die Fahrgäste können dann sogar im Bus sitzen bleiben“, erklärt Jörg Lettau, Geschäftsführer bei Nahbus. Aufgrund der Nachfrage seien die Angebote zwischen beiden Orten bereits zum vergangenen Sommer neu konzipiert worden.

Bei Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) erhält der Vorstoß der Schweriner Grünen dennoch Zuspruch: „Wir begrüßen das. Dieses Vorhaben passt auch zu unserem Verkehrskonzept und könnte in das geplante P & R- bzw. Shuttle-System integriert werden“, sagt er. Auch bei Claudia Hörl, Kurdirektorin des Ostseebades, stößt die Idee auf Zustimmung: „Wenn die Wiedereinführung eines Badebusses dazu dient, dass mehr Tagestouristen ihre Autos zu Hause stehen lassen und dafür per Bus ins Ostseebad Boltenhagen kommen, finde ich die Idee umweltfreundlich und gut.“

Die Schweriner Verwaltung hat bereits Stellung zum Antrag der Grünen genommen. Man wolle Gespräche aufnehmen. Die Zuständigkeit in der Sache liege aber beim Landkreis Nordwestmecklenburg als ÖPNV-Aufgabenträger. Er müsste dementsprechend auch für anfallende Kosten aufkommen. „Die fragliche Buslinie würde überwiegend das Landkreisterritorium befahren und wäre daher durch die Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH zu betreiben“, heißt es in der Stellungnahme. Eine Entscheidung über die Wiederaufnahme der Busverbindung liege nicht in den Händen der Landeshauptstadt.

Daniel Heidmann

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