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Grevesmühlen Cartagena liegt in Trümmern: Alles neu im Piraten-Theater
Mecklenburg Grevesmühlen Cartagena liegt in Trümmern: Alles neu im Piraten-Theater
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00:24 03.05.2018
Das Theater ist eine Baustelle, das Fundament für die Tribüne wird erneuert, ebenso das Bühnenbild. Quelle: Fotos: Michael Prochnow (5), Söllner
Grevesmühlen

Capt’n Flint braucht im Moment zwei Dinge: Geduld und einen Bauhelm. Denn die Arbeiten auf dem Gelände des Piraten Open Air in Grevesmühlen sind durch die Wetterkapriolen um Ostern im Verzug. Am 13. Mai beginnen die Proben. „Aber dann sind die Arbeiten noch nicht beendet, die Baustelle bleibt noch eine Weile“, sagt Intendant Peter Venzmer. „So ein Wetter hatten wir noch nicht, aber was soll’s, das schaffen wir auch noch.“

Die Tribüne und das Bühnenbild werden erneuert

Dabei hat das Team eine ganze Menge Arbeit vor der Brust. Denn das Theater an der Schweriner Landstraße gibt es inzwischen seit elf Jahren, 2007 war das Ensemble vom Ploggensee an den südlichen Stadtrand gezogen. „Und jetzt sind einige Arbeiten fällig. Insgesamt haben wir gerade sieben Baustellen. Zum Beispiel muss das Fundament der Tribüne angepasst werden, wir wollen die Zahl der Sitzplätze erweitern. Und natürlich muss alles sicher sein“, erklärt der Intendant. Sanierungsarbeiten sind auch am Hauptgebäude notwendig. Die starken Regenfälle der vergangenen Jahre hatten gezeigt, dass die Abflüsse am Dach nicht ausreichen, die Dachrinnen müssen erneuert und vergrößert werden.

Die Front des Theaters, das große Holzschiff, bekommt ebenfalls eine Sanierungskur. „Ich hatte ursprünglich darüber nachgedacht, das Schiff durch die Silhouette einer spanischen Stadt zu ersetzen.

Aber wir haben gemerkt, dass das typische Bild des Piraten Open Air genau dieses Schiff ist. Und deshalb bleibt es.“

Bereits fertig ist der Parkplatz, auch hier musste die Regenentwässerung erneuert und verbessert werden. Einige Unebenheiten wurden ausgebessert, die Bedingungen für die Fahrzeuge der rund 60000 Besucher pro Saison auf den neuesten Stand gebracht. Am 22. Juni steigt die Premiere der mittlerweile 14. Episode der Abenteuer des Capt’n Flint. Ort des Geschehens ist Trinidad im Süden von Spanish Cuba. Die Kulissen für die neue Spielzeit sind teilweise bereits fertig und lagern in den Werkstätten. Bis sie komplett aufgebaut werden können, werde es jedoch noch ein paar Wochen dauern, betont Peter Venzmer. „Bis zur Premiere sind wir fertig, aber wie gesagt, das Wetter im Frühjahr hat uns ganz schön zurückgeworfen.“

In den vergangenen Wochen waren Peter Venzmer und seine Crew vor allem auf den großen Messen unterwegs, um für das Theater die Werbetrommel zu rühren. „Vom Bauchgefühl her war das sehr erfolgreich, die Leute kennen uns und die Vorbestellungen machen Mut.“ 60000 Besucher waren es im vergangenen Jahr. Ein wenig Luft nach oben hat das Freiluft-Theater, auch deshalb soll die Kapazität der Plätze angehoben werden. „Vielleicht noch nicht in diesem Jahr, aber wir sind vorbereitet. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg, wir haben ein gutes Team zusammen und ich freue mich darauf, wenn es endlich wieder richtig losgeht.“

Apropos Baustelle: Noch immer nicht beigelegt ist die Diskussion zwischen dem Theater und einigen Anwohnern in Grevesmühlen in Sachen Lautstärke. Das Theater hatte in den vergangenen Jahren etliche Auflagen erhalten, um die Lärmschutzrichtwerte einzuhalten. Das Feuerwerk gibt es nur noch zur Eröffnung beziehungsweise zum Abschluss, die Anzahl und Intensität der Schüsse wurden reduziert. Dennoch gab es Überschreitungen. Seit dem vergangenen Jahr gibt es Gespräche zwischen den beiden Parteien. Über die Ergebnisse, wenn es welche gibt, haben beide Seiten bisher Stillschweigen vereinbart.

Die Story 2018

Wenn am 22. Juni die Premiere steigt, dann macht sich Capt’n Flint auf den Weg nach Trinidad in Spanish Cuba. Die Zuschauer dürfen gespannt sein, wie Hauptdarsteller Benjamin Kernen, alias Capt’n Flint, mit seiner Crew gegen die Widersacher der spanischen Krone kämpft. Wieder mit an Bord ist nach einer kurzen Pause Dustin Semmelrogge, der in den vergangenen Monaten auf verschiedenen Theaterbühnen zu erleben war. In seiner Rolle als Israel Hands spielt er eine der Hauptrollen. Apropos Hauptrolle: Gero Bergmann, der Capt’n Flint der ersten Jahre, segelt ebenfalls wieder an der Seite der Piraten. 2017 überzeugte der Publikumsliebling noch als verrückter Professor. In dieser Saison wechselt er die Seiten und jagt als Manco Negro den berühmten Piratenkapitän durch die Karibische See.

Tipp: Alle Informationen zu den

Tickets und den Spielzeiten unter

www.piratenopenair.de

Michael Prochnow

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