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Grevesmühlen Ceravis-Pläne liegen vorerst auf Eis
Mecklenburg Grevesmühlen Ceravis-Pläne liegen vorerst auf Eis
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15:16 08.12.2018
Die Gebäude am Börzower Weg werden weiter genutzt. Quelle: Prochnow Michael
Grevesmühlen

Die Ceravis AG wird auf unbestimmte Zeit die ehemaligen Hallen und Flächen der Getreide AG am Börzower Weg nutzen. Das gab Ceravis-Vorstand Frank Nissen auf Nachfrage bekannt. Das Rendsburger Unternehmen hatte das Areal nördlich der Straße von der Getreide AG übernommen und im Sommer 2016 für rund 2,3 Millionen Euro an die Stadt Grevesmühlen verkauft. Seit Jahrzehnten wird auf den Flächen und Anlagen Getreide getrocknet und gelagert. Die Stadt plant auf dem 12,5 Hektar großen Gelände ein neues Wohngebiet. Doch bis die Bagger die zu DDR-Zeiten errichteten Hallen abreißen, dürften noch einige Jahre vergehen. Denn das Baugebiet am Standort des ehemaligen Sägewerks habe Priorität, heißt es aus dem Rathaus. Und dort läuft derzeit gerade erst die Planung parallel zu einem zeitraubenden Umlegungsverfahren.

Ceravis hatte das Grundstück am Börzower Weg verkauft, um im Gewerbegebiet Nordwest auf rund fünf Hektar ein neues Firmengelände zu errichten. Theoretisch gibt es diese Pläne noch. Aber: „Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren extrem verändert“, so Frank Nissen. „Vor fünf Jahren hätten wir sofort investiert und angefangen zu bauen. Doch derzeit warten wir ab, wie sich der Landwirtschaftsmarkt entwickelt.“

Hintergrund ist, dass immer mehr Landwirtschaftsbetriebe dazu übergehen, die Ernte selbst zu lagern. Lagerung und Trocknung von Getreide sind unter anderem die Geschäftsfelder von Ceravis. Und auch in Sachen Düngemittel gibt es Veränderungen. „Die Lagerkapazitäten aus früheren Jahren gibt es nicht mehr. Die Mengen, die die Betriebe anfordern und auf die Äcker bringen, sind geringer geworden.“ Der Extrem-Sommer 2018 mit den durch die Trockenheit verursachten Ernteverlusten spielt ebenfalls eine Rolle. „Wir können einfach nicht in dem Maße investieren, wie wir es in einem normalen Jahr getan hätten“, so Frank Nissen. Dennoch wolle das Unternehmen dem Standort Grevesmühlen treu bleiben, betont der Vorstand. Nur wann und wie investiert werde, das sei derzeit völlig unklar. Deshalb hat Ceravis die ehemaligen Flächen am Börzower Weg von der Stadt gemietet und setzt dort den Geschäftsbetrieb fort. Wie lange das so bleiben wird, ist völlig unklar. Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler hofft auf eine Einigung in absehbarer Zeit. „Das Unternehmen hat noch keine Grundsatzentscheidung über künftige Investitionen getroffen, das ist unser Kenntnisstand im Moment.“

Die Planungen für das Gelände laufen seit über zehn Jahren. Unter dem Titel „West I“ sollte ursprünglich der Industriestandort im Westen der Stadt der erste sein, der zu einem Baugebiet für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser umgebaut werden sollte. Sogar einen Schülerwettbewerb gab es, in dem Synergien für das Gebiet ermittelt werden sollten, um junge Familien und Senioren in einem Wohngebiet zusammenzuführen. Doch das Projekt landete in der Schubladen des Bauamtes, stattdessen wurde West II, direkt gegenüber dem Getreidehandel, erschlossen und entwickelt. Die Bewohner von West II hoffen seitdem, dass die Staub- und Lärmbelästigung durch die Getreide-Lastwagen in den Sommermonaten aufhört und statt der Industrie eine Wohnbebauung umgesetzt wird.

Michael Prochnow

Mit freundlicher Unterstützung von Hobbyfotograf Klaus Lonkowski und OZ-Fotograf Karl-Ernst Schmidt haben wir uns auf einen Streifzug durch Grevesmühlen bei Nacht begeben.

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