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Chaos: Jetzt hat die Forst die Wege gesperrt

Wotenitz Chaos: Jetzt hat die Forst die Wege gesperrt

Das Forstamt Grevesmühlen hat seine Drohung wahr gemacht / Die Waldwege rund um Wotenitz sind dicht / Die Dorfstraße ist bis Ende Mai gesperrt / Anlieger sind genervt

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Freitag nach Himmelfahrt: Brückentag für die Straßenbauer, die Anwohner reagierten mit Kopfschütteln auf die Pause.

Quelle: Fotos: Michael Prochnow

Wotenitz. Bei dieser Planung schütteln die Anwohner in Wotenitz und den Dörfern südlich von Grevesmühlen nur den Kopf. Seit Wochen laufen die Sanierungsarbeiten an der Dorfstraße in Wotenitz, die Trasse wurde dafür komplett gesperrt. Über das Chaos auf den Waldwegen hatte die OSTSEE-ZEITUNG vor wenigen Tagen berichtet. Nun hat das Forstamt die Schleichwege rund um Wotenitz dicht gemacht, dicke Baumstämme versperren die Wege, die zahlreiche Auto- und sogar Busfahrer genommen hatten. „Mir kam beim Spazierengehen im Wald sogar der Stadtbus entgegen, ich dachte, ich bin im falschen Film“, sagt ein Anwohner aus der Thomas-Groth-Straße.

OZ-Bild

Das Forstamt Grevesmühlen hat seine Drohung wahr gemacht / Die Waldwege rund um Wotenitz sind dicht / Die Dorfstraße ist bis Ende Mai gesperrt / Anlieger sind genervt

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Bis zum 27. Mai soll die Straße durch Wotenitz gesperrt bleiben. So lange dauern die Arbeiten. Die Zeit drängt. Fragt sich nur, warum am vergangenen Freitag die Baumaschinen stillstanden. Für den Brückentag der Straßenarbeiter haben die Wotenitzer derzeit nicht viel Verständnis. Laut Aussagen von Anwohnern, die anonym bleiben möchten, ging der Ärger sogar so weit, dass einige Autofahrer über das lange Wochenende durch die Baustelle gefahren sind. Dafür sollen sie die Absperrzäune einfach zur Seite geschoben haben. Gestern wurden die Bauarbeiten fortgesetzt.

Wie das Landesamt für Straßenbau auf Anfrage der OZ mitteilte, soll der Termin am 27. Mai auf jeden Fall eingehalten werden. Eine Verzögerung würde für den Umwelttag des Zweckverbandes, der jedes Jahr Tausende nach Wotenitz lockt, eine Katastrophe bedeuten, die Veranstaltung findet am 4. Juni statt. Auf die Frage, ob es keine Alternative zur Vollsperrung gegeben habe, heißt es aus der Schweriner Behörde: „Leider gab es aufgrund des Umfangs der Maßnahme in Wotenitz keine Alternative zur Vollsperrung. Der gesperrte Bereich der Ortsdurchfahrt wird komplett erneuert. Das beinhaltet auch einen Neuaufbau der Entwässerungsanlagen der Straße, was ohne Sperrung nicht umsetzbar wäre. Während der Bauarbeiten wurde festgestellt, dass die Fahrbahn über die komplette Breite neu aufgebaut werden muss.“

Heftige Kritik gab es an der Informationspolitik des Landesamtes. Zwar hatte es am 19. April eine Pressemitteilung über die bevorstehenden Arbeiten gegeben und eine Wurfsendung wurde am 21. April an die Anwohner verteilt, doch der Baubeginn war bereits der 25. April.

Dass die Umleitung über Rehna und Mühlen Eichsen mehr als 20 Kilometer beträgt, sei, so heißt es aus Schwerin, nicht zu ändern. Für Feuerwehr und Rettungswagen allerdings gebe es Alternativen, die Rettungswege seien gesichert.

Daran allerdings haben die Wotenitzer so ihre Zweifel, die sich in den sozialen Netzwerken und in Leserbriefen Luft machen. Der Wotenitzer Gerd Stachow schreibt: „Die offizielle Umleitungsstrecke ist von Grevesmühlen kommend über Mühlen Eichsen, Gadebusch, Rehna nach Wotenitz. Das sind etwa 60 Kilometer. Irgendwie hat in diesem Land jede Maus und jeder Hase mehr Rücksichtnahme verdient als ein Wotenitzer, der nach einem langen Arbeitstag nur noch nach Hause will.“

Alexandra Petter aus Blieschendorf kann über die Entscheidung, die Waldwege zu sperren, nur den Kopf schütteln. „Warum“, so fragt sie, „können die Waldwege nicht für diesen doch überschaubaren Zeitraum von fünf Wochen freigegeben werden? Dieser Umweg über Kastahn oder Questin ist (besonders für die Wotenitzer) nicht zumutbar. Die Natur holt sich ihr Revier schon bald zurück und die Anwohner sind ja nur kurze Zeit belastet. Ich verstehe diese ganze Aufregerei nicht.“

Richtig kompliziert wird es für Auswärtige, die die Umleitungsschilder nicht gesehen haben. Nicht wenige Autofahrer standen schon ziemlich ratlos vor der gesperrten Straße am Ortsausgang von Grevesmühlen.

Von Michael Prochnow

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