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Grevesmühlen Das singende, spielende Gymnasium
Mecklenburg Grevesmühlen Das singende, spielende Gymnasium
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00:01 06.12.2017
Der Elternchor des Ernst-Barlach-Gymnasiums probt seit vielen Jahren in der Aula der Schule. Gunta Birzina leitet ihn seit 2012.
Schönberg

Es ist einer der stärksten Publikumsmagnete in der Region: 1000 Besucher erwartet das Ernst-Barlach-Gymnasium in Schönberg zum Weihnachtskonzert in der Palmberghalle. Seit Monaten arbeiten Schüler, Lehrer und Eltern auf ihre Auftritte hin. Am kommenden Freitag wollen sie dem Publikum eine niveauvolle Mischung aus Musik, Theater, Tanz und Akrobatik liefern. Auch soll es einige Überraschungen geben, „Programmpunkte, die wir noch nie hatten.“

Mit viel Spielfreude üben Malia Dupke, Tessa Lüneburg, Jakob Köpke und Annika Henschel (l.) für eine Theateraufführung während des Weihnachtskonzerts des Ernst-Barlach-Gymnasiums. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

„Die Schüler proben mit Begeisterung“, sagt Carmen Peuse, die am Schönberger Gymnasium die Kurse für darstellende Spiel leitet. Die Lehrerin inszeniert mit Elftklässlern das Stück „Erna, der Baum nadelt“. Der Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist Robert Gernhardt hat das „botanische Drama am Heiligen Abend“ geschrieben, der Dichter Harry Rowohlt hat es ins Norddeutsche übertragen.

In dem Weihnachtsklassiker geht es um eine Familie, die auf ein ruhiges, besinnliches Fest hofft, aber unerwartet zum Zeugen eines schrecklichen Unglücks wird: Der Tannenbaum beginnt zu nadeln.

Schorsch und Erna sind fassungslos, die Kinder spotten und keiner weiß, was zu tun ist. Der Notdienst des Botanischen Instituts wird angerufen, ein Reporter vom Tageblatt betritt die Szene, ein dramatisches Schauspiel nimmt seinen Lauf – sehr zum Spaß der Zuschauer. „Das Stück ist witzig“, sagt die Kursleiterin. Mit Schülern der Klassen neun und zehn hat sie fürs Weihnachtskonzert zwei Sketche einstudiert: „Lehrermangel“ und ein weiteres kurzes Stück von Robert Gernhardt: „Über den Ursprung des Festes“.

Warum machen Schüler bei den Proben mit? Während einer Pause in der Aula des Gymnasiums führen Elftklässler eine ganze Reihe von Gründen an: aus Spaß am Theaterspielen, weil man neue Ideen ausprobieren kann, weil man neue Rollen lernt, weil alle miteinander arbeiten. Carmen Peuse weist aus ihrer Erfahrung auf einen weiteren Effekt des darstellenden Spiels mit Aufführungen vor Publikum hin: „Viele Schüler gewinnen an Selbstvertrauen.“

Die derzeitigen Elftklässler wollen in der zwölften Klasse das Stück „Die Welle“ aufführen. Dafür proben sie ab Januar. In dem Stück geht es um ein soziales Experiment mit Schülern, das immer mehr totalitäre Züge annimmt.

Um Toleranz geht es in „Nathans Kinder“, einer Bearbeitung von Lessings berühmtem Klassiker. Neunt- und Zehntklässler wollen es gegen Ende des Schuljahres aufführen. Dann kann auch ein neuer, beweglicher Scheinwerfer eingesetzt werden. Carmen Peuse erklärt: „Wir sind dank einiger Aufführungen, bei denen wir um Spenden gebeten haben, in der Lage, unsere Technik aufzustocken.“ Unterstützung leiste auch der Förderverein des Gymnasiums und der Rotaryclub Grevesmühlen.

Das Weihnachtskonzert wird größtenteils von Sängern und Instrumentalisten gestaltet. Mit dabei sind neben zahlreichen Solisten auch der Schülerchor und der Elternchor, den Gunta Birzina seit 2012 leitet. Sie kündigt für Freitagabend an: „Wie schon traditionell, haben wir ein musikalisches Repertoire aus mehreren Ländern.“ Auch werden die Mütter, Väter und Lehrer wieder humorvolle Stücke singen – ein vielfältiges Programm, das für jeden Geschmack etwas bietet.

Schüler der zwölften Klasse reichen an dem Abend Essen und Getränke. Der Erlös fließt in die Abikasse.

Neben zahlreichen Attraktionen hat das elfte Weihnachtskonzert des Gymnasiums nur einen Wermutstropfen – für diejenigen, die sich noch keine Eintrittskarten besorgt haben. Der Abend ist trotz 1000 Sitzplätzen, die zur Verfügung stehen, ausverkauft.

Jürgen Lenz

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