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Grevesmühlen Deponie: Gutachten geben Entwarnung
Mecklenburg Grevesmühlen Deponie: Gutachten geben Entwarnung
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00:00 16.05.2017
Die Umweltwerte werden regelmäßig erhoben.“Norbert Jacobsen, Technischer Geschäftsführer der IAG

Vom Oberboden rings um die Deponie Ihlenberg gehen weder Gefahren für Menschen, die sich dort aufhalten, aus, noch für Nutzpflanzen, die dort wachsen, oder für das darunter liegende Grundwasser. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen der URS Deutschland GmbH, die die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft IAG im Laufe dieser Woche veröffentlicht. Anderslautende Vermutung von Deponiegegnern werden damit nicht bestätigt.

In dem Gutachten, das der OZ vorliegt, heißt es: „Aufgrund der aktuellen Ergebnisse besteht derzeit kein weiterer Handlungsbedarf.“ Es sei auch nicht davon auszugehen, dass sich dies kurzfristig ändere. Das unabhängige Fachgutachter- und Sachverständigenbüro empfiehlt, den Boden rings um die Deponie im Abstand von zehn Jahren erneut zu untersuchen, um eventuelle Veränderungen feststellen zu können.

Aus einem Vergleich der aktuellen Werte mit denen, die in der Vergangenheit gemessen wurden, zieht die in Lübeck ansässige URS Deutschland GmbH den Schluss: „Eine Erhöhung der Schadstoffgehalte war innerhalb der letzten 20 Jahren nicht festzustellen.“ Es gebe keinen ansteigenden Trend. Die IAG will der Empfehlung, im Abstand von zehn Jahren erneut zu messen, nach eigenem Bekunden folgen.

Die Bodenproben für das Gutachten wurden von Mitarbeitern des Grevesmühlener Instituts für Umweltschutz und Qualitätssicherung Dr. Krengel in einem 110 Meter breiten Streifen rings um die Deponie in unterschiedlichen Tiefen gewonnen. Die Fachleute entnahmen sowohl Erde von Äckern, als auch von Brachland und Wald. Bei den Einflüssen des Bodens auf Nutzpflanzen kommen die Gutachter zu dem Ergebnis: „Die ermittelten Gehalte liegen alle deutlich unterhalb der Prüf- und Maßnahmewerte für Grünlandflächen.“ Eine Gefährdung sei für keine der beprobten Flächen abzuleiten. Ebenfalls auszuschließen ist nach dem Ergebnis des Gutachtens eine Gefährdung von Menschen, die mit dem Boden nahe der Deponie in Kontakt kommen. Auch die Prüfwerte für eine Nutzung als Wohngebiet seien nicht überschritten worden. Eine Gefährdung des Grundwassers durch Stoffe im Boden nahe der Deponie sei ebenso auszuschließen. Gemessen wurden unter anderen die Werte für Ammonium, Arsen, Blei, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Cadmium, PCB und Benzopyren.

Mit einer denkbaren Belastung des Umfelds der Deponie Ihlenberg durch Schwebstaub und Staubniederschlag befasst sich ein weiteres Gutachten, das die IAG in Laufe dieser Woche veröffentlicht. Die Hamburger Eurofins GFA GmbH maß zwölf Monate lang an drei Stellen. Die Schwebstaubmessungen kamen nach Angaben der Gutachter zu dem Ergebnis: „Die Konzentrationen entsprechen überwiegend typischen Werten in ländlichen Gebieten.“ Das gilt laut der Untersuchung auch für fast alle Staubniederschlagswerte, nicht aber für die für Zinn, die im Vergleich zu den anderen auffallend höher seien. „Die Ursache für die erhöhten Zinnwerte lässt sich anhand der Ergebnisse nicht abschließend klären“, heißt es in dem Gutachten. Nach Angaben der IAG wurden jedoch die Beurteilungskriterien für Staubniederschlag gemäß der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft an allen Messpunkten unterschritten.

In Auftrag gegeben wurden die Untersuchungen vom landeseigenen Deponiebetreiber. Norbert Jacobsen, technischer Geschäftsführer der IAG, erläutert, die Umweltwerte würden regelmäßig erhoben, um mögliche Grenzwertüberschreitungen und Qualitätsänderungen von Luft und Boden zu erfassen. Jacobsen betont: „Die Messungen haben bestätigt, dass die auf der Deponie angewandten Verfahrensweisen beim Umgang mit Abfällen einen wirksamen Schutz auch der unmittelbar angrenzenden Umwelt sicherstellen.“ Darauf ausruhen werde sich die IAG nicht. Sie werde, so der technische Geschäftsführer, „auch weiterhin alles unternehmen, um einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten.“

Jürgen Lenz

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