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Deponie Ihlenberg im Fokus der Bürger von Selmsdorf

Selmsdorf Deponie Ihlenberg im Fokus der Bürger von Selmsdorf

Betreiber und Gemeinde informieren in Versammlung / Einwohner üben Kritik

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In einer Einwohnerversammlung in Selmsdorf stellten Bürger aus der Gemeinde und Lübeck kritische Fragen zur Deponie Ihlenberg.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Selmsdorf. Die landeseigene Deponie Ihlenberg stand am Freitagabend im Mittelpunkt einer Einwohnerversammlung der Gemeinde Selmsdorf. Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) und die Gemeinde informierten über ein geplantes Gewerbegebiet, die dort gewünschten Branchen und die voraussichtlich im April kommenden Jahres beginnende Teilstilllegung des Altbereichs.

 

OZ-Bild

Die Deponie führt dem Gemeinde- haushalt momentan nichts zu.Marcus Kreft (SPD) Bürgermeister in Selmsdorf

Quelle:

Zu Wort meldeten sich auch einige Bürger. Eine Selmsdorferin sagte, normalerweise zahle ein Betrieb Gewerbesteuern und könne dann das, was ihm übrig bleibt, auf die hohe Kante legen, doch: „Bei der Deponie ist es umgekehrt.“ Sie lege Geld für künftige Ausgaben zur Seite und begründe damit, dass sie keine Gewerbesteuern zahle. Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) bestätigte, dass derzeit keine Gewerbesteuern der IAG in die Kassen der Gemeinde fließen. Die kaufmännische Geschäftsführerin Beate Ibiß erläuterte vor rund 50 versammelten Bürgern und der Gemeindevertretung, ihr Unternehmen sei dazu verpflichtet, Rücklagen für die künftige Rekultivierung und Nachsorge zu bilden. „Wir müssen so rechnen“, so die Geschäftsführerin. Wegen der Niedrigzinsphase könne der Betrieb zurzeit keine Gewerbesteuern zahlen. Sie sei aber zuversichtlich: „In dem Moment, in dem die Zinsen wieder hochgehen, sind wir wieder in der Lage, Gewerbesteuern zu zahlen.“

In einer Pressemitteilung erläuterte die IAG am Freitag: „Die wirtschaftlichen Entwicklungen am Standort werden transparent aufgezeigt und mit der Gemeinde abgestimmt. Alle Maßnahmen sollen dazu beitragen, unsere Region wirtschaftlich zu stärken.“ Zu den in einem geplanten Gewerbegebiet neben der Deponie erwünschten Betrieben erklärt Beate Ibiß: „Die potenziellen Unternehmen sollen zum Branchenspektrum passen. Möglich wären beispielsweise Betriebe aus dem Verpackungsgewerbe und Metallbau, der regenerativen Energieerzeugung und -speicherung sowie Recyclingbetriebe für die Papier- und Kunststoffverwertung.“ Ein klar definierter Branchenkatalog werde derzeit mit der Gemeinde abgestimmt. Die Geschäftsführerin betont: „Definitiv ausgeschlossen sind bereits Abfallverbrennungsanlagen.“ Die Geschäftsleitung kündigt zudem an, über die Fortschritte bei der Erschließung der Gewerbeflächen und der Teilstilllegung der Deponie solle künftig regelmäßig in öffentlichen Veranstaltungen berichtet werden.

In der knapp zweistündigen Einwohnerversammlung kritisierte der Selmsdorfer Haat-Hedlef Uilderks: „Die Belastung für Selmsdorfer wird steigen – allein durch zunehmenden Lkw-Verkehr.“ Die Belastung sei schon jetzt hoch. Zudem müsse, so Uilderks, vor der Ansiedelung weiterer Betriebe zunächst geklärt werden, inwieweit Menschen und Umwelt bereits durch den Deponiebetrieb belastet würden. Das sei noch nicht ausreichend geschehen.

Marcus Kreft und der stellvertretende Bürgermeister Udo Gutschke (Wählergemeinschaft Bürger für Selmsdorf) sagten, zusätzliche Einnahmen seien wichtig für die Gemeinde. Gutschke erklärte:

„Gewerbesteuern sind nötig, um den Standard, den die Selmsdorfer gewohnt sind, halten zu können.“ Der stellvertretende Bürgermeister kritisierte Uilderks: „Im Vorfeld irgendwelche Polemik hereinzubringen, hilft niemandem.“ An die Themen solle vernünftig herangegangen werden.

Jürgen Lenz

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