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Grevesmühlen Barrieren im Grevesmühlener Zug-Alltag
Mecklenburg Grevesmühlen Barrieren im Grevesmühlener Zug-Alltag
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15:27 27.09.2018
Der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig ist fertig, der Parkplatz allerdings fehlt noch. Quelle: MICHAEL PROCHNOW
Grevesmühlen

 Die gute Nachricht: Der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) ist fertig. Die Deutsche Bahn hat mit erheblichem Aufwand, einer eigenen Schrankenanlage und breitem Gehweg einen Zugang vom Bahnübergang aus geschaffen. Die weniger gute Nachricht: Der Parkplatz für den separaten Zugang ist noch nicht fertig. Er soll östlich des Bahnübergangs entstehen. Inzwischen halten Fahrzeuge und Taxen direkt auf dem Bahnübergang, um beispielsweise ältere Fahrgäste, die den Tunnel nicht benutzen wollen oder können, zum Bahnsteig gelangen zu lassen. Wie die Stadt mitteilte, seien die Fördermittel für den Bau des Parkplatzes beantragt. Die Verwaltung geht davon aus, dass das Projekt 2019 umgesetzt werden könne. Dazu gehört auch die Sanierung des Gehweges vom Bahnhofsgebäude zu diesem neuen Parkplatz.

Die Einstiegshöhe der Züge ist für manche Zugreisende eine Herausforderung. Quelle: MICHAEL PROCHNOW

Wer den Bahnsteig erreicht hat, der steht vor einem neuen Problem. Die Einstiegshöhe der Züge ist mit knapp 40 Zentimetern für Passagiere mit Handicap wie Senioren oder Eltern mit Kinderwagen eine echte Herausforderung. Allerdings eine dauerhafte, wie eine Nachfrage bei der Bahn ergab. So könnten beispielsweise Rollstuhlfahrer eine Hilfe beantragen, wenn sie allein nicht in den Zug kommen könnten. Dies muss allerdings mit Vorlauf erfolgen. Wer spontan Hilfe benötigt, ist auf die Unterstützung der Mitreisenden angewiesen.

Weitere Barrieren im Zug-Alltag

Mit der Situation am Bahnhof ist Winfried Schmidt aus Arpshagen alles andere als zufrieden. Das neue Bahnhofsgebäude sei toll, betont er, „nur die Öffnungszeiten sind für Früh- und Spätnutzer der Bahn ungünstig“, sagt er. Es gebe nur die Toilette im Bürgerbahnhof, weit und breit ist keine andere zu finden, nachdem das öffentliche Toilettenhäuschen am Busbahnhof vor einiger Zeit abgebaut wurde. „Das ist ein Unding. Wenn die Cafeteria im Bahnhofsgebäude geschlossen ist, verschlägt es manchen Zugreisenden in die Büsche“, schildert er seine Beobachtungen.

Mit der feierlichen Eröffnung des Bürgerbahnhofs im Juni vergangenen Jahres ist die öffentliche Toilette gegenüber dem Busbahnhof geschlossen und später zurückgebaut worden. Als Grund nennt die Stadt die Reinigungskosten, die in der Vergangenheit in die Höhe schoss. Auch mit Vandalismus hatte die Verwaltung vermehrt zu kämpfen. „Mit der Modernisierung des Bahnhofsgebäudes ist eine öffentliche Toilette im Gebäude entstanden“, erklärt Stadtsprecherin Regina Hacker und ergänzt: „Wir werden überprüfen, ob die Öffnung des Bürgerbahnhofs gegebenenfalls geringfügig früher beziehungsweise später erfolgen kann, um längere und einheitliche Öffnungszeiten zu erreichen.“ Aufgrund der einschlägigen Erfahrung von Vandalismus beabsichtige die Stadt nicht, eine weitere öffentliche Toilette außerhalb des Bahnhofsgebäudes vorzuhalten. „Für Kunden der Bahn stehen Toiletten in den Zügen zur Verfügung. Nahbus haben wir angeboten, in den Bussen Schlüssel zur Toilette für die Busfahrer und Fahrgäste nachzubestellen. Dieses Angebot ist bisher aber nicht angenommen worden“, resümiert Regina Hacker.

Übrigens: Auch weitere öffentliche Toiletten in der Stadt sind aus Vandalismusgründen und zur Vermeidung von erheblichen Mehrkosten in ihren Öffnungszeiten eingeschränkt. Zufriedenstellend ist das für Winfried Schmidt nicht. „Die Stadt ist in Verantwortung gegenüber den Bürgern“, sagt er. Außerdem gebe es noch die Möglichkeit einer Videoüberwachung im Bereich der öffentlichen Toiletten.

Michael Prochnow und Jana Franke

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