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Der „Vernetzer“ der friedlichen Revolution

Schlagsdorf Der „Vernetzer“ der friedlichen Revolution

Im Grenzhus in Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) berichtete der frühere Dompastor von Güstrow Heiko Lietz, wie er den Untergang der DDR miterlebte. Er gründete die ersten Friedenskreise im Mecklenburg-Vorpommern.

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Im Gespräch mit Martin Klähn vom Verein Politische Memoriale berichtete Heiko Lietz (re.) im Grenzhus in Schlagsdorf (Nordwestmecklenburg) von der friedlichen Revolution Ende der 1980er Jahre in M-V.

Quelle: Malte Behnk

Schlagsdorf. Die friedliche Revolution, die zum Ende der DDR führte, fand nicht nur in Leipzig statt, auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es eine bis zum Mauerfall immer stärker werdende Opposition, zu der schon früh auch Heiko Lietz (73) gehörte.  Der frühere Pastor der Domgemeinde in Güstrow berichtete im Grenzhus in Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) von seinen Erlebnissen während der friedlichen Revolution und ging speziell auch auf seine Begegnungen mit dem Liedermacher Wolf Biermann und dessen Ausbürgerung ein. Über den Protest gegen Biermanns Ausweisung zeigt das Grenzhus derzeit eine Sonderausstellung.

Heiko Lietz berichtete, dass er als Student der Theologie ein Jahr in Berlin verbrachte und dort auch Wolf Biermann besucht habe. In den 70er Jahren seien solche Kontakte zu Künstlern und Schriftstellern bei Studenten normal gewesen. Mit der Ausweisung Biermanns 1976 hatte sich dann seine Arbeit als Studentenpastor in Güstrow verändert, sie wurde politischer. Es ging so weit, dass er auch einen Brief an Erich Honecker schickte, in dem er kritisierte, dass die SED-Regierung nicht einmal mit Biermann über die Themen gesprochen habe, die er in seinen Liedern und Texten angeprangert hatte.

Es gab keine Antwort aber auch keine Repression, wie sie andere erlebten. Längere Zeit war Lietz durch seine Arbeit als Pastor mehr oder weniger vor dem Zugriff der Stasi geschützt. Doch auch das änderte sich. 1980, auf dem Höhepunkt seines eigenen theologischen Konflikts, habe ihn die Landeskirche entlassen.

Dennoch arbeitet er weiter mit den Friedenskreisen zusammen, die er gerade gegründet hatte und sorgte für eine Verbindung ähnlicher Gruppen in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich der große Vernetzer“, sagt Heiko Lietz schmunzelnd.  Angreifbar für die Stasi wurde er trotz des Verlustes seiner Pastorenstelle nicht. Aber es gab Repressalien. So durfte Lietz 1981 seine Wohnung nicht verlassen, als der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt Güstrow besuchte.

Malte Behnk

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