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Grevesmühlen Der große Tag der kleinen Boote
Mecklenburg Grevesmühlen Der große Tag der kleinen Boote
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00:01 25.09.2017
Ein Spaß auch für Kinder: Dem achtjährigen Thilo aus Groß Grönau gefällt das Bootsmodell mit dem Namen „Waverunner“. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Schiffsmodellbauer sind ein sympathisches Völkchen. Sie sitzen gemütlich zusammen, klönen, fachsimpeln, schrauben zwischendurch an ihren Booten oder lassen sie zu Wasser, um mit Volldampf übern See zu jagen. So war’s gestern zu sehen beim 18. Schiffsmodellbautreffen in Grevesmühlen. Zu ihm lädt der Verein „Interessengemeinschaft Schiffsmodellbau Nordwestmecklenburg“ auch noch heute ein. Von 9 bis 12 Uhr fahren wieder Boote auf dem Ploggensee.

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Modellbauer aus halb Deutschland treffen sich am Ploggensee

Gemeinnützige Gemeinschaft

Im Oktober 2005 schlossen sich Modellbauer aus Nordwestmecklenburg zum Verein „IG Schiffsmodellbau NWM e. V.“ zusammen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Reinhard Süß, Eberhard Gericke, Jörn Michaelis, Michael Süß und Peter John aus Grevesmühlen sowie Norbert Burmeister aus Wismar. Seit elf Jahren ist der Verein als gemeinnützig anerkannt.

„Bei uns sind alle gleich und ist jeder mit jedem per Du“, sagt Michael Paul aus Warnemünde. Der Interessengemeinschaft gehört er seit 2010 an. Gestern sagte er in Grevesmühlen: „Man kann sein Hobby hier ausleben, trifft viele Leute.“

Getroffen hat er auch Matthias Gneuß aus dem niedersächsischen Oldenburg. Der verdient sein Geld als Zahnarzt. Sein großes Hobby: Powerboote bauen. Seit 15 Jahren macht er es. Auf dem Ploggensee ließ er gestern einen echten Hingucker und Hinhörer zu Wasser. Sein Boot macht Geräusche wie ein Düsenflugzeug. Und tatsächlich: Das Antriebsprinzip ist das selbe. „Es gab schon Versuche, die nicht überzeugend sind“, berichtet Matthias Gneuß. Er sagte sich: „Es muss doch klappen.“ Gestern war auf dem Ploggensee zu sehen: Es funktioniert: ein Powerboot, das nur mit Strahlturbinen angetrieben wird. „Die beiden Turbinen kommen zusammen auf 24 Kilo Schub“, sagt der Fachmann. Und der Laie staunt.

Zum Schiffsmodellbautreffen in Grevesmühlen fährt Matthias Gneuß immer wieder gerne. Er erzählt: „Ich bin schon öfter hier gewesen.“ Das Treffen und der Ploggensee seien sehr schön. Was fasziniert den Zahnarzt am Modellbau? „Erstens das Bauen, zweitens die Geschwindigkeit“, antwortet der Niedersachse. Er hat schon viel Zeit und Geld in seine Leidenschaft investiert.

Mit den Höchstgeschwindigkeiten eines Powerbootes hat’s Thomas Schröder nicht so. „Für mich muss es entspannt sein“, sagt der Mann aus Bremen. Er legt großen Wert darauf, dass sein Boot gut aussieht.

Zum Treffen am Ploggensee brachte er einen schicken „Waverunner“ mit – ein seltenes Modell. „Ich finde die Optik toll“, sagt Thomas Schröder. Das Bauen ist für ihn eher zweitrangig.

Den „Waverunner“ kaufte er vor drei Jahren von einem Bekannten. Seitdem hat der Bremer seine Freude daran. Genau aus diesem Grund war er gestern in Grevesmühlen: Spaß haben. Und das in einer netten Gemeinschaft. Boote baut Thomas Schröder seit 1998. Vom Hobby des Maschinenführers profitieren auch Kinder. Vor allem Jungs staunen über Modellboote – gestern zu sehen beim Treffen am Ploggensee.

Es soll Interesse für ein schönes Hobby wecken. So sagt es der Grevesmühlener Vereinsvorsitzende Eberhard Gericke. Der Interessengemeinschaft gehören 17 männliche Mitglieder und drei weibliche an.

Sie kommen aus einem Gebiet, das von Rügen bis Hamburg reicht. Viele unter ihnen haben eine besondere Beziehung zur Schifffahrt. So wie Eberhard Gericke. „Ich bin 20 Jahre zur See gefahren“, erzählt der 67-Jährige.

Als Schmankerl zwischendurch gab’s am Sonnabend wieder das Powerbootrennen auf dem Ploggensee. Sieger der Kategorie „Boote mit Verbrennungsmotor“: Thomas Schröders Sohn Benny vor Jörn Michaelis aus Grevesmühlen und Michael Paul. Platz eins in der Kategorie „Boote mit Elektromotor“: Michael Wried aus Scharbeutz vor Kai Sellmann aus Norderstedt und Ralf Grünhage aus Gifhorn.

Kontakt: www.nwm-modelboat.de

Jürgen Lenz

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