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Die Schützen haben den Bogen raus

Grevesmühlen Die Schützen haben den Bogen raus

Zünfte in Grevesmühlen und Schönberg ermitteln Majestäten / Bogenschießen ist sehr beliebt

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Bernd Stricker war vor zwei Jahren der Schönberger Schützenkönig. Er nimmt jedes Jahr am Königsschuss teil. Der gehört für ihn zum Vereinsleben dazu.

Quelle: Foto: Steffen Oldörp

Grevesmühlen. /Schönberg. Bogenschießen ist beliebt in der Schützenzunft Grevesmühlen. „Es ist ein schöner Ausgleich zu Beruf und Alltag“, erklärt Adriane Müller. Die gesamte Familie der 46-Jährigen macht mit in der Abteilung Bogenschießen. Ebenfalls gut findet Adriane Müller, dass es im Grevesmühlener Verein nicht nur einen Schützenkönig und eine Schützenkönigin gibt, sondern auch einen Bogenkönig und eine Bogenkönigin – das ist sie nun selbst. Ebenfalls ausgeschossen hat die 1653 gegründete Zunft die anderen Majestäten. Heidrun Paruscewski verteidigte ihren Titel als Schützenkönigin. Neuer Schützenkönig ist Andy Körner, neuer Bogenkönig André Burghardt. Jonas Gazow wurde mit seiner besonderen Treffsicherheit Jugend-König. Jonah Schönfeldt holte sich den Titel „ Kiddy-König“. Den Vereinsmeister im Kleinkaliber ermittelten die Schützen ebenfalls. Es ist Dirk Schnoor.

OZ-Bild

Zünfte in Grevesmühlen und Schönberg ermitteln Majestäten / Bogenschießen ist sehr beliebt

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Bogenschießen ab sieben Jahre

„Die Schützenzunft hat 142 Mitglieder, darunter viele Jugendliche“, erläutert der Vorsitzende Mathias Fett. Das Bogenschießen sei eine große Bereicherung. Mathias Fett erklärt: „Es ist bei uns ab sieben Jahren möglich und hat einen sehr großen Zulauf.“ Freuen können sich die Mitglieder auch über die Übergabe einer alten Kanone, die Eckart Redersborg verwahrt hatte. Mathias Fett lobt: „Er hat sie gerettet. Wir freuen uns riesig.“ Die Kanone wurde bereits vor rund einem Jahrhundert zum traditionellen Böllern in Grevesmühlen verwendet.

Volkskönige ausgeschossen

Die vereinsinternen Königsschüsse gaben Mitglieder der Zunft am Freitag ab. Am Sonnabend schossen Einwohner und Gäste den Volkskönig und den Jugendkönig aus. Bei den Erwachsenen erreichte Torsten Naatz mit insgesamt 152 Ringen in den Disziplinen Kleinkaliber, Bogen und Luftgewehr das beste Ergebnis. Jugendkönig wurde der 17-Jährige Fynn Kunath mit insgesamt 84 Ringen in den Disziplinen Bogen und Luftgewehr.

„Die Schützenzunft nimmt an vielen Aktivitäten in der Stadt teil“, erläutert Mathias Fett. Das Schützenfest sei einer ihrer Höhepunkte.

Enttäuschung in Schönberg

Der Königsschuss der Schönberger Schützenzunft von 1821 lockte vorgestern nur wenige Einwohner zum Schützenhaus. Nach anderthalb von drei Stunden hatten auf dem Gelände an den Karpfenteichen nur sechs von insgesamt 68 Schützenbrüdern und -schwestern zur Waffe gegriffen. „Mit der Resonanz bin ich nicht zufrieden“, sagt ein enttäuschter Horst Ketzler, Kapitän der Zunft. „Ich kann mir nicht erklären, warum es nur für so wenige Mitglieder interessant ist, Schützenkönig zu werden.“ Der Königsschuss ist laut Ketzler eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres für die Schützen.

„Und trotzdem will keiner mehr so richtig ran und die Würde des Königs erringen. Das hat sicher auch mit der Zeit zu tun, die man als König investieren muss. Es ist aber traurig. Ich hoffe, dass das in den nächsten Jahren besser wird“, so Ketzler.

Einer, der jedes Jahr beim Königsschuss mitmacht, ist Bernd Stricker. „Das gehört zum Vereinsleben einfach dazu und macht ja auch immer Spaß“, sagt Stricker, der vor zwei Jahren Schützenkönig in Schönberg war. „Er ist einer der wenigen, die noch Traditionsbewusstsein haben“, betont Ketzler. „Wenn alle so denken würden wie er, wären wir heute 60 Mann.“

Von den Einwohnern griff nach zwei Stunden nur Wolf-Peter Oswald zum Kleinkaliber, um Volksschützenkönig zu werden. „Er ist Titelverteidiger“, sagt Horst Ketzler. „Und darf sich wohl auch in diesem Jahr wieder Volksschützenkönig nennen.“ Der Kapitän fügt hinzu: „Die Einwohner machen offensichtlich lieber etwas anderes. Sie haben kein Interesse am Schießen. Das trifft leider auch für den größten Teil meiner Mitglieder zu.“

Firmenpokal

Am 14. Juli lädt die Grevesmühlener Schützenzunft zum sechsten Firmenpokalschießen ein. „Über 40 Mannschaften haben sich schon angemeldet“, sagt der Vorsitzende Mathias Fett. Die Zunft nehme aber noch Anmeldungen an. Der Wettbewerb beginnt um 16 Uhr. Jede Mannschaft besteht aus drei Schützen. Sie schießen sowohl Kleinkaliber aufliegend als auch mit Sportbogen. Zur Aufstockung der Mannschaft dürfen Firmen auch Freunde und Bekannte melden. Startgeld inklusive Essen, Munition und Training: 15 Euro.

Kontakt: info@schuetzenzunft-grevesmuehlen.de, Telefon 0172/3824658

Jürgen Lenz und Steffen Oldörp

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