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Grevesmühlen Die Zukunft des Speichers ist gesichert
Mecklenburg Grevesmühlen Die Zukunft des Speichers ist gesichert
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00:26 12.06.2018
Dassow

Die Sanierungsarbeiten am alten Speicher in Dassow sind einen wichtigen Schritt vorangekommen. Mitarbeiter des Unternehmens Semrau-Bau haben die Sohle geschüttet.

Semrau schüttet Betonsohle für denkmalgeschütztes Gebäude in Dassow / Nun steht es fest

„Jetzt ist der Speicher fixiert. Er kann an keiner Stelle mehr absacken“, erklärt Lars Semrau. Dem 41-jährigen Maurermeister und seinem Bruder Mark gehört der denkmalgeschützte Speicher am Ufer der Stepenitz. Er zählt zu den markantesten Gebäuden in Nordwestmecklenburg – aber auch zu den am schwierigsten zu sanierenden.

Eine besondere Herausforderung: der Baugrund aus Torf und Schluff. Er ist ungewöhnlich weich. Offensichtlich wird das durch die Schieflage des 157 Jahre alten Speichers. Er ist vor allem an einer Seite abgesackt. Zurück ins Lot gerückt wird er nicht. Das würde die Kosten des Zwei-Millionen-Projektes noch höher treiben. Die Eigentümer haben nun aber dafür gesorgt, dass der Speicher sich kein Stück mehr in der Vertikalen bewegen kann. Lars Semrau beschreibt Teil eins der aufwendigen Sicherungsarbeiten: „108 Pfähle wurden in den Boden gerammt.“ Die meisten Betonpfähle, auf denen das Fundament nun ruht, reichen in eine Tiefe von 16 bis 20 Meter. Teil zwei der Sicherungsarbeiten: Arbeiter haben ein Fundament gegossen. Es ruht auf Betonpfählen. Auf dem Fundament wiederum ruhen Metallträger – und auf diesen der Speicher.

In der Vertikalen kann sich das Gebäude nun also nicht mehr bewegen. Als Nächstes sorgen die Brüder Semrau dafür, dass der Speicher auch in der Horizontalen fixiert wird. Dafür bauen sie eine aussteifende Wand aus Stahlbeton, die bis unters Dach reichen wird. „Danach gehen wir an die Sanierung der Außenfassade“, kündigt Lars Semrau an. Alte, kaputte Steine werden ersetzt, Fenster- und Türstürze werden erneuert.

Die amtierende Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD) sagt über den Fortgang der Sanierungsarbeiten am alten Speicher, einem Wahrzeichen von Dassow: „Wir begrüßen es als Stadt sehr.“ Ein Grund: „Ich habe eine große Erwartungshaltung, dass dort eine Infrastruktur entsteht, die sich positiv auf den Tourismus auswirkt.“ Dazu beitragen soll das Radwegenetz, das in der Region Dassow mittlerweile gut ausgebaut ist.

Im alten Speicher wird es nach den Plänen der Brüder Semrau künftig eine Gastronomie, eine Pension und einen Saal für Veranstaltungen und Feiern geben. Mieter für das Objekt sind den Investoren willkommen. Bezugsfertig soll es 2019 oder 2020 sein. Bis dahin ist noch viel zu arbeiten im Speicher am westlichen Ortseingang von Dassow. Was das Bauunternehmen Semrau nicht selbst macht, das macht es mit Betrieben aus der Region.

In Dassow haben Semraus bereits zahlreiche Gebäude saniert, darunter das Volkshaus, die Post, der ehemalige Bahnhof und ein Fachwerkhaus in der Lübecker Straße. Neu errichtet haben sie in der Stadt zwei Gebäude mit je sechs Wohneinheiten. Die von Wilfried Semrau gegründete Firma hat ihren Sitz seit 1990 in Kalkhorst.

Dassower Unternehmen investierte in Landhandel und Gasthaus

Die Firma Callies ließ den Getreidespeicher in Dassow 1861 für den Landhandel bauen. Bereits 1812 hatte Johann Christian Friedrich Callies das Unternehmen gegründet. Zunächst handelte er mit Glas und Porzellan. 1830 ließ er ein repräsentatives Wohnhaus in der Lübecker Straße bauen. Im Landhandel war die Nachfolgefirma Christian Callies ab 1860 tätig. 1870 verlegte der Betrieb die erste private Fernsprechleitung zwischen Dassow und Grevesmühlen, dem späteren Hauptsitz. 1890 verband Callies zwei Ackerbürgerhöfe in Dassow zu einem Gebäude und gestaltete es zum Gasthaus Callies um, dem späteren Volkshaus. Der Firma gehörten Speicher in Dassow, Grevesmühlen, Klütz und Plau. 1948 wurde sie enteignet. Der Speicher in Dassow ist der größte aus ihrem früheren Besitz, der noch erhalten ist. jl

Jürgen Lenz

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