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Wismar Die lange Nacht der kurzen Texte

Zweites Literaturfest in Wismar lockt zahlreiche Besucher / Mehr als 30 Leser machen mit

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Daniel Altmann, Vizelandesmeister Poetry Slam in MV , ließ die Gäste erst lachen, dann nachdenken, dann wieder lachen.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. „Natürlich kenne ich den Platz, aber so richtig war ich hier noch nie“, staunte Doreen Lindenberg am Samstagabend. Sie meinte den Marienkirchplatz. Den Sandplatz zwischen den neuen Mauern und Pfeilern des ehemaligen Kirchenschiffs von Sankt Marien, wo zur Hauptsaison täglich gefühlt tausende Touristen durch stolpern. Am Sonnabend haben auf Einladung des Wismarer Archivvereins viele Einheimische den Platz für sich entdeckt und – kulturell gesehen – in Beschlag genommen. Ein Lesemarathon, mehr als fünf Stunden, mehr als 30 Leser, mehrere hundert Gäste, die verteilt über den Abend die dargebotene Literatur und die Atmosphäre bei Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und dem ein oder anderen Glas Wein genossen.

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Zweites Literaturfest in Wismar lockt zahlreiche Besucher / Mehr als 30 Leser machen mit

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Den Anfang als Leser machten Johanna Daschke und Erik Schoof, beide elf Jahre alt und Jungautoren im Schreibzirkel „Die Bleistifte“ von Petra Block. Sie lasen natürlich selbst geschriebenes. Ganz so weit sind die Erst- und Zweitklässler der Pinguin-Klasse von Birgit Sowa aus der Evangelischen Schule Robert Lansemann in Wismar, noch nicht. Die ganze Klasse las ein Buch vor, manch einer der Knirpse schon richtig mit spannungsgebender Betonung. Petra Block und Carola Herbst – beides hauptberufliche Autoren aus Wismar und Bad Kleinen – eröffneten mit ihren beiden Lesungen für Kinder die Literaturnacht mit ihren vielen kleinen und großen Highlights.

Die Musiker waren eins davon. Der Archivverein konnte die „Melodealer“ gewinnen, die mit Klarinette, Gitarre, Akkordeon, bissig bösen Texten und einer Musik zwischen Klezmer und Folk die Menschen anlockten, bevor die Stühle wieder auf die zwei Leseorte in den ehemaligen Kirchkapellen verteilt wurden. Es geschah genau das, was die Initiatoren vom Verein und vom Wismarer Callidus-Verlag erhofft hatten: Die Menschen setzten sich auf die Mauerstümpfe, nutzten die Säulen, lachten und lauschten der Literatur.

Oder bekamen Gänsehaut angesichts dessen, was Merlin Bernitt, Anna Lena Exner, Vanessa Wolff und Marlene Rabe vorlasen. Die Schüler vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium gehören zum Projekt Wismarer Zeitzeugen Flucht 1945. Sie interviewen Menschen, die damals hierher geflohen sind. Intensiv lasen die Jugendlichen aus den Gesprächen vor, von Hunger, Angst, Mutlosigkeit. „Wir fühlten uns gehetzt, verfolgt, nirgendwo sicher. Wir gingen in die Fremde nach Deutschland“, las Merlin Bernitt. Im Publikum saß auch Ruth Höfke, 82 Jahre alt und mit Gänsehaut angesichts der so lebendigen Erinnerungen.

Amüsanter war es dann bei Daniel Altmann, Betriebswirtschaftslehre-Student und derzeit amtierender Vizemeister im Poetry Slam MV. Er las seine Geschichte eines Kirchenchorausfluges so, dass manch ein Gast Lachmuskelkater haben wird. Und traute sich, mitten in der Geschichte eine Pause zu machen und ein rührendes, bewegendes Gedicht über Freundschaft vorzulesen, um dann mit der amüsanten Geschichte weiter zu lesen. Doreen Lindenberg kam extra wegen des bekannten Poetry-Slammers zur Lesenacht, lauschte aber genauso den ihr unbekannten Autoren des Abends, der schwedisch-deutschen Lyrik beispielsweise, den erotischen Kurzgeschichten, den Erzählungen aus Wismars Vergangenheit oder den fantasievollen Kurzgeschichten.

Nicole Hollatz

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