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Dirk Greverus ist der neue Pastor für 39 Dörfer

Grevesmühlen/Diedrichshagen Dirk Greverus ist der neue Pastor für 39 Dörfer

Große Erleichterung beim Einführungsgottesdienst am 1. Advent

Grevesmühlen/Diedrichshagen. Am Sonntag war der erste Advent, nach dem lateinischen Wort „adventus“, das Ankunft bedeutet. An diesem Adventssonntag ist Dirk Greverus (44) als neuer Pastor in der Kirchengemeinde Roggenstorf St. Johannes angekommen. Mit seinem Einführungsgottesdienst in der Dorfkirche Börzow hat er nun offiziell die Pfarrstelle der Kirchengemeinde übernommen, zu der 39 Dörfer und vier Kirchen in Roggenstorf, Börzow, Kirch Mummendorf und Lübsee gehören.

„Die vorherigen Pastorinnen waren ja zu uns geschickt worden und sind beide nur wenige Jahre geblieben. Er ist jetzt gekommen, um zu bleiben“, freute sich Axel Böttcher vom Kirchengemeinderat nach dem Einführungsgottesdienst über den neuen Pastor.

Tatsächlich ist Dirk Greverus wiedergekommen, zumindest nach Mecklenburg-Vorpommern. Als gebürtiger Lübzer hatte er seine erste Pastorenstelle in Spornitz angetreten. Vor seinem Wechsel nach Roggenstorf war er vier Jahre in Bürstadt in Hessen. „Dort war ich dann Pfarrer“, zeigt der Pastor regionale Unterschiede auf. Abgesehen davon, dass er nun wieder „Herr Pastor“ sein wird, soll sich an seiner Gemeindearbeit kaum etwas ändern. So zeigte Greverus schon in seiner ersten Predigt nach seiner Einführung seine Bodenständigkeit und die Nähe zu den Menschen seiner neuen, großen Kirchengemeinde. Locker begann er seine Predigt mit den Worten „Mensch, liebe Gemeinde, was für ein Wetter heute“ und nahm die Menschen in der Kirche mit auf einen erzählten Spaziergang auf einen Hügel zwischen Börzow und Roxin. „Bei guter Sicht sieht man mit Glück die Mühle in Roggenstorf und den Kirchturm von Lübsee – die Dorfkirche in Börzow sowieso“, beschrieb er seinen ersten Blick über das große Gebiet der Gemeinde St. Johannes.

Propst Karl-Matthias Siegert sagte in seiner Rede zur Einführung von Dirk Greverus: „Die lange schwierige Zeit der Vakanz geht zu Ende.“ Er sprach damit unter anderem darauf an, dass bereits im Januar mit Hanna Blumenschein die letzte Pastorin der Kirchengemeinde verabschiedet worden war. Bereits vor ihrem Dienstantritt 2012 fehlte der Kirchengemeinde neun Monate lang ein Pastor. „Ich danke besonders allen Ehrenamtlichen, die sich in dieser Zeit sehr engagiert haben. Ich hoffe sehr, in den nächsten zehn Jahren nichts mehr mit Abschieden und Einführungen in dieser Kirchengemeinde zu tun zu haben“, sagte Siegert.

Das Engagement der Menschen in der Kirchengemeinde Roggenstorf lobte auch Dirk Greverus, der schon in seinen ersten Tagen nach dem Umzug erkannte, dass sich die Leute auch ohne einen Pastor engagieren. „Sie laden sich gegenseitig ein und zeigen, dass sie sich nicht vergessen. Sogar eine Teilsanierung des Kirchturms in Roggenstorf wurde möglich, obwohl nur wenig Geld da war.“

Bei all seinem Lob fand Greverus aber auch gesellschaftskritische Worte über das schöne Mecklenburg, dass er als seine Heimat liebt. „Hinter der Idylle ist längst nicht alles idyllisch“, predigte er.

„Viele gerade junge Menschen suchen sich noch immer eine neue Heimat, weil sie hier keine Zukunft für ihre Familien sehen.“ Dirk Greverus verglich sie mit Jürnjakob Swehn, dem Amerikafahrer. Das Buch von Johannes Gillhoff sei ja so etwas wie „die Bibel der Mecklenburger“, so Greverus. Den Menschen, die aus Sorge um ihre Zukunft die mecklenburgische Heimat verlassen, müsse nicht nur durch die Kirche, sondern auch durch die Politik Hoffnung gegeben werden.

Kirchengemeinderäte gewählt

Die Wahlen zu den Kirchengemeinderäten in den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden St. Nikolai Grevesmühlen und Diedrichshagen sind abgeschlossen. „In Grevesmühlen hatten wir mit 170 Wählern die höchste Wahlbeteiligung seit Langem“, informierte Pastorin Maria Harder. Am Sonntag, dem 4. Dezember, werden während des Gottesdienstes die zehn Gewählten namentlich bekannt gegeben. Die offizielle Einführung des Kirchengemeinderates erfolgt dann am 8. Januar. Der Vorsitzende und die verschiedenen Ausschüsse des Gremiums werden erst während der konstituierenden Sitzung des Kirchengemeinderates gewählt. In der kommenden Woche muss auch der derzeit noch bestehende Kirchengemeinderat die neue Wahl per Beschluss bestätigen.

Die Namen der neu gewählten Mitglieder des Kirchengemeinderates in Diedrichshagen werden ebenfalls am kommenden Sonntag, dem 4. Dezember, während des Gottesdienstes genannt. Die offizielle Einführung des neuen Rates erfolgt am 15. Januar. coro

Malte Behnk

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