Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen E-Mobilität: Nachfrage noch zu gering
Mecklenburg Grevesmühlen E-Mobilität: Nachfrage noch zu gering
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 28.10.2017
Grevesmühlen

Wie werden die Autos der Zukunft angetrieben? Mit dieser Frage hat sich am Donnerstagabend das OZ-Forum im Grevesmühlener Museums- und Vereinshaus beschäftigt. Stadtwerke-Geschäftsführer Heiner Wilms sowie die Autohändler Sabine Freytag, Ulrich Martens und Sven Wandel präsentierten einige umweltfreundliche Modelle und stellten sich den Fragen von OZ-Lokalchef Michael Prochnow auf dem Podium. Und sie alle machten klar: Die Nachfrage nach Elektroautos ist noch immer sehr gering.

Beim OZ-Forum in Grevesmühlen wurde über die Autos der Zukunft gesprochen / Anschaffung zu teuer

Dennoch hält Sabine Freytag das Ziel der Bundesregierung für realistisch, bis zum Jahr 2030 eine Million E-Autos auf den deutschen Straßen zu haben. Doch dafür müssten die Anschaffungskosten geringer werden. „Im Moment ist so ein Fahrzeug zu teuer und für den privaten Käufer unrentabel“, gab sie zu. Daran ändere auch die zum Teil mehrere tausend Euro hohe Förderung nichts, die es beim Kauf gibt.

Die Preise starten bei 30 000 bis 35000 Euro. Manchmal müssten dann nochmal bis zu 8000 Euro für eine Batterie draufgezahlt werden. „Man muss viele Kilometer fahren, damit sich das rentiert“, so Freytag weiter. Die Autos sind mit ihren bisher noch geringen Akkuleistungen aber nur für kurze Strecken gedacht. Mehr als 200 Kilometer pro Stromladung seien selten möglich.

Ulrich Martens ist in Sachen Zielsetzung für 2030 deshalb weniger optimistisch. „Eine Million E-Fahrzeuge halte ich zurzeit für sehr sportlich.“ Er begründete das mit drei großen Handicaps, die Elektro-Wagen hätten: „Der hohe Anschaffungspreis, die geringe Reichweite und die Ladeinfrastruktur.“ Beim letzten Punkt ging es um Tankstellen für E-Autos. Die Dichte der Ladesäulen sei zu gering. Aktuell sei es in einem Wohngebiet gar nicht möglich, seinen Wagen abends aufzuladen. „Da sind die Energieversorger gefragt. Das wird noch etwas dauern“, so Martens.

Doch es gibt sie bereits: In Grevesmühlen können E-Autos beispielsweise am Kreisverwaltungsgebäude an der Malzfabrik oder an der Ladesäule der Stadtwerke „betankt“ werden. Laut Heiner Wilms gebe es auch immer wieder Anfragen, das E-Auto der Stadtwerke zur Probe zu fahren. „Das ermöglichen wir auch“, sagte Wilms. Das Ergebnis: Der Fahrspaß sei stets hoch. „Es muss mehr E-Autos geben, damit die Leute mehr solcher Erfahrungen machen können“, betonte auch Sven Wandel. Denn es gebe durchaus Hemmungen vor der Technik. Die Dichte der Tankstellen sei laut Heiner Wilms bei der aktuellen Zahl an E-Autos in der Region ausreichend. Doch in Zukunft müsse man sich Gedanken um die Netzstruktur in Grevesmühlen machen. „Ansonsten gehen in zehn Jahren die Straßenlaternen aus, wenn abends mehrere Leute in einem Wohngebiet das Auto zum Laden einstecken“, erklärte er. Im Ploggenseering ist geplant, probeweise eine Reihe von Ladesäulen neben der Mehrzweckhalle zu errichten. „Wir wollen schauen, wie diese angenommen werden“, so Wilms. Auch beim Verein „Stadt ohne Watt“ gebe es Planungen für eine weitere Stromsäule.

Das ist ganz im Sinne des ehemaligen Grevesmühlener Bürgermeisters Jürgen Ditz, der das OZ-Forum als Besucher verfolgte. „Elektromobilität kann nicht nur durch die Autoindustrie angeschoben werden.

Die öffentliche Hand und die Bauplanung müssen Bedingungen schaffen. Die Entwicklung wird durch Angebote vorangetrieben.“

Daniel Heidmann

Mehr zum Thema

Fünf Rostocker Genossenschaften wollen in der Südstadt Platz für 2000 neue Mieter schaffen. Die Politik fordert Studentenheime.

25.10.2017

Aller guten Dinge sind drei: Nach Mokka X und Crossland X bringt Opel nun den Grandland X an den Start. Der bislang größte Crossover aus Rüsselsheim sieht zwar rustikaler als seine Geschwister aus, ist aber eher für den Alltag gemacht als für das Abenteuer.

25.10.2017

Zwei Jahrzehnte ist es her, da krachte eine A-Klasse bei einem Autotest auf die Seite. Danach wurde viel gekichert beim Begriff Elchtest. Kostprobe gefällig? Ein Witz von damals: Treffen sich zwei A-Klasse-Fahrer, sagt der eine zum anderen: Gehen wir einen kippen?

25.10.2017

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat 2012 erstmals zwei Jugendschutzprogramme anerkannt. Das Programm von JusProg e.

28.10.2017

Kino, Kunst, Schauspiel, Licht und Zauberei – das alles gibt es am 30. Oktober in der Innenstadt zu sehen und zu erleben

28.10.2017
Grevesmühlen Grevesmühlen / Wismar / Bad Doberan / Rostock - Die böse Seite der digitalen Welt

Gewalt, Pornografie, sexueller Missbrauch oder Spielsucht – Polizei und Medienexperten klären auf

28.10.2017
Anzeige