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Grevesmühlen Ein Neuanfang für den Herzensweg
Mecklenburg Grevesmühlen Ein Neuanfang für den Herzensweg
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00:00 11.10.2016

Madleen Cipra geht ihren Herzensweg – und ist damit wohl vielen Menschen einen Schritt voraus. Doch die 31-Jährige hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen zu helfen, ihren eigenen Weg zu gestalten. „Ich bin selbst lange umhergeirrt, auf der Suche nach mir selbst und meiner Bestimmung“, erzählt die gebürtige Wismarerin. Bis ein Meditationskursus bei ihr die Türen öffnete.

Madleen Cipra

In diesem Monat hat Madleen Cipra ihre Praxis für ganzheitliche Psychotherapie (HPG) in Neuburg bei Wismar eröffnet. Gelernt hat die Mecklenburgerin mal Bankkauffrau. „Doch ich habe sehr schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist“, gibt sie zu. Nach Abschluss der Ausbildung machte sie ihr Abitur nach und studierte in Wismar Sozialverwaltungsmanagement. „Wieder etwas Betriebswirtschaftliches“, kommentiert sie ihre Entscheidung. „Ich habe also erneut den Schwanz eingekniffen und nicht nach meinem wirklichen Weg gesucht.“ Einige Jahre arbeitete Madleen Cipra dann bei der Arbeitsagentur, bis sie und ihr Mann Peter Eltern wurden. „Durch die Geburt unseres Sohnes Nanook hat sich viel verändert. Ich habe mich mehr hinterfragt.“ Den finalen Auslöser, einen Neuanfang zu wagen, hat ein Meditationskursus gegeben. „Ich habe mich selbst besser beobachtet und auf meine Wünsche gehört.“

Also hat sie mit fast 30 Jahren ihre Weichen noch einmal neu gestellt und das Studium zur Heilpraktikerin für Psychotherapie begonnen. „Es hat mich viel Mut gekostet, den Sicherheitsgedanken aufzugeben und zu ignorieren, was andere sagen.“ Heute ist Madleen Cipra glücklich, den Schritt gewagt zu haben.

Spezialisiert hat sich die Heilpraktikerin auf die sogenannte EMDR-Traumatherapie. Dabei werden durch Augenbewegung Blockaden gelöst und Lebenssituationen verarbeitet. Die erste Sitzung nutzt die Therapeutin zum Kennenlernen des Klienten. „Danach beginnen wir nach einer Stabilisierung mit der Arbeit.“ Der Klient bekommt davon alles mit, befindet sich also nicht in Hypnose. „Ziel ist es, die traumatischen Erlebnisse in das Leben zu integrieren, da sie Teil des jeweiligen Lebens sind.“

Madleen Cipra sieht sich nicht als Konkurrenz zu kassenärztlichen Therapeuten. „Ich biete eine Ergänzung zum Gesundheitssystem“, so ihre Einschätzung. Wer sich bei ihr heilen lassen möchte, muss dafür selbst bezahlen. „Ein Vorteil ist, dass bei mir die Wartezeiten kürzer sind und ich zeitlich sehr flexibel bin“, erklärt sie.

„In unserer schnelllebigen Welt, wird es immer wichtiger, sich auf sich selbst zu besinnen. Viele verlieren ihren persönlichen Zugang“, ist ihre Beobachtung. An der Volkshochschule bietet sie zudem Meditationskurse an. „Außerdem bin ich noch bei der Hochschule Wismar angestellt.“ Der Sicherheitsgedanke ist doch noch da. „Mein Augenmerk liegt aber auf der Praxis . Gerade deswegen gebe ich diesem Weg Zeit.“

Vanessa Kopp

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