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Eklat im Kreisschützenverband

Schönberg Eklat im Kreisschützenverband

Damenleiterin zieht sich nach Patt bei Wahl aus dem Vorstand zurück / Präsident beklagt Passivität von Mitgliedern

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Wurden in ihren Ämtern als Kreisjugendleiterin, Präsident und stellvertretender Präsident des Kreisschützenverbandes wiedergewählt: Michaela Janschick, Roland Mann und Mathias Fett (r.).

Quelle: Steffen Oldörp

Schönberg. Angespannte Situation beim Kreisschützenverband Nordwestmecklenburg. Nach ihrem Kreisschützentag am Sonnabend im Gebäude der Schönberger Schützenzunft sind mittlerweile drei Positionen im Kreisvorstand unbesetzt. Die Ämter des Kreissportleiters und des Schriftführers sind schon seit längerem vakant. Nach der Sitzung am Sonnabend muss der Nordwestverband auch ohne eine Kreisdamenleiterin arbeiten. Für Babett Mann stimmten zehn Delegierte der Mitgliedsvereine mit Ja, zehn mit Nein.

Viele denken, lass die Idioten da vorne mal machen. Aber wehe, es läuft etwas schief.“Roland Mann, Präsident Kreisschützenverband

Die bisherige Kreisdamenleiterin bedauerte das Abstimmungsergebnis und entschied sich angesichts des gesunkenen Vertrauens sich aus dem Kreisvorstand zurückzuziehen. Sehr zum Ärger des übrigens Vorstandes. Denn dadurch, sagt ihr Ehemann Roland Mann, werden die Probleme des Kreisschützenverbandes nicht geringer. „Auf uns kommt jetzt noch mehr Arbeit zu. Leider. Deshalb finde ich es sehr schade, dass sich immer weniger Schützenbrüder und -schwestern aktiv in unseren Verband einbringen wollen.“ Nach Meinung des Präsidenten spiegelt die Einstellung zahlreicher Schützen auf dem Kreisschützentag die der gegenwärtigen Gesellschaft wider. „Viele denken, lass die Idioten da vorne mal machen. Aber wehe, es läuft etwas schief. Dann sind die, die keine Verantwortung übernehmen wollen, sofort da, um uns zu kritisieren“, sagte Mann über die angespannte Situation unter den Schützen. Das Amt des Kreissportleiters übernimmt vorerst Michaela Janschick, das des Schriftführers Roland Mann — allerdings nur vorübergehend. Die Suche nach Kandidaten für diese Posten im Kreisschützenverband dürfte allerdings schwierig werden. Die Position des Kreisschriftführers ist bereits seit mehr als drei Jahren vakant. Roland Mann forderte die Schützen im Kreis deshalb auf, ihre Einstellung zu ändern. „Ich erwarte, dass es eine Reaktion der Vereine gibt und wir alle Positionen im Vorstand neu besetzen.“ Das nächste halbe Jahr wolle er noch abwarten. „Sollte sich in der Zeit nichts ändern, ziehe ich meine Konsequenzen“, kündigt Mann seinen möglichen Rücktritt an. Der Rehnaer, der Mitglied im Rehnaer und im Lübstorfer Schützenverein ist, arbeitet seit 20 Jahren im Vorstand des Kreisschützenverbandes. „So eine mangelnde Bereitschaft der Schützenbrüder und -schwestern wie jetzt habe ich noch nie erlebt“, bedauerte der Präsident, der am Sonnabend in seinem Amt als Chef der Schützenvereine von Nordwestmecklenburg bestätigt wurde. Mann erhielt 16 Ja- und drei Neinstimmen bei einer Enthaltung.

Volle Rückendeckung der 20 Delegierten bekamen der stellvertretende Präsident Mathias Fett von der Grevesmühlener Schützenzunft und Willi Koch (Neukloster).

Deutlich spannender war die Wahl von Michaela Janschick (Lübstorf). Die Kreisjugendleiterin wurde mit elf Ja- und neun Neinstimmen wiedergewählt. Eine knappe, aber wichtige Entscheidung. Denn Janschick verfügt über die Schießsportleiterlizenzen im Kugel- und Bogenbereich. Sie ist zudem Inhaberin der Trainerlizenz C Breitensport Bogen sowie der Jugendbasislizenz des Deutschen Schützenbundes. „Dadurch darf sie nach dem Waffengesetz mit Kindern und Jugendlichen trainieren. Die sportliche Kompetenz ist also gegeben“, sagte Roland Mann über Janschick, die als Landesjugendleiterin auch Mitglied des Präsidiums des Landesschützenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern ist.

Insgesamt hat der Kreisschützenverband Nordwestmecklenburg 651 Schützenschwestern, Jungschützen im Alter von 12 bis 20 Jahren und Schützenbrüder. Der Anteil der weiblichen Mitglieder beträgt knapp über 19 Prozent, der von Schülern und Jugendlichen beträgt rund 14 Prozent. Gut die Hälfte der Schützen im Kreis sind Senioren und damit mindestens 56 Jahre alt.

Von Steffen Oldörp

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