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Grevesmühlen Endlich: Plüschow hat wieder einen Bürgermeister
Mecklenburg Grevesmühlen Endlich: Plüschow hat wieder einen Bürgermeister
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00:00 21.04.2016

Christian Baumann von der Wählergemeinschaft Plüschow wurde in einem schon fast dramatischen Akt auf der Gemeindevertretersitzung am Dienstag zum neuen Bürgermeister gewählt. Vorangegangen waren diesem bereits zweiten Wahlgang in Plüschow seit dem tragischem Unfalltod des vorherigen Bürgemeisters Erhard Bräunig deutliche Worte der Hauptamtsleiterin von Grevesmühlen, Pirko Scheiderer. Angesichts der nach wie vor ablehnenden Haltung der Gemeindevertreter einen Kandidaten aus ihren Reihen zu benennen, erinnerte Scheiderer die Versammelten daran:

Christian Baumann (57)

„Sie haben sich zu Gemeindevertretern wählen lassen. Damit haben Sie Verantwortung für das Geschick dieser Kommune übernommen. Darüber sollten Sie sich an diesem Punkt klar werden.“

Dann erläuterte Scheiderer, was im schlimmsten Fall — sollte sich erneut keiner der Vertreter bereit erklären, das Ehrenamt zu übernehmen — passieren könnte: die Auflösung der eigenständigen Gemeinde im Rahmen einer Gebietsänderung. Bedeutet im Klartext, dass Plüschow per Verordnung einer anderen Kommune zugeordnet wird. Möglich ist dies, laut Auskunft des Innenministeriums (Landeswahlleitung in Schwerin), weil Plüschow verschuldet ist und mit seinen fünf Ortsteilen nur um die 500 Einwohner besitzt.

„Es wäre in diesem ohne Frage denkbar schlimmsten Fall noch nicht einmal klar“, so Pirko Scheiderer weiter, „dass sie dann noch einen Wunschfusionspartner benennen können. Für die Zeit der Auflösung würde ein Beauftragter eingesetzt.“ Damit beantwortete die Hauptamtsleiterin auch gleich die vorherige Frage der bisherigen 1. Stellvertreterin Stefanie Bräsch (WG Plüschow), die sich nach einem Schreiben der Rechtsbehörde vom Landkreis Sorgen um die Rechtssicherheit ihrer seit dem Tode Bräunigs getroffenen Entscheidungen machte. „Eigentlich“, so Bräsch, „bin ich laut Gesetz gar nicht berechtigt, irgendwelche Geschäfte zu führen.“

Pirko Scheiderer erklärte, dass der Fall der Gemeinde Plüschow ein spezieller Fall sei — der erste seiner tragischen Art in ganz Mecklenburg-Vorpommern. „Im Landes- und Kommunalwahlgesetz ist dieser Fall nicht eindeutig geregelt. Aus diesem Grund hat sich der Landkreis beratende Unterstützung beim Innenministerium eingeholt, um bestehende Optionen abzuklären.“

Nach diesem klaren Ausblick in eine fragwürdige Zukunft Plüschows zogen sich die sichtlich erschütterten Gemeindevertreter zu einer Beratung zurück. Zurück kamen sie mit zwei Namen. Neben Christian Baumann wird Susanne Bräunig die 1. stellvertretende Bürgermeisterin. Eine Entscheidung, zu der die zahlenmäßig erstaunlicherweise nur gering versammelten Einwohner — insgesamt fünf, die das Schicksal ihrer Gemeinde zu interessieren schien — erleichtert applaudierten.

Aus der Sitzung

Die Ernennungsurkunde für den neuen Bürgermeister und die neue stellvertretenden Bürgermeisterin von Plüschow wird auf der nächsten Gemeindevertretersitzung am 3. Mai im Bürgerhaus überreicht.

Die Gemeinde hat einen Beschluss zur Abgabe einer Stellungnahme zum Regionalen Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg, Kapitel Energie gefasst. Dabei geht es im Wesentlichen darum, dass die Gemeinde ihren Wunsch, drei Windkrafträder im Gemeindegebiet zu errichten und am Ertrag genossenschaftlich beteiligt zu werden, darstellt.

Über den neuen Nutzungsvertrag für das Künstlerhaus Schloss Plüschow wurde im nichtöffentlichen Teil diskutiert. Der Förderverein des Künstlerhauses hat bereits Vorschläge unterbreitet. Ein erster Vertragsentwurf soll in Kürze mit dem Förderkreis diskutiert und verhandelt werden.

Von Annett Meinke

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