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Grevesmühlen Erste Fahrt für neue Bornholm-Fähre
Mecklenburg Grevesmühlen Erste Fahrt für neue Bornholm-Fähre
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05:24 27.08.2018
Ab 1. September bringt die Kombi-Fähre „Hammershus“ Fracht und Passagiere von Rügen nach Bornholm. Quelle: Molslinjen
Sassnitz

Premierenfahrt für die „Hammershus“: Am kommenden Sonnabend bringt die Kombi- Fähre erstmals Passagiere und Fracht vom Hafen Sassnitz-Mukran auf Rügen nach Bornholm. Das Schiff wurde eigens dafür gebaut, den einzigen direkten Seeweg zwischen Deutschland und der dänischen Insel zu bedienen. Aktuell setzt noch die Reederei Danske Færgen A/S Dänemark-Reisende von Rügen zur Bornholmer Inselhauptstadt Rønne über. Ab 1. September übernimmt die Konkurrenz: Die Reederei Molslinjen mit Sitz in Aarhus konnte sich im Kampf um die Konzession durchsetzen. Ausschlaggebend war ihr Versprechen, die derzeitigen Ticketpreise im Schnitt mehr als zu halbieren. Der Staat Dänemark, der den Betreibervertrag für die Bornholmlinien vergibt, will mit günstigen Fahrpreisen den Inseltourismus ankurbeln und das Eiland als Wohnort attraktiver machen. Færgen hatte im Ringen um den Verkehrsvertrag nur eine Preissenkung um 45 Prozent angeboten.

Molslinjen wird den Bornholmverkehr künftig unter dem Namen Bornholmslinjen betreiben und will das Passagieraufkommen auf der Ostseeroute verdoppeln. Möglich macht das die 158 Meter lange „Hammershus“, die Molslinjen in der Werft Rauma Marine Constructions in Finnland bauen ließ. Die Fähre bietet Platz für 720 Passagiere. Die Færgen-Fähre „Hammerodde“, die aktuell zwischen Mukran und Rønne fährt, kann nur etwa halb so viele Personen an Bord nehmen. Mit dem Fährenwechsel wird sich auch die Zahl der beförderten Pkw deutlich erhöhen.

Autofahrern macht Molslinjen im Herbst ein besonderes Angebot: Anhänger aller Art werden im Oktober und November kostenlos zwischen Mukran und Rønne befördert. Das soll besonders Camper locken. Eine Familie mit Wohnwagen könne für 499 Dänische Kronen (etwa 67 Euro) nach Bornholm kommen, rechnet Molslinjens Marketingdirektor, Jesper Skovgaard, vor. „Wir haben reichlich Platz auf dem Wagendeck der neuen Fracht- und Passagierfähre. Wir möchten sowohl die Strecke als auch Bornholm das ganze Jahr hindurch offenhalten, also testen wir diese Option.”

Trotz aller Geräumigkeit: An Ferienhauswechseltagen und in der Hochsaison wird die „Hammershus“ allein das Verkehrsaufkommen nicht abwickeln können. Dann werde die „Povl Anker“ als Reserveschiff eingesetzt, sagt Jesper Skovgaard. Die Kombi-Fähre hat schon für Færgen diesen Job erledigt. Im vergangenen Jahr hatte Molslinjen die Fähre gekauft und bis zur Übernahme des Bornholmverkehrs an den alten Eigentümer verchartert.

Molslinjen will die Bornholm-Rügen-Route künftig ganzjährig befahren und nicht mehr wie bisher von Ostern bis Oktober. Damit kommen auf dieser Strecke etwa 210 Abfahrten pro Jahr hinzu. Der neue Fahrplan schaffe Platz für knapp 200 000 zusätzliche Passagiere, kündigt Molslinjen an.Fahrgäste, die rund um den Stichtag des Reederei-Wechsels eine Passage planen, sollten beim Ticketkauf zwei Dinge beachten: Wer vor dem 1. September nach Bornholm reisen will, aber erst nach dem 1. September wieder zurück, muss für die Hinreise eine Einzelfahrkarte bei Færgen kaufen und für die Rückreise eine Einzelfahrkarte bei Bornholmslinjen. Mit dem Betreiberwechsel laufen zudem Angebote wie Færgen Bizz oder die Færgen-Karte ab.

Für Danske Færger A/S endet am 1. September eine Ära: Die Reederei hat seit 1866 alle Linien von und nach Bornholm betrieben. Das übernimmt nun Bornholmslinjen. Deren Muttergesellschaft Molslinjen hat kürzlich beim dänischen Kartellamt Interesse bekundet, den Mitbewerber komplett aufzukaufen. Damit würde das Unternehmen auch die vier innerdänischen Routen schlucken, die Færgen aktuell noch befährt. Der Antrag liege noch bei der Behörde, sagt Jesper Skovgaard.Ursprünglich hatte Færgen angekündigt, sich 2028 erneut um den Bornholmverkehr zu bewerben.

Bernstein Antje

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