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Grevesmühlen Erstretter-Gruppe für Boltenhagen
Mecklenburg Grevesmühlen Erstretter-Gruppe für Boltenhagen
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00:05 17.10.2017
Bei Übungen zeigten Mathias Hacker (2. v. l.) und die anderen First Responder bereits ihr Können bei medizinischen Notfällen. Quelle: Fotos: Frank Gabriel
Boltenhagen

Fast neun Monate hat eine zusätzliche Ausbildung für zwölf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Boltenhagen gedauert. Jetzt dürfen sich die Männer und eine Frau „First Responder“ nennen. Sie bilden demnächst eine spezielle Untereinheit der ehrenamtlichen Feuerwehr im Ostseebad, die bei medizinischen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens oder des Notarztes überbrücken kann.

Zwölf Feuerwehrleute wurden von Januar bis Oktober ausgebildet. Sie posierten mit den Zertifikaten und ihren Ausbildern.

Am Sonnabend haben die Feuerwehrleute die Zertifikate für ihre zusätzliche Ausbildung erhalten. „Jetzt fehlt uns noch ein Fahrzeug und die Einsatzkleidung“, sagt Mathias Hacker, der auch ausgebildet wurde und die First Responder-Einheit leiten wird. „Wir haben dafür dünnere Jacken und Hosen bestellt, mit denen wir deutlich als Feuerwehr erkennbar sind“, sagt Hacker. Ihm und seinen Mitstreitern ist es wichtig, nicht für Ärzte oder Rettungsassistenten gehalten zu werden. „Wir sind nicht der Rettungsdienst und wollen den auch nicht ersetzen“, sagt Mathias Hacker. Als Fahrzeug für die neue Gruppe soll ein Pkw angeschafft werden, in dem drei Feuerwehrleute und die Ausrüstung Platz finden.

Insgesamt 80 Stunden wurden die Feuerwehrleute von Karina Herzog, Ausbilderin beim Deutschen Roten Kreuz Nordwestmecklenburg, für ihre Arbeit als First Responder geschult. „Im April hatten wir nach 48 Einheiten schon den Status als Sanitätsdiensthelfer. Der Landesfeuerwehrverband will aber, dass 80 Stunden Ausbildung geleistet werden“, sagt Mathias Hacker zufrieden über die intensive Vorbereitung auf künftige Einsätze.

Die zusätzlich geschulten zwölf Feuerwehrleute können nun bei einem Notfall erste Untersuchungen und Maßnahmen einleiten. „Wir sind zum Beispiel berechtigt, Patienten mit einem bestimmten Gerät zu intubieren, damit sie beatmet werden können“, so Hacker. Außerdem können sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes den Blutdruck, die Sauerstoffsättigung und andere Vitalparameter messen und somit wichtige Informationen übergeben, die dann nicht mehr erfasst werden müssen. „Wenn jemand wiederbelebt werden muss, geht das selbstverständlich vor, als so ein Protokoll“, sagt Mathias Hacker.

In Boltenhagen könne es schnell vorkommen, dass der Rettungswagen aus Klütz, Grevesmühlen oder Wismar länger zum Einsatzort braucht. „Wenn zum Beispiel ein Notfall hier im Ostseebad ist, dann muss der Rettungswagen häufig noch eine Klinik anfahren. Das kann das Krankenhaus in Grevesmühlen, aber auch eine Klinik in Wismar oder Lübeck sein. Da braucht man auch schon mal eine Stunde. In der Zeit wäre der Rettungsdienst nicht verfügbar“, beschreibt Mathias Hacker. In dem Fall würden die First Responder ausrücken. „Wir wollen mit der Untereinheit vor allem das Ostseebad aber auch Teile des Klützer Winkels abdecken“, sagt Mathias Hacker. Das Ausrück-Gebiet werde jetzt noch mit der Leitstelle abgestimmt.

Viele unterschiedliche Szenarien mit möglichen Patienten wurden während der 80 Unterrichtsstunden durchgesprochen. Dabei ging es um Herzinfarkte oder die Wiederbelebung von Patienten vom Säuglings- bis zum Seniorenalter. Zudem haben die zwölf First Responder während der Ausbildung Praktika im Krankenhaus oder beim Rettungsdienst absolviert. „Einige waren auch bei der Berufsfeuerwehr Prenzlauer Berg mit eigenem Rettungsdienst“, sagt Mathias Hacker, der sich über das freiwillige Engagement seiner Mitstreiter freut.

Die neue First Responder-Einheit in Boltenhagen steht in engem Kontakt mit den bereits länger einsatzfähigen Gruppen der Feuerwehren in Dassow, Schönberg und Gadebusch. „Mit ihnen wollen wir uns weiterhin austauschen, auch gemeinsame Übungen wären eine Möglichkeit“, sagt Mathias Hacker.

Ehrenamtler gesucht

Heute Abend beginnt um 19.30 Uhr ein Informationsabend im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr

Boltenhagen, Weidenstieg 8, mit dem neue Mitglieder geworben

werden sollen.

In lockerer Runde stellen die

aktiven Feuerwehrleute ihre Arbeit im Dienst der Sicherheit der Mitbürger vor. „Ich würde mich freuen, nach dem Abend vielleicht neue

Mitglieder begrüßen zu dürfen“,

sagt Wehrführer Sebastian Hacker.

Malte Behnk

Zu einem Schülerzeitungs-Workshop wird unter dem Titel „Zukunftsredaktion“ vom 10. bis 12. November in Wismar eingeladen. Er findet im Filmbüro MV (Bürgermeister-Haupt-Straße 51-53) statt.

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