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Grevesmühlen FC Schönberg: Regionalliga bald vorbei?
Mecklenburg Grevesmühlen FC Schönberg: Regionalliga bald vorbei?
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00:01 29.03.2017
„Nach der Sitzung werden wir uns klar positionieren.“Wilfried Rohloff, Vereinsvorsitzender FC Schönberg
Schönberg

Wie geht es weiter mit dem FC Schönberg 95? Wo spielt die Fußballmannschaft aus Nordwestmecklenburg in der kommenden Saison? In der Regionalliga, in der Oberliga oder vielleicht noch tiefer?

Uwe Blaumann

Obwohl die Mannschaft von Trainer Axel Rietentiet mit 31 Punkten auf Rang zwölf der Regionalliga Nordost steht und bereits 17 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat, spricht im Moment vieles für einen Abschied aus der 4. Liga. Der Grund: Hauptsponsor Palmberg, einer der größten Büromöbelhersteller Europas, reduziert sein finanzielles Engagement deutlich. In der kommenden Saison will die Firma mit mehr als 500 Mitarbeitern und mehr als 90 Millionen Euro Umsatz (2016) nach OZ-Informationen nur noch 50000 Euro in den Verein investieren.

Stattdessen hat Palmberg sein Engagement beim Schweriner SC deutlich erweitert. Uwe Blaumann unterstützt seit Jahren den Volleyball in Schwerin. Seit 2016 trägt der mehrfache Deutsche Meister und Champions-League-Teilnehmer Schweriner SC den Namen Palmberg (SCC Palmberg Schwerin).

Überraschend kommt Blaumanns Entscheidung, seine finanzielle Hilfe für den FC 95 zu reduzieren, nicht. Bereits im vergangenen Jahr stand eine weitere Regionalliga-Saison zunächst auf der Kippe. Nach einer wochenlangen Hängepartie entschied sich Blaumann seinem „Herzensverein“ noch einmal unter die Arme zu greifen, unterstützte ihn mit insgesamt 250000 Euro. Der Hauptsponsor kündigte damals aber bereits an, sein Engagement in Zukunft deutlich zu reduzieren.

Wichtig ist dem Unternehmer nicht mehr die erste Männermannschaft, sondern vor allem der Nachwuchs im Verein. „Schönberg braucht keine Mannschaft in der 4. Liga“, hatte Blaumann mehr als einmal gesagt. Aus Sicht des Hauptsponsors reiche Verbandsliga-Fußball für die Größe der Stadt und den Verein völlig aus. Das sehen offenbar auch die Fans so. Durchschnittlich 200 bis 300 Zuschauer sehen sich die Regionalliga-Partien in Schönberg an. Eine Flutlichtanlage, wie vom Fußballverband gefordert, gibt es auch noch nicht. Und die Trainingsplätze reichen angesichts der zahlreichen Nachwuchsmannschaften in Schönberg nicht aus.

Um die vielen offenen Fragen über die Zukunft des Vereins zu beantworten, trifft sich der Vorstand morgen zu einer außerordentlichen Sitzung im Sportlerheim. Grund dafür ist vor allem die Frist des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Bis zum 6. April muss der siebenmalige Landespokalsieger die Unterlagen für die kommende Regionalligasaison einreichen. Laut Aussage von Vereinschef Wilfried Rohloff ist noch offen, wie sich die Vereinsführung entscheidet. „Nach der Sitzung werden wir uns positionieren“, kündigt er an. Wahrscheinlich ist, dass der FC 95 die Unterlagen für die 4. Liga erst einmal einreicht, um Zeit zu gewinnen. Bis zum 1. Juni kann der Verein die Meldung für eine weitere Regionalliga-Saison beim NOFV noch zurückziehen. Er hätte damit zwei Monate mehr Zeit, neue Sponsoren zu finden. Zurzeit sind es mehr als 100.

In dieser Saison steht dem FC 95 ein Etat von rund 500000 Euro zur Verfügung. Durch Blaumanns Rückzug fehlen dem Verein rund 200 000 Euro. Laut Rohloff ist in der Regionalliga ein Etat von mindestens 400000 Euro notwendig. „Wenn das überhaupt reicht.“ Klar ist also: Ohne die Hilfe von Palmberg wird es schwer für den FC Schönberg 95, ab Sommer weiterhin gegen Traditionsmannschaften wie den BFC Dynamo, Energie Cottbus und den 1. FC Lok Leipzig zu spielen. Gut möglich also, dass sich ab der kommenden Spielserie die Schönberger dauerhaft aus der Regionalliga Nordost verabschieden.

Steffen Oldörp

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