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Fahrradtour führt ins ehemalige Grenzgebiet

Grevesmühlen/Groß Schwansee Fahrradtour führt ins ehemalige Grenzgebiet

Wenige Tage vor Kriegsende starben auf den Schiffen „„Cap Arcona““ und „„Thielbeck““ 7000 Menschen. Um der Opfer zu gedenken, starteten am Wochenende 115 Fahrradfahrer. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) schickte die Teilnehmer auf die Tour nach Groß Schwansee.

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Landrätin Kerstin Weiss und Hugo Rübesamen durchschneiden das Start-Band der Cap-Arcona-Gedenktour an der Malzfabrik in Grevesmühlen.

Grevesmühlen/Groß Schwansee. „Ein Ende des Erinnerns darf es niemals geben“, erklärte Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) am Sonnabend an der Cap-Arcona-Gedenkstätte in Grevesmühlen. Es war eine Mahnung, niemals zu vergessen, dass wenige Tage vor Kriegsende am 3. Mai 1945 auf den Schiffen „Cap Arcona“ und „Thielbeck“ 7000 Menschen eines qualvollen Todes starben. Ihre Rede war der Auftakt der elften Cap-Arcona-Gedenktour, an der 115 Fahrer teilnahmen.

OZ-Bild

Wenige Tage vor Kriegsende starben auf den Schiffen „„Cap Arcona““ und „„Thielbeck““ 7000 Menschen. Um der Opfer zu gedenken, starteten am Wochenende 115 Fahrradfahrer. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) schickte die Teilnehmer auf die Tour nach Groß Schwansee.

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Die Landrätin war es auch, die nach einer Runde durch die ehemalige Kreisstadt zusammen mit dem Organisationsleiter Hugo Rübesamen von der Malzfabrik aus die Teilnehmer auf die Tour nach Groß

Schwansee schickte. Er sprach davon, dass diese auf ihrer Fahrt neben der Erinnerung an diese Tragödie auch ein Bekenntnis abgeben.

Den Opfern zu gedenken, das hatten sich die Teilnehmer auf ihre Fahnen geschrieben. „Das ist das Ziel, weshalb wir seit mehreren Jahren mitmachen“, meinte zum Beispiel Gabriela Kunert-Baarss. Die 57-Jährige gehörte einer Gruppe des ADFC Wismar an, die am Morgen vom Rathaus in der Hansestadt gestartet war. Mit der An- und Abreise hatten sie am Ende des Tages gut 100 Kilometer in den Beinen.

Das störte sie aber nicht. „Denn diese Tour hat Tradition“, so Jürgen Engelbrecht (65).

„1227 Kilometer bin ich in diesem Jahr schon gefahren“, erzählte Günter Koop stolz vor dem Start zur Cap-Arcona-Gedenktour. Der 83-Jährige war der älteste Teilnehmer, kam schon von seinem Wohnort Upahl mit dem Fahrrad und wollte von Groß Schwansee aus noch weiter zu seiner Tochter nach Klütz fahren. Das Wetter – ein etwas bedeckter Himmel, wenig Wind und Temperaturen um die zehn Grad – war in seinen Augen ideal, um die Fahrt durch die reizvolle mecklenburgische Landschaft in vollen Zügen zu genießen.

„Es war eine tolle Tour“, meinten Sören Michael (49) und seine Tochter Marie (26), als sie in Groß Schwansee die vom Schlossgut spendierte und von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kalkhorst ausgegebene Gulaschsuppe zu sich nahmen. Die beiden aus Grevesmühlen und der Mallentiner Siegfried Schnell (68) lobten vor allem die gute Organisation der Fahrt. „Das ist für uns das schönste Lob“, freute sich Rübesamen. Möglich sei das alles aber nur im Zusammenwirken mit dem Landkreis, dem Förderkreis Cap-Arcona-Gedenken, dem Kreissportbund sowie der Gemeinde Kalkhorst und dem Schlossgut Groß

Schwansee. Gemeinsam hätten sie wieder einmal zum Gelingen der Tour beigetragen.

Zufrieden war Rübesamen ebenfalls mit der Teilnehmerzahl. Unter ihnen befand sich auch Nordwestmecklenburgs stellvertretender Landrat Mathias Diederich. Er nahm zum ersten Mal an der Tour teil und schrieb sich wie die anderen Akteure am Gedenkort in Groß Schwansee in das Ehrenbuch ein. Außerdem legte er zusammen mit dem Klützer Amtsvorsteher Gerhard Rappen (CDU), Sven Schiffner vom Förderkreis Cap-Arcona-Gedenken und Hugo Rübesamen am Birkenkreuz ein Blumengebinde nieder. 2006 war in Groß Schwansee wieder ein Gedenkort eingerichtet worden, nachdem dieser in den 1950er Jahren aufgrund der damaligen Grenznähe aufgelöst worden war. Die über 400 Toten der Schiffskatastrophe, die damals hier ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten, waren daraufhin nach Grevesmühlen umgebettet worden.

Dirk Hoffmann

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