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Grevesmühlen Falscher Polizist betrügt Wismarer Rentnerin
Mecklenburg Grevesmühlen Falscher Polizist betrügt Wismarer Rentnerin
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00:00 18.04.2013
Quelle: privat
Grevesmühlen

Das war richtig dreist: In Wismar hat ein falscher Polizist eine ältere Dame bestohlen, nachdem er sich als Beamter der Kripo ausgegeben hatte. Wie die (richtige) Polizei in Wismar gestern mitteilte, war die Frau in ihre Wohnung in der Bürgermeister-Haupt-Straße nach einem Einkauf zurückgekehrt. Dort stand plötzlich ein Mann hinter ihr, der sich als Kripo-Beamter ausgab und ihr erklärte, dass in ihre Wohnung eingebrochen worden sei. Sie möge doch bitte einmal nachsehen, was gestohlen worden sei. Vor allem sollte sie kontrollieren, ob ihr Bargeld noch in der Wohnung sei. Zuvor hatte der Mann einen Dienstausweis vorgezeigt, oder zumindest etwas, das für den Laien danach aussah.

Um die Geschichte glaubwürdig erscheinen zu lassen, erklärte der Täter der ahnungslosen Frau, dass die Polizei die jugendlichen Einbrecher festgenommen hätte. Bei den Tätern habe man Bargeld und einen Zettel mit ihrer Adresse gefunden. Daher müsse er nun kontrollieren, was an der Sache dran sei. Bei der Begehung der Wohnung tat der Mann so, als sei dort wirklich eingebrochen worden und verunsicherte die Frau noch mehr. Nach einer Weile erkundigte sich der Mann, ob sie Bargeld in der Wohnung habe — was er anschließend von der Wohnungsinhaberin unbemerkt mitgehen ließ.

Erst später bemerkte die geschockte Frau, was sich wirklich in ihrer Wohnung abgespielt hatte. Sie alarmierte die Polizei, die nun nach dem Mann sucht. Der Täter ist etwa 50 Jahre alt und 1,75 Meter groß.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor ihren falschen Doppelgängern. Denn auch wenn der Wismarer Fall eher die Ausnahme in der Region ist, ein Einzelfall ist es nicht. Immer wieder versuchen Betrüger, unter dem Deckmantel der Polizei an das Geld ihrer Opfer zu gelangen.

Wobei nicht nur Polizeiuniformen der Mittel zum Zweck sind. So gab es in Grevesmühlen vor einigen Jahren auch einen Fall, in dem ein Mediziner ohne Abschluss praktizierte. Die Sache flog auf und wurde damals ohne großes Aufsehen bereinigt. Der falsche Doktor wurde aus dem Dienst entfernt und die Sache nicht weiter publik gemacht.

Information: Heute findet in der Zeit von 10 Uhr bis 16 Uhr der Senioren-Sicherheitstag im Foyer der Mehrzweckhalle Wismar in der Bgm.-Haupt-Str. statt. Dabei geht es unter anderem darum, wie sich ältere Menschen schützen können.

Hilfssheriff in Norddeutschland
Nico G., umtriebiger Hobby-Polizist aus Hamburg, hat jetzt mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg die Nachbarregion Nordwestmecklenburgs für sich entdeckt — und vor wenigen Tagen in Geesthacht Geräte zur Geschwindigkeitsmessung getestet.

Gemeinsam mit einem Freund hatte G. in Höhe des Mischwerks am Unteren Schleusenkanal Position. Am linken Außenspiegel ihres VW Passat befestigten sie eine kleine Videokamera, die mit einem Laptop verbunden war. Darauf läuft eine Software, die mit Hilfe von Querstreifen im Videobild und der Zeit, die ein vorbei fahrendes Auto benötigt, diese Streifen zu passieren, die gefahrene Geschwindigkeit berechnet. Mit ähnlichen Systemen arbeitet auch die Polizei bei der Verkehrsüberwachung. Doch Nico G. und sein Kumpel betätigten sich als selbst ernannte Hilfssheriffs.

„Das ist nicht verboten, aber völlig überflüssig“, kommentierte Geesthachts Polizeichef Thomas Specht den Vorfall. Zuhause, berichtete Nico G., habe er eine Reihe von Uniformen, doch die dürfe er nur zum Fasching tragen. Alles andere sei Amtsanmaßung — und die ist verboten.

Solange der 36-Jährige mit seinen „Kontrollen“ den Verkehr nicht beeinträchtigt, sind der Polizei die Hände gebunden. Den Beamten, die ihn in Geesthacht überprüften, erklärte Nico G., dass er als Wachmann auf einem Sylter Campingplatz arbeite. Weil die Gäste dort oft viel zu schnell über das Gelände fahren würden, teste er jetzt seine Messtechnik, um sie dort einsetzen zu können. tja

Adel verpflichtet — aber nicht zur Wahrheit
Mehrere Monate hat ein Baron aus der Nähe von Grevesmühlen das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Der heute 61-Jährige hatte sich vor einigen Jahren vor Gericht verantworten müssen, weil er Gäste seines Landhotels in Pieverstorf beleidigt hatte. Im Rahmen der Beweisführung hatte er auf die Frage nach seinem Namen einen Doktor- und einen Diplomtitel angegeben.

Die Staatsanwaltschaft hakte nach und stellte nach einem ziemlich aufwendigen Ermittlungsverfahren fest, dass Baron von der R.-C. weder promoviert noch studiert hatte. So wurde er zu 1800 Euro wegen Titelmissbrauchs verurteilt.

Der Baron darf sich somit weder Doktor der Philosophie noch Diplomkaufmann nennen. Beides hatte er jahrelang getan. Eine Nachfrage an der Universität der Hansestadt ergab, dass dort weder ein Baron von der R.-C. noch ein Kay Uwe S., wie der adoptierte Baron mit Geburtsnamen hieß, jemals registriert worden war. Der Beschuldigte selbst äußerte sich im Laufe des Verfahrens, das sich über zwei Jahre hinzog, nur sehr verhalten zu den Vorwürfen. Inzwischen hat der mehrfach vorbestrafte Adlige die Titel von seinen aktuellen Internetseiten entfernt. Allerdings taucht sein Doktortitel nach wie vor in diversen älteren Interneteinträge auf, die im Zusammenhang mit seiner Vermögens- und Verwaltungs- GmbH stehen. M. Prochnow

Michael Prochnow

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