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Fast wahnsinnige Genies

Wismar Fast wahnsinnige Genies

Heinz Behrens und Heinz Rennhack vor 270 Gästen

Wismar. Heinz Rennhack (79) und Heinz Behrens (84) versüßten mit ihrer aberwitzigen Komödie „Zwei Genies am Rande des Wahnsinns“ ihren Wismarer Theatergästen den Sonntagnachmittag. 270 Besucher waren gekommen, um die Vorstellung des Duos mitzuerleben. Die Geschichte erzählt von einer Probe – der (ehemals) hoch dotierte Staatsschauspieler Maximilian von Rausch (Behrens) trifft auf den Kleinkünstler Bertholt-Balduin Schmiddt (Rennhack). „Schmiddt mit ddt, wie das Pflanzenschutzmittel!“

Beide Männer haben ein pekuniäres Problem: überfällige Mieten, unbezahlte Krankenkassenbeiträge. Der edel im schwarzen Anzug gekleidete von Rausch – der Name ist eine Anspielung auf seine Wunderwaffe, „Goethes Rache“ mit 80 Umdrehungen – wettert über die Schauspieler von heute: „Das Fernsehen wird überschwemmt mit Schauspielern, die kein Schultheaterwettbewerb überstehen würden.“ Und „Abfall in der Kloake des Schöpferischen.“

Deutliche Worte von einem Mann, der seine Nische als Schauspieler auf Trauerfeiern, als „Trauertragöde“ gefunden hat. Und der trifft auf den Schmiddt – mit -ddt. Den Komiker, der mit seinem schiefen Gesang vor dem Haus eines Schuldner schon überfällige Gage eingefordert hat. Der mit dem Handy am Ohr pausenlos versucht, seinen Agenten an die Strippe zu kriegen. Aber, Pech gehabt: Funkloch.

„Wismar ist eine Hansestadt, jede Hansestadt sollte mindestens einen Strich haben“, so sein Wortspiel.

Die beiden Querköpfe sollen gemeinsam ein Programm erarbeiten. Von Rausch denkt, dass sie damit auf einer Beerdigung auftreten sollen, Schmiddt, dass es sich um einen Auftritt auf einer Hochzeitsfeier handelt. Dieser Stoff gibt reichlich Anlass für Missverständnisse auf der Bühne – Missverständnisse hoch drei, angereichert durch die Marotten der beiden Kontrahenten. Von Rausch wird spontan taub beim Singen und erträgt sein Leben nur noch mit Alkohol und Nikotin. Wenn er sich ärgert, beginnt ein Bein unkontrolliert zu zucken. Normalerweise hilft da immer der Biss des Nachbarhundes in selbiges. Schmiddt kann super beißen, verwandelt sich mit Alkohol und Nikotin aber in andere Persönlichkeiten, spricht mal als Hitler, mal als Honecker.

Viel Klamauk, viel Slapstick, der dem Können und Renommee der altbekannten Schauspieler und DDR-Fernsehstars vielleicht nicht immer gerecht wird. Rennhack gibt mit Wischmopp und Tischdecke Shakespeares Julia, Behrens versorgt unten ohne seine Bissspuren an den Beinen. Nach eineinhalb Stunden mit zahlreichen Lachern gab es Applaus und stehende Ovationen von den Theatergästen.

Nicole Hollatz

OZ

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