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Fertige A 226 kann nicht befahren werden

Lübeck/Kiel Fertige A 226 kann nicht befahren werden

Sanierung vorzeitig abgeschlossen, aber eine Einfädelung des Verkehrs auf die A 1 ist nicht möglich

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Lübeck/Kiel. Nach fast sechsmonatiger Bauzeit sind 1,6 Kilometer der A 226 grundsaniert, die Fahrbahnmarkierungen sind aufgetragen, die Leitplanken installiert – doch für den Verkehr freigegeben wird das Teilstück zwischen Lübeck-Dänischburg und dem Autobahndreieck Bad Schwartau nicht.

 

OZ-Bild

Wo die A 226 auf die A 1 Richtung Süden trifft (hinten), wird es eng: Einfädelung unmöglich.

Der Verkehr aus Richtung Travemünde wird weiterhin in Dänischburg von der Autobahn abgeleitet und bei Sereetz (Kreis Ostholstein) auf die A 1 Richtung Süden geführt. Vor der Zwangsabfahrt in Dänischburg kommt es täglich zu kilometerlangen Staus, insbesondere wenn die großen Fähren am Travemünder Skandinavienkai mit ihren Lastwagen eingetroffen sind. Wiederholt waren Lkw ungebremst ins Stauende gerast.

Grund für die hinausgezögerte Freigabe: Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr hält es verkehrstechnisch für zu gefährlich, die A 226 in die Baustelle auf der A 1 einmünden zu lassen, zumal ausgerechnet in einem Verschwenkungsbereich. Denn derzeit wird der Verkehr Richtung Puttgarden über die Richtungsfahrbahn Hamburg geführt. Aufgrund dieser verengten 4+0-Führung steht die Standspur Richtung Süden nicht zum Einfädeln des Verkehrs von der A 226 zur Verfügung. „Wir würden sonst sehenden Auges einen Unfallschwerpunkt produzieren“, bittet Landesstraßenbauamtsleiter Jens Sommerburg um Verständnis. Außerdem seien die Lärmschutzwände im Bereich Sereetz noch im Bau, so dass die dort tätigen Mitarbeiter der Baufirma einen gewissen Platzbedarf haben, so die Begründung.

Autofahrer quälen sich derzeit zwischen den A-1-Anschlussstellen Sereetz und Lübeck-Zentrum durch verengte Fahrbahnen. „Es bleibt also für die A 226 beim ursprünglichen Fertigstellungstermin 1.

Dezember“, teilte ein Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums auf Anfrage mit.

„Ein ärgerlicher Vorgang“, sagt Schleswig-Holsteins ADAC-Vorsitzender Stefan Schwarz. Die Erklärung der Behörde sei jedoch plausibel. Derzeit ballten sich die Bauarbeiten, vor allem im Großraum Lübeck. „Die Versäumnisse der Vergangenheit holen uns jetzt ein“, beklagt Schwarz. Zwei benachbarte Baustellen seien unglücklich. „Wir brauchen ein vernünftiges Baustellenmanagement, eine bessere Abstimmung.“ Die Gesamtkosten für die Grundsanierung der A 1 und der A 226 belaufen sich inklusive der Lärmschutzwände auf 68,2 Millionen Euro. Die knapp fünf Kilometer lange Baustelle auf der A 1 soll nach Angaben des Landesstraßenbauamts bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. Anschließend wird die Autobahn weiter nördlich zur Großbaustelle: Dann wird zwischen den Neustädter Anschlussstellen und zwischen Lensahn und Oldenburg-Süd die Fahrbahndecke erneuert.

C. Tönnemann

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