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Feuer im Pferdestall: 17-Jähriger als Täter angeklagt

Grevesmühlen Feuer im Pferdestall: 17-Jähriger als Täter angeklagt

Die Polizei hat nach zwei Jahren einen Tatverdächtigen ermittelt, der für den Brand im April 2014 in Grevesmühlen verantwortlich sein soll / Vier Pferde starben dabei

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Am Tag nach dem Feuer am 10. April 2014 sind die Folgen des Brandes deutlich zu sehen.

Quelle: Cornelia Roxin

Grevesmühlen. Für die Besitzer der vier Pferde, die im April 2014 bei dem verheerenden Brand in einem Stall am Grevesmühlener Tannenberg qualvoll verendeten, sind die seelischen Wunden immer noch nicht vernarbt. Aber zumindest sind die Ermittlungsbehörden einen Schritt weiter. Gegen einen Tatverdächtigen hat die Staatsanwaltschaft Schwerin inzwischen Anklage erhoben. Es handelt sich dabei um einen Jugendlichen, der seit geraumer Zeit im Visier der Kriminalpolizei steht. Er soll ein Video des brennenden Stalls auf seinem Handy gehabt haben – zu sehen sind dort Szenen des brennenden Stalls zu einer Zeit, als noch keine Rettungskräfte vor Ort waren.

OZ-Bild

Die Polizei hat nach zwei Jahren einen Tatverdächtigen ermittelt, der für den Brand im April 2014 in Grevesmühlen verantwortlich sein soll / Vier Pferde starben dabei

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Wie Stefan Urbanek, Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft bestätigte, ist ein 17-Jähriger wegen des Verdachts der Brandstiftung sowie des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor dem Jugendschöffengericht Wismar angeklagt worden. Am 10. April soll er gemeinsam mit einem bislang noch unbekannten Mittäter gegen 2 Uhr den Pferdestall in Grevesmühlen angezündet zu haben. Der entstandene Sachschaden beträgt laut Staatsanwaltschaft mindestens 50000 Euro. Der Angeschuldigte bestreitet die Tat.

Gegen eine weitere Person wird in diesem Zusammenhang ebenfalls ermittelt. Konkrete Angaben wollte die Schweriner Staatsanwaltschaft dazu nicht machen.

Nach OZ-Informationen handelt es sich dabei um eine junge Frau aus Grevesmühlen, die von diesem Video Kenntnis hat. In welchem Zusammenhang sie zu dem möglichen Täter steht, ist derzeit noch unklar.

Das sollen die weiteren Ermittlungen ergeben.

Für die Pferdehalter, die ihre Tiere bei dem Brand verloren haben, ist der Ermittlungserfolg zumindest ein kleiner Schritt, um das Erlebte zu verarbeiten. Dennoch herrscht nach wie vor Unverständnis über die Tat. Eine Erklärung dafür könnte es möglicherweise im Rahmen der Gerichtsverhandlung geben, einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Dass die Ermittlungen sich über zwei Jahren hinzogen, ist bei Brandstiftungsfällen nicht ungewöhnlich. Ähnlich lange dauerte es beispielsweise, bis die Täter ermittelt wurden, die den Speicher am Grevesmühlener Bahnhof im November 2007 angezündet hatten. Vier Jugendliche wurden damals ermittelt, ein 17-Jähriger erhielt Ende 2009 eine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen schwerer Brandstiftung.

Im Falle des Pferdestalls gab es zwar unmittelbar nach dem Brand zahlreiche Hinweise, jedoch gab es keine Spuren und keine konkreten Beweise. Da sich das Feuer auf der Rückseite des Stalls, an der sich die Pferdeboxen befanden, ausbreitete, wurden die Flammen auch erst spät bemerkt. Die Feuerwehrleute konnten die Tiere nicht mehr retten. Spuren gab es nach den Löscharbeiten nicht mehr am Tatort. So blieb den Ermittlern nur die Hoffnung auf konkrete Hinweise, die betroffenen Pferdebesitzer hatten inzwischen die Belohnung für sachdienliche Hinweise auf 10000 Euro erhöht.

Auf die entscheidende Spur brachte die Polizei das Handyvideo, das sie auf dem Mobiltelefon des Angeklagten fanden. Die Szenen, die dort zu sehen sind, waren unmittelbar nach der Tat entstanden. Die Aufnahmen können nur vom Täter oder von einem direkten Zeugen gemacht worden sein.

Der 17-jährige Angeklagte streitet nach wie vor die Tat ab. Das bedeutet für die Verhandlung eine aufwendige Beweisaufnahme, um zu klären, ob er die Tat begangen hat oder nicht.

Diese Fälle sind noch immer ungeklärt

Die Kriminalpolizei ermittelt noch in mehreren Brandfällen aus der Region. So gibt es bislang immer noch keinen Hinweis darauf, wer die Scheune der Familie Lohmeyer in Jamel im vergangenen Sommer – eine Woche vor Beginn des Festivals im Ort– angezündet hat. Die Polizei richtete die ersten Ermittlungen ausschließlich in Richtung der rechten Szene, später, nachdem Familie Lohmeyer eine Liste mit Namen an die Ermittler übergeben hatten, gerieten auch Lokalpolitiker und Mitglieder des Landtages ins Visier der Polizei. Inzwischen wurde die Sonderermittlungsgruppe aufgelöst, die diesen Fall betreute.

Rätselraten herrscht auch noch bei der Ursache für den Großbrand auf dem Recyclinghof in Neu Degtow bei Grevesmühlen. Im Frühsommer vergangenen Jahres brauchten die Feuerwehren der Region mehrere Tage, um den brennenden Müll auf der Umschlagstation zu löschen. Die Fahndung nach dem Täter läuft nach wie vor.

Michael Prochnow

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