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Grevesmühlen Fit wie ein Turnschuh

Alle zwei Wochen nimmt der SV Blau-Weiß am Tannenbergsportplatz in Grevesmühlen die Prüfungen für das Sportabzeichen ab / Doch statt Prüfungsstress gibt es entspanntes Training und Sport in der Gruppe

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Claudia Drebenstedt beim Kugelstoßen für das Deutsche Sportabzeichen, Tanja Baumann und Doris Neitzel schauen zu.

Grevesmühlen. Das Sportabzeichen? Das gab es doch mal in der Schule, früher. Jede Menge Prüfungen, am Ende gab’s ein Abzeichen für die Trainingsjacke. Fertig, aus. Warum sollte man so etwas noch einmal in seinem Leben wiederholen? „Weil es Spaß macht“, sagt Doris Neitzel. Die Mitarbeiterin der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest aus Grevesmühlen ist mit ihren Kolleginnen seit drei Jahren regelmäßiger Gast bei Robert Siemund, Leichtathletik-Trainer von Blau-Weiß und zuständig für das Sportabzeichen. Alle 14 Tage jeweils montags von 18.30 bis 20 Uhr können hier die einzelnen Prüfungen abgelegt werden. Das Sparkassen-Team ist seit drei Jahren mit dabei. Anfangs, im Jahr 2013, noch in Wismar, seit das Angebot in Grevesmühlen steht, sind die Kolleginnen alle 14 Tage am Tannenberg. Die Prüfungen haben die Frauen schon mehrfach abgelegt. Das goldene Abzeichen ist allerdings Nebensache. „Es macht Spaß, zusammen in der Gruppe Sport zu treiben, das Training ist entspannt und Robert Siemund jemand, der sich Zeit nimmt für uns.“

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Alle zwei Wochen nimmt der SV Blau-Weiß am Tannenbergsportplatz in Grevesmühlen die Prüfungen für das Sportabzeichen ab / Doch statt Prüfungsstress gibt es entspanntes Training und Sport in der Gruppe

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Der 30-jährige Trainer nimmt sich in der Tat viel Zeit. „Natürlich könnten wir einen Tag anbieten, an dem alle Prüfungen abgenommen werden, aber das ist Stress. Viel sinnvoller ist es, dass wir uns jedes Mal ein, zwei Disziplinen vornehmen und das vernünftig machen.“ Dieses „vernünftig machen“ beginnt mit einer ausführlichen Erwärmung, geht über die Erklärung technischer Details bei den einzelnen Disziplinen bis hin zur individuellen Betreuung der Teilnehmer. „Es spielt keine Rolle, wie sportlich jemand ist. Wichtig ist, dass man sich konzentriert und im Rahmen seiner Möglichkeiten den Wettkampf bestreitet“, erklärt der Experte in ruhigem Ton. Neben dem Sparkassen-Team gibt es einige andere „Stammgäste“, die regelmäßig bei Robert Siemund vorbeischauen. Eine Familie mit zwei Kindern ist unter anderem dabei.

Dabei geht es weniger um die Höchstleistungen, sondern um die Bewegung in der Gemeinschaft. „Sport treiben einige von uns“, erklärt Doris Neitzel. „Aber das ist eben eine coole Truppe.“ Dass ausgerechnet die Mitarbeiterinnen der Sparkasse so zahlreich vertreten sind, ist kein Zufall. In der Vergangenheit lobte das Unternehmen Prämien aus für jene Kollegen, die sich selbstständig fit halten. Wie Doris Neitzel erklärt, gab es ein Punktesystem für die verschiedenen Aktivitäten. „Am Ende gab es Prämien, wenn man eine bestimmte Punktzahl erreicht hat.“ Inzwischen überwiegt bei den Frauen allerdings der Ehrgeiz, die Herausforderung anzunehmen. Sport treiben sie auch ohne Punktesystem. Claudia Drebenstedt nutzt die Laufwege um den Vielbecker See, Doris Neitzel hat ein Trampolin zu Hause, Tanja Baumann setzt auf die Bewegung in der Gruppe bei den Angeboten am Tannenberg.

Für Robert Siemund sind die Frauen der Sparkasse ebenso wie die anderen Teilnehmer, die mehr oder weniger regelmäßig zum Sportplatz kommen, eine willkommene Abwechslung zum Trainingsalltag mit dem Leichtathletik-Nachwuchs.

„Die Nachfrage steigt, das ist zu sehen, aber es hält sich noch in Grenzen“, erklärt der 30-Jährige. Alle 14 Tage anderthalb Stunden anzubieten, reiche derzeit aus.

Neben Grevesmühlen können Interessierte das Sportabzeichen auch in Neukloster und Wismar ablegen. In Wismar läuft der Sportabzeichentreff bereits seit 13 Jahren erfolgreich. Auch in diesem Jahr wird das Angebot gut angenommen, derzeit sind es rund 20 Sportler und Sportlerinnen. Hierbei sind vor allem Mitarbeiter der Wismarer Werkstätten verstärkt vertreten. Wer sein Sportabzeichen in Wismar erwerben möchte, kann dies noch bis zum 5. Oktober jeden Mittwoch in der Zeit von 18 Uhr bis 19.30 Uhr tun. Trainiert wird auf dem PSV-Sportplatz in Wendorf. Zuständige Trainer sind dort Andreas Mücke und Oskar Männer. Den für das Sportabzeichen benötigten Schwimmnachweis kann man entweder am Mittwoch, 12. Oktober, um 18 Uhr im Wonnemar Wismar bekommen oder jederzeit im Grevesmühlener Freibad am Ploggensee. Hierzu ist eine Nachfrage bei einem Rettungsschwimmer erforderlich.

Was muss ich tun, um das Sportabzeichen zu erhalten?

Das Sportabzeichen wird mit den Leistungsstufen Bronze, Silber und Gold vergeben. Um es zu bekommen, müssen alle erbrachten Leistungen mindestens auf der Leistungsstufe Bronze erbracht werden. Zusätzlich ist ein Nachweis für die Schwimmfertigkeit erforderlich. Es gibt vier verschiedene Kategorien: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Aus diesen Kategorien können sich die Teilnehmer jeweils eine Disziplin aussuchen.

Die Disziplinen in der Kategorie Ausdauer sind der 3000-Meter-Lauf, der 10-Kilometer- Lauf, 7,5 Kilometer Walking oder Nordic Walking, Schwimmen (800 Meter, ab 40 Jahre 400 Meter und ab einem Alter von 75 Jahren 200 Meter) und 20 Kilometer Radfahren. Zur Kategorie Kraft gehören: Medizinball-Stoßen, Kugelstoßen, Steinstoßen, Standweitsprung und Geräteturnen (Reck, Boden, Barren). In die Kategorie Schnelligkeit gehören: Laufen (100 Meter, ab einem Alter von 40 Jahren 50 Meter und ab einem Alter von 75 Jahren 30 Meter), 25 Meter Schwimmen, 200 Meter Radfahren und Geräteturnen ( Sprung, Boden). Die vierte Kategorie ist die Koordination . Dazu gehören die Disziplinen Hochsprung, Weitsprung, Schleuderball (1 Kilogramm), Seilspringen und Geräteturnen (Boden, Ringe, Reck).

Zu jeder Disziplin gibt es Richtwerte, die für Gold, Silber oder Bronze erbracht werden müssen. Diese sind bei den Erwachsenen in Altersklassen hauptsächlich im Rhythmus von vier Jahren gestaffelt. Ein Beispiel: Ein 27-Jähriger ist der Altersklasse 25 bis 29 zugeordnet. Um in der Disziplin Medizinball-Stoßen Gold zu erreichen, müsste er 11,75 Meter weit stoßen, für Silber muss eine Leistung von 10,75 Meter erbracht werden und für Bronze 9,75 Meter. Ein 53-jähriger (Altersklasse 50 bis 54) muss in derselben Disziplin nur noch 10,25 Meter weit stoßen, um Gold zu erreichen, 8,50 Meter für Silber und 6,50 Meter für Bronze. Die Gesamtleistung wird wie folgt berechnet: Erreicht man in einer Disziplin Bronze, erhält man einen Punkt, erreicht man Silber bekommt man zwei Punkte und für Gold drei. Das Sportabzeichen in Bronze erhält man bei vier bis sieben Punkten, Silber mit acht bis zehn Punkten und Gold mit elf bis maximal zwölf Punkten. Das Sportabzeichen gibt es auch für Kinder- und Jugendliche ab sechs Jahre.

Michael Prochnow

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