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Grevesmühlen Flüchtlingshelfer fordern Rückhalt
Mecklenburg Grevesmühlen Flüchtlingshelfer fordern Rückhalt
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07:48 17.03.2017
Behörden-Mitarbeiter wie Frank Brinker (Mitte) vom Landkreis standen den ehrenamtlichen Helfern Rede und Antwort. Quelle: Foto: Annett Meinke
Grevesmühlen

Mehr Hilfe von den Behörden und eine bessere Koordinierung, das fordern unter anderem die Ehrenamtler in Nordwestmecklenburg, die sich um die verbliebenen Flüchtlinge im Landkreis kümmern. Das wurde auf einer Tagung in der Malzfabrik in Grevesmühlen deutlich. Dort trafen sich ehrenamtliche Helfer und Vertreter der Behörden, um über die aktuelle Situation und die Probleme zu sprechen.

„496 Asylbewerber befinden sich derzeit in Nordwestmecklenburg“, erklärte Frank Brinker, Fachdienstleiter Soziales der Kreisverwaltung. „56 Menschen leben mit einer Duldung hier, bedeutet, ihr Asylantrag wurde abgelehnt, sie wurden aber noch nicht abgeschoben. Außerdem gibt es 766 anerkannte Flüchtlinge per Stand vom 28. Februar.“

Brinker informierte die anwesenden Ehrenamtler – die sich in Wismar, Grevesmühlen, Schönberg, Gadebusch und den Dörfern um Flüchtlinge kümmern – unter anderem Norbert Koschmieder und Ulla Hardt vom Flüchtlingshilfeverein bleib.mensch – darüber, dass von den ehemals vom Landkreis in Spitzenzeiten insgesamt 323 für Flüchtlinge zur Verfügung gestellten Wohnungen bis zum 1. Mai nur noch 27 Wohnungen übrig bleiben werden. Die anderen wurden und werden gekündigt. Probleme, die die Ehrenamtler aufs Korn nahmen, betrafen unter anderem die Ansprechpartner für bereits anerkannte Flüchtlinge – insbesondere bei Familiennachzug sollen große Probleme bestehen.

Ulla Hardt von bleib.mensch bemängelte: „Wir sind immer noch mit den Dingen beschäftigt, für die es eigentlich Leute vom Amt geben sollte. Melden Kinder in Schulen an, kümmern uns darum, anerkannten Flüchtlingen bei der Suche nach einer Berufsausbildung behilflich zu sein.“

Nils Voderberg von der Arbeitsagentur wies daraufhin, dass jeder anerkannte Flüchtling in der Agentur seinen Ansprechpartner und Vermittler hat, dass es zudem Integrationslotsen gibt, die sich speziell um dieses Klientel kümmern.

An manchen Frauen mit kleinen Kindern, wurde auf der Konferenz von ehrenamtlichen Betreuern bekanntgegeben, gehen Integrationsmaßnahmen wie Deutschkurse allerdings vollkommen vorbei, weil es keine Kinderbetreuung für ihre Babys gibt. Manche dieser Frauen sollen sich bereits seit zwei Jahren im Landkreis aufhalten und noch immer keinen Sprachkurs besucht haben. Von Integration kann in solchen Fällen keine Rede sein, mahnten die Ehrenamtler an.

Brinker betonte, dass weitere Stellen im Landkreis für die Betreuung von anerkannten Flüchtlingen geschaffen werden „mit Hilfe externer Dienstleister. Dafür hat der Kreistag 99146 Euro eingeplant.“

Annett Meinke

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