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Grevesmühlen Flüchtlingshilfe: Betreuung gefährdet
Mecklenburg Grevesmühlen Flüchtlingshilfe: Betreuung gefährdet
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00:00 14.02.2017

Helfen, begleiten, beraten, das sind die Aufgaben der Integrationslotsen im Landkreis Nordwestmecklenburg. Im Juni 2015 noch zu dritt angefangen, arbeiten mittlerweile vier Mitarbeiter auf insgesamt 2,5 Stellen für den Regionalen Integrationsservice (RIS). Koordiniert werden diese Stellen vom Awo Kreisverband, dem Landkreis und dem Jobcenter. Ende Mai beziehungsweise Mitte Juni laufen diese Stellen nun aus, der Kreistag wird entscheiden, ob es künftig weitergeht. Der Ausschuss für Soziales, Familie und Gesundheit hat sich bereits für eine Fortführung der Stellen ausgesprochen. Mitarbeiter des RIS haben den Ausschussmitgliedern in der vergangenen Sitzung einen Überblick über ihre bisherige Arbeit und die Perspektiven gegeben.

„Wichtig ist zu sagen, dass wir im rechtlichen Sinne keine Betreuer sind, wir begleiten und beraten die anerkannten Flüchtlinge“, erklärt Awo-Geschäftsführer Matthias Koch. „Und damit wollen wir gern weitermachen.“ Denn würde ihre Arbeit abrupt enden, würde das viel Vorarbeit kaputt machen.

Die Arbeitsfelder der Integrationslotsen teilen sich auf in Erstorientierung, Koordinierung und Unterstützung. „Wir helfen den Neuankömmlingen zum Beispiel bei der Wohnungssuche“, erklärt Juliane Trebschuh, Sozialpädagogin. Ein Thema, was durch den möglichen Familiennachzug problematisch wurde, viele Wohnungen sind nun zu klein. Ähnliche Situation bei den Kitaplätzen. „Das ist wirklich ein immenses Problem. Die Plätze in den Einrichtungen sind sowieso schon knapp im Landkreis“, sagt Juliane Trebschuh. Der Ärztemangel erschwere die Betreuung im medizinischen Bereich. „Problematisch ist auch das Thema Versicherungen.“Dafür sei mehr Beratung und eine Sensibilisierung bei den anerkannten Flüchtlingen notwendig. „Eine Privathaftpflichtversicherung ist zum Beispiel wichtig. Für solche Themen müssen wir die Beratung ausbauen“, berichtet die Sozialpädagogin. Je nach Notwendigkeit gebe es auch die Möglichkeit von Hausbesuchen. „Das A und O bei all diesen Punkten ist jedoch die Sprache“, sagt Trebschuh. Zwar arbeitet eine Studentin als Übersetzerin im Team mit, doch wird diese auf Honorarbasis bezahlt, ist also nicht immer dabei. Arbeit gebe es also noch genug.

Seit dem Start haben die Mitarbeiter insgesamt 3200 Beratungen gemacht, davon rund 30 Prozent bei Familien zuhause. 40 Beratungen pro Woche lautet der Schnitt. „Die Dauer für den Beratungszeitraum ist sehr unterschiedlich“, sagt Juliane Trebschuh. Einige Familien seien Stammkunden, andere nur einmal da.

Karla Krüger, stellvertretende Landrätin und zuständige Leiterin des Fachbereiches, lobt die effektive und angenehme Mitarbeit mit den jeweiligen Trägern. „Wir haben zwar auch eine Migrationsberatung, doch die Integrationslotsen haben den Vorteil, dass sie flexibler reagieren können.“

Deshalb schlägt die Kreisverwaltung vor, einen Teil des Geldes, das das Land für die Mehrbelastung im Bereich der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen im Jahr 2016 verteilt, unter anderem für die Weiterführung der Integrationslotsen einzusetzen. Insgesamt 211646 Euro stehen dem Landkreis zu Verfügung, 100000 Euro davon sollen zwei Lotsen, die sich 1,5 Stellen bis zum 31. Mai 2018 teilen, finanzieren. vk

OZ

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