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Grevesmühlen Fördermittel bei Cap-Arcona-Tour
Mecklenburg Grevesmühlen Fördermittel bei Cap-Arcona-Tour
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00:03 07.05.2018
Ministerin Birgit Hesse übergibt im Beisein von Sven Schiffner (links) an den 2. Stadtrat Holger Janke den Fördermittelbescheid. FOTOS (4) : DIRK HOFFMANN
Grevesmühlen/Groß Schwansee

Noch bevor sich die ersten Räder drehten, erlebte die 12. Cap-Arcona-Gedenktour eine ihrer bislang größten Überraschungen. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) brachte einen Fördermittelbescheid über 200 000 Euro für die Sanierung der Gedenkstätte am Tannenberg in Grevesmühlen mit.

Bildungsministerin Birgit Hesse bringt Bescheid über 200 000 Euro zur Neugestaltung der Gedenkstätte am Tannenberg in Grevesmühlen mit.

„Der Ort der Erinnerung muss auch ein schöner Ort sein“, hatte die Ministerin bei der Übergabe an Grevesmühlens 2. Stadtrat Holger Janke erklärt. Vor allem der Hartnäckigkeit von Sven Schiffner sei es zu verdanken, dass sie diesen Bescheid mitbringe. Der Sprecher des Förderkreises Cap Arcona habe nie lockergelassen und in den vergangenen Jahren mehrfach auf die Notwendigkeit der Sanierung der Gedenkstätte hingewiesen.

Geplant ist ein neuer Weg vom Parkplatz bis zur Gedenkstätte, die nach Aussage von Schiffner in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben soll. Entlang dieses Weges sind mehrere Stelen vorgesehen. Auf einigen von ihnen wird die Tragödie in der Lübecker Bucht, als am 3. Mai 1945 nach Bombenangriffen der Royal Air Force mehr als 7000 auf den Schiffen „Cap Arcona“ und „Thielbek“ von den Nazis eingesperrte KZ-Häftlinge ihr Leben ließen, dargestellt. Drei Stelen sind ausschließlich dafür gedacht, so Schiffner, Informationen zur Geschichte der 1957 in Grevesmühlen eingerichteten Gedenkstätte zu geben.

300 000 Euro sind für die Gesamtmaßnahme vorgesehen, von denen die Stadt Grevesmühlen 100000 Euro trägt. Die Mittel dafür sind nach Aussage von Janke im Haushalt bereits eingestellt. Jetzt geht es an die Umsetzung, die noch 2018 abgeschlossen werden soll.

Sven Schiffner war die Erleichterung über diesen Fördermittelbescheid deutlich anzusehen. Er war es auch, der am vergangenen Sonnabend die 134 Teilnehmer im Alter von elf bis 84 Jahren von der Grevesmühlener Gedenkstätte aus auf die Fahrt durch die ehemalige Kreisstadt schickte. Nach einem Zwischenstopp an der Malzfabrik durchschnitten Landrätin Kerstin Weiss, ihr Stellvertreter Mathias Diederich und der Klützer Amtsvorsteher Gerhard Rappen das Band und gaben die Gedenktour in Richtung Groß Schwansee frei. Aufgrund der Straßenbaumaßnahmen in Rankendorf und Harkensee musste der Streckenverlauf in diesem Jahr etwas geändert werden. Erstmals wurde Klütz mit einbezogen, denn über Gostorf und Damshagen erreichten die Akteure die Schloss-Stadt, ehe sie vorbei an Schloss Bothmer über Arpshagen, Elmenhorst und Brook schließlich Groß Schwansee ansteuerten. Darüber freute sich Guntram Jung ganz besonders. Der Klützer Bürgermeister fand es sogar sehr angemessen, da es auch in der Schloss-Stadt ein Denkmal zu Ehren der Opfer der Cap-Arcona-Katastrophe gibt. Da war es für den 52-jährigen Jung selbstverständlich, an der Gedenktour teilzunehmen und in die Pedalen zu treten.

Obwohl Jung selten längere Touren mit dem Rad unternimmt, schienen ihm die knapp 40 Kilometer von Grevesmühlen bis nach Groß Schwansee kaum etwas auszumachen. Er wirkte sogar noch völlig entspannt, als würde die Fahrt erst vor ihm liegen.

„Ich bin zum dritten Mal dabei. Die Fahrt ist immer schön und war es auch diesmal. Man trifft Bekannte und auch andere Leute und kann gemütlich fahren“, meinte zum Beispiel der Mallentiner Siegfried Schnell (69) kurz nach seiner Ankunft am Ziel in Groß Schwansee. Ähnlich begeistert war Sylvia Albat aus Barnekow. Die 57-Jährige bezeichnete die Fahrt als superschön.

Etwas erschöpft nach Problemen bei einem der Fahrräder, aber dennoch rundum glücklich, hatten auch die Beckerwitzer Antje und Stefan Bernier zusammen mit ihren elfjährigen Zwillingen Lene und Hans Groß Schwansee erreicht. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kalkhorst gaben dort den Teilnehmern die vom Schlossgut spendierte Suppe aus.

„Das Interesse an der Gedenktour ist seit zwölf Jahren ungebrochen. Sie ist Erinnerung und Mahnung zugleich“, hatte Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss bei ihrer Rede vor dem Start mit Blick auf diese Tragödie vom 3. Mai 1945 erklärt. Die Fahrt würde eine Brücke schlagen zwischen den Gedenkorten Grevesmühlen und Groß Schwansee. Das tat sie auch diesmal. Vor der Esseneinnahme nahe des Schlossgutes stoppten die Teilnehmer am Birkenkreuz in Groß Schwansee, das stellvertretend für 3000 noch heute verschollene Opfer steht, und trugen sich in das Ehrenbuch ein.

Dirk Hoffmann

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