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Grevesmühlen Förderschulen verharren in der Warteschleife
Mecklenburg Grevesmühlen Förderschulen verharren in der Warteschleife
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04:20 16.04.2013
Thomas Strebhardt geht in wenigen Wochen in den Ruhestand. Quelle: Cornelia Roxin

GrevesmühlenSeit dem Schuljahr 2010/2011 nehmen Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen in den Jahrgangsstufen 1 und 2 an den 269 Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern am gemeinsamen Unterricht der Regelklasse beziehungsweise in Diagnoseförderklassen teil. An diesen Förderschulen erfolgten seitdem keine Einschulungen mehr in Klasse 1. Über den aktuellen Stand der Dinge und mögliche Perspektiven sprach OZ dazu mit Thomas Strebhardt (60), dem Leiter der Grevesmühlener Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen „An den Linden“.

OSTSEE-ZEITUNG: Wie viele Schüler werden gegenwärtig in welchen Klassenstufen in ihrem Haus unterrichtet?

Thomas Strebhardt: 68 Mädchen und Jungen besuchen unsere Schule in den Klassen 4 bis 9. Erst- und Zweitklässler gibt es keine mehr. War vor Einführung der neuen Regelung noch von einem möglichen Auslaufen der Klassen die Rede, gab es im aktuellen Schuljahr wieder die Möglichkeit dritte Klassen zu bilden. Bei uns wurde darauf verzichtet, weil nicht genügend Schüler angemeldet worden waren. Fürs Schuljahr 2013/14 sieht das schon anders aus. Dann werden wir voraussichtlich wieder eine dritte Klasse haben.

OZ: Um wie viele Mädchen und Jungen hat sich die Schülerzahl seit 2010 verringert?

Strebhardt: Es sind 40 Kinder und Jugendliche. Dieser Rückgang ist zusätzlich aber auch dem Geburtenknick geschuldet.

OZ: Läuft das Modell Förderschule ihrer Meinung nach aus?

Strebhardt: Anfangs wurde davon ausgegangen. Doch das Einlenken mit den dritten Klassen durch den Gesetzgeber lässt jetzt wieder vieles offen. Es gibt keine eindeutigen Aussagen. Alles ist natürlich auch eine Geldfrage, hängt außerdem vom Doppelhaushalt des Landes ab. Vor 2015 erwarte ich daher keine grundlegenden Änderungen. Inklusion wird es in Zukunft aber noch mehr geben und wir bereiten uns darauf vor. Das System Förderschulen und gemeinsamer Unterricht wird finanziell nicht zu halten sein. Nur gemeinsames Lernen anzubieten, ist aber auch nicht im Sparmodell zu haben. Im Kollegenkreis sind wir der Meinung, dass bei kompletter Inklusion im Landkreis eine Förderschule als Kompetenzzentrum erhalten werden müsste. Für Schüler, die nicht in den regulären Unterricht miteinbezogen werden können und für die Sonderschullehrer zur Weiterbildung.

OZ: Wie sieht der Alltag an Ihrer Schule jetzt aus?

Strebhardt: Im Moment machen wir alle unsere Arbeit wie immer und warten darauf, was der Minister an Entwicklungsmöglichkeiten vorlegt.

OZ: Sie rechnen mit einem langen Prozess, der sich bis 2020 hinziehen könnte, dann sind sie aber nicht mehr dabei?

Strebhardt: Ich weiß, worauf Sie anspielen. Ich werde zum Schuljahresende in den Ruhestand gehen. War dann 40 Jahre im Schuldienst und zuletzt 23 Jahre an dieser Schule als Leiter tätig. Mit Traudel Richter und meiner Frau Gerda gehen dann noch zwei weitere Lehrer der Schule mit mir in die Ruhephase der Altersteilzeit.

OZ: Wer wird Ihr Nachfolger?

Strebhardt: Die Stelle ist bereits zweimal ausgeschrieben worden, bis jetzt hat sich noch niemand beworben.

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