Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Förderverein gewürdigt
Mecklenburg Grevesmühlen Förderverein gewürdigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 15.11.2016
Die Preisträger Joachim Schünemann (2. v. l.) und Hans-Heinrich Dreves (3. v. l.) vom Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen waren vollkommen überrascht. Es gratulierten unter anderem Björn Engholm (l.) sowie Uwe Gutzmann und Dieter Heidenreich (r.). FOTO: JANA FRANKE

Er selbst hatte sich bis zu seinem tragischen Tod im August 2015 für den Erhalt der Friedrichshagener Kirche engagiert – als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Plüschow, als Gründungsmitglied des Fördervereins zur Erhaltung der Kirche – als Mensch: Erhard Bräunig. Im Gedenken an den ehemaligen Landrat Nordwestmecklenburgs rief die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank den mit 5000 Euro dotierten Erhard-Bräunig-Preis für vorbildliches, bürgerschaftliches Engagement ins Leben. Diesen – und so schließt sich der Kreis – erhielt der Förderverein Friedrichshagen; jene Institution, die Erhard Bräunig vor fünf Jahren mit aus der Taufe hob. Völlig sprachlos nahmen die Fördervereinsmitglieder Joachim Schünemann und Hans-Heinrich Dreves den von Udo Rathke vom Künstlerhaus Schloss Plüschow entworfenen Pokal entgegen. Von einer hochkarätig besetzten Jury – bestehend aus Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss, Rostocks Landrat Sebastian Constien, Susanne Bräunig als Witwe des Verstorbenen, den Chefredakteuren Andreas Ebel (OSTSEE-ZEITUNG) und Michael Seidel (Schweriner Volkszeitung) sowie Uwe Gutzmann und Dieter Heidenreich von der Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank – ist das Duo unter 44 Nominierungen ausgewählt worden.

Zur Galerie
Der erstmals ausgelobte Erhard-Bräunig-Preis geht nach Friedrichshagen

Der Verein

„Ich hatte die Ehre, Erhard Bräunig begegnen zu dürfen. Er hat sich so leidenschaftlich, tatkräftig und unkonventionell für die Belange seiner Mitmenschen eingesetzt.

Björn Engholm, Laudator

Schiefe Wände, starke Rissbildung im Mauerwerk, Frost- und Feuchtschäden, Schäden an der Dachdeckung und an der hölzernen Dachkonstruktion – Björn Engholm, ehemaliger SPD-Bundesvorsitzender, Ex-Kanzlerkandidat, schleswig-holsteinischer Ministerpräsident a. D. und Laudator, zählte nur einige Mängel auf, die die Kirche vor ein paar Jahren noch aufwies. Dann aber fanden sich Menschen die das Gotteshaus erhalten wollten. Der erste Schritt war die Gründung eines Fördervereins. Unter ihnen war auch Erhard Bräunig, der, so verriet es Joachim Schünemann vom Förderverein in seiner Dankesrede, gab auch den eigentlichen Anstoß für das Mammutprojekt Kirchensanierung – mit seinen gern verwendeten Worten „Mensch, da müssen wir etwas machen“.

„Ich hatte die Ehre, Erhard Bräunig begegnen zu dürfen. Er hat sich leidenschaftlich, tatkräftig und unkonventionell für die Belange seiner Mitmenschen eingesetzt“, lobte Björn Engholm.

Und er fasste das zusammen, was schon Bildungsministerin Birgit Hesse einige Minuten zuvor in ihren Grußworten mitteilte: „Erhard Bräunig hat es vollkommen verdient, dass der Preis seinen Namen trägt.“

Die Sanierung der Kirche, der Orgel und der Orgelempore ist das eine, was sich der Verein auf die Fahnen geschrieben hatte. Aber hinzu kommt noch viel mehr: Er schafft ein Wir-Gefühl in der gesamten Gemeinde. Konzerte, Feste – kurzum: Erhalt des kulturellen Erbes. Heute ist das Gebäude als Radwegekirche ausgewiesen. Das nahe Freizeitheim der Gemeinde wurde zur Unterkunft, damit Radtouristen auch ein Dach über dem Kopf finden können – alles aus der Initiative bürgerlichen Ehrenamts heraus umgesetzt. „Der Förderverein packt an und hat Erfolg, weil sich engagierte Menschen aus verschiedenen Interessen heraus gemeinsam für ein Ziel einsetzen“, so Björn Engholm.

Als einen „sehr emotionalen Moment“ bezeichnete Susanne Bräunig, die Witwe von Erhard Bräunig, die gestrige Veranstaltung und die Würdigung des Lebenswerkes ihres Mannes. „Ich finde es wirklich gut, dass das Ehrenamt so gewürdigt wird.“

Den Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen gibt es seit dem 13. April 2011. Insbesondere den Erhalt der historischen Bausubstanz und der kulturhistorischen Ausstattung der Kirche hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben.

Die Kirche feierte in diesem Jahr ihr 600-jähriges Jubiläum. Zuletzt setzte sich der Förderverein dafür ein, dass die Winzer-Orgel im Gotteshaus aufwendig repariert wird.

Die Nominierten

Die Jury musste sich zwischen 44 Nominierten entscheiden:

Marco Holter vom Alpakahof am Iserberg in Hamberge, Matthias Fett von der Schützenzunft Grevesmühlen von 1653, Robby Eggert aus Grevesmühlen, Barbara Gluth vom Deutschen Roten Kreuz (Schwangerschaftsberatungsstelle Sternberg), Thomas Bachmann und Bernd Gerlich von der Wokra Krakow am See GmbH, Robert Pählke vom Förderverein zur Erhaltung des Kirchenensembles Parkentin, Christoph Wagner vom Sportverein Parkentin, Detlef Uhl vom Verein „Recknitz-Niederung“, Pastorin Margret Pörksen von der Kirchengemeinde Neubukow und Westenbrügge, Doreen Prüter aus Neubukow, Lutz Pinnecke vom Bürgerverein Pötenitz an der Ostsee, Dr. Wolfgang Seidel vom Freizeitclub Grevesmühlen, Wilfried Beyer aus Wismar, Helga Satow vom SV Blau-Weiß Grevesmühlen, Barbara Niehaus vom Treffpunkt Suppenküche in Doberan, Ulla Golombek vom Freundeskreis Ehm Welk Bad Doberan, Sandra Rieck vom Verein „Das Boot“ in Wismar, Joachim Schünemann und Hans-Heinrich Dreves vom Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen, Reitverein Hubertus in Gadebusch, Warnfried Altmann vom Verein zur Förderung des Wangeliner Gartens, Henry Feddersen von der Dorfschule Wismarer Land, Renate Menzel vom Förderverein der Kreismusikschule „Carl Orff“ in Grevesmühlen, Ute Busse vom Verein der Förderer und Freunde der Reriker Schulen, Olaf Both vom Volkskundemuseum Schönberg, Daniela Zehr vom Schulförderverein der Insel Poel, Seniorenbeirat der Gemeinde Neuburg, Marie-Anne Schlaberg vom ADFC Wismar, Hans Espenschied vom Heimat- und Tourismusverein Dassow, Juliane Schmidt vom Spielplatz Rosengarten in Dassow, Norbert Gehlhart vom Verein „Licht am Horizont“ Wismar, Verein zur Förderung sehgeschädigter Kinder und Jugendlicher in MV in Neukloster, Dr. Ditmar Schmidt von der Solarinitiative MV in Triwalk, Lutz Truczinski vom Ökokinderladen Zwiebelchen in Alt Meteln, Gabiele Kempka und Heidi Morlang von der Güstrower Tafel, Lydia Schulz von der Kleiderbörse des Arbeitslosenverbandes Gadebusch, Johannes Gössling vom Verein „Ichthys“ in Techentin, Hubertus Wunschik vom Verein „De Drom“ in Kröpelin, Familie Froese und Familie Augustin vom Pferdehof Benz, Monika Thomsen vom Verein „Bützower für Gambia“, Rosita Mewis vom Landesverband Autismus MV in Schwaan, Stefan Liermann vom DFC Bad Doberan, Prof. Dr. Johannes Helm und Helga Schubert von der Gartengalerie Alt Meteln

Jana Franke und Michael Prochnow

Mehr zum Thema

Seit einem Jahr geben 20 Ehrenamtliche in der Marienkirche Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge

10.11.2016

Schulmediatoren im Seniorenalter sind beliebt / Greifswalder suchen jetzt nach weiteren Mitstreitern

12.11.2016

Bürgermeister dankt engagierten Bürgern / Darunter ist Kerstin Heim, leidenschaftliche Netzwerkerin für die Jugend

14.11.2016

4200 Euro für die Sanierung des Spielplatzes auf der Bürgerwiese sind bei der Sammlung von Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz in der vergangenen Woche zusammengekommen.

15.11.2016

Wie der Landkreis mitteilt, gibt es aufgrund der jüngsten Meldungen zum Auftreten der Vogelgrippe im Landkreis strenge Auflagen.

15.11.2016

Die Weihnachtsgala-Tour legt auch in diesem Jahr wieder in der Sporthalle am Ploggenseering einen Halt ein. Am Freitag, dem 2. Dezember, wird das ab 16 Uhr der Fall sein.

15.11.2016
Anzeige