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Freizeitverein ließ sich über Stadtentwicklung informieren

Grevesmühlen Freizeitverein ließ sich über Stadtentwicklung informieren

Grevesmühlener Senioren treffen sich regelmäßig im Vereinshaus und diskutieren zu verschiedenen Themen / Bauamtsleiter Lars Prahler folgte der Einladung zum Vortrag

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Wolfgang und Gudrun Seidel vom Vorstand des Freizeitvereins bedankten sich bei Bauamtsleiter Lars Prahler für den Einsatz.

Quelle: Annett Meinke

Grevesmühlen. Mehr als 80 Mitglieder des Freizeitvereins kamen am Mittwochnachmittag in den Luise-Reuter-Saal des Vereinshauses von Grevesmühlen, um Bauamtsleiter Lars Prahler zu treffen. Seit Gründung des Vereins im Jahr 2015 kommen die Mitglieder an jedem zweiten Mittwoch zusammen. Mit Lars Prahler wollten sie beileibe nicht nur Kaffee trinken, sondern mit ihm über die Stadtentwicklung diskutieren.

Prahler präsentierte den Senioren zunächst ein paar spannende Zahlen. „Im Jahr 1989 hatten wir in Grevesmühlen 11 000 Einwohner — und jetzt liegen wir immerhin noch bei 10 600.“ Malchow zum Beispiel führte Prahler aus, ist im selben Zeitraum von 12 000 auf 8500 Einwohner geschrumpft. Die Arbeitslosenquote im Amtsbereich der Stadt liegt unter positiven sechs Prozent.

Dass sich das allerdings jederzeit, trotz guter Lage zwischen Lübeck, Wismar und Schwerin, wieder ändern kann, räumte Prahler ein. Problematisch sei momentan zum Beispiel die Entwicklung um die Betriebe Baltic Elektronik und Baltic Metall.

Diesbezüglich wollten einige der anwesenden Senioren wissen, wie es mit der Ansiedelung neuer überregionaler Gewerbe aussähe. Der Bauamtsleiter räumte ein, dass mit Upahl, Schönberg, Dassow oder Selmsdorf starke Mitbewerberkommunen agieren. Für die Unternehmensführung der Schwartau-Werke zum Beispiel, die sich in der Region niederlassen wollen, sei Grevesmühlen zu weit weg von der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein.

Auch das Haushaltsdefizit der Stadt wurde benannt. Prahler bezifferte es auf 2 Millionen Euro, wobei, wie er erklärte: „50 Prozent über Abschreibungen und Werteverfall von Straßen und Gebäuden zu verbuchen sind.“ Die pro Kopfverschuldung liegt derzeit bei 363 Euro pro Einwohner. Dass auch das vergleichsweise positiv ist, liegt daran, wie Prahler den Senioren erklärte, dass die Stadt sich in den vergangenen Jahren enorm bemüht hat, Kredite zu tilgen.

„Vom Haushaltssicherungskonzept“, erklärte der Bauamtsleiter den Zuhörern weiter, „haben Sie alle etwas mitbekommen. Pachten von Garagen, die erhöht wurden, Erhöhung der Grundsteuer, Streichen des Begrüßungsgeldes.“ Das alles sei notwendig gewesen, betonte Prahler, damit die Stadt für die Zukunft gewappnet sei. Für eine gute Stadtentwicklung brauche es aber vor allen Dingen mehr Zuzug. „Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist da, daher liegt auf der Wohngebietserschließung ein besonderes Augenmerk der Stadt.“

Das waren Informationen, die auf Beifall bei den Vereinsmitgliedern stießen. Auch die Mitteilung, dass sich die Stadt gemeinsam mit Trägern, wie der AWO und der Volkssolidarität, verstärkt um das Thema Tagespflege, barrierearmes und betreutes Wohnen kümmern will.

Diskussionsbedarf, wie sich zeigte, entstand beim Thema Barrierefreiheit in der Stadt. Ebenfalls brisant für die Freizeitvereinsmitglieder — die Wismarsche Straße. Der Bauamtsleiter führte die Schwierigkeit der Gestaltung der Wismarschen Straße vor Augen: „Die Interessen von Fußgängern, Fahrradfahrern, Rollatorfahrern, Autofahrern unter einen Hut zu bringen — keine einfache Aufgabe. Wir bleiben dran und bitten um Geduld.“

An diesem Nachmittag betonte der Bauamtsleiter erneut, dass die Stadtverwaltung Wert auf die Anregungen der Bürger legt und verwies auf die jüngsten Bürgerforen, in denen von Bürgern geäußerte Ideen, in das neue Stadtentwicklungskonzept mit einflossen.

Die Vereinsmitglieder gaben dem Bauleiter gleich noch ein paar Anregungen mit auf den Weg. Die Wandergruppe des Vereins zum Beispiel beklagte, dass viele Wanderwege um Grevesmühlen nicht gut begehbar seien und dass es keine Beschilderung gäbe, die zum Beispiel Touristen über die Wegstrecken um den Vielbecker und den Ploggensee informiert.

Diskussionsbeiträge

Bestimmte „Schandflecke“ in der Stadt erregen den Unmut — zum Beispiel das alte Kino an der Sparkasse. Der Bauamtsleiter verkündete, dass es einen neuen Eigentümer für das Kino gäbe, der daraus Wohnungen und ein Café im Erdgeschoss machen will.

Bemängelt wurde zudem rigoroser Heckenbeschnitt durch den Bauhof. Hecken kommen nicht mehr zum Blühen.

Ausfahrt aus der Gartenanlage am Ploggensee auf die Landstraße: Wegen der auf der Landstraße erlaubten Geschwindigkeit von 60 km/h ist die Ausfahrt gefährlich. Anregung: 40 km/h

Von Annett Meinke

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