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Gägelow streitet um Windkraft

Gägelow Gägelow streitet um Windkraft

Neue Anlage nach 5:5 Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt – Investor schließt Klage nicht aus

Gägelow. Aufatmen und Jubel bei Gegnern von Windkraftanlagen, Enttäuschung bei Befürwortern und Investoren: Nach einer längeren kontroversen Debatte stimmten die Gägelower Gemeindevertreter in dieser Woche gegen das Konzept zur Errichtung von Windkraftanlagen. Bürgermeister Uwe Wandel (Liste SPD) und ein weiterer Gemeindevertreter sollen demzufolge auch nicht mit dem potenziellen Investor verhandeln.

 

OZ-Bild

Eine neue Windkraftanlage in der Nähe von Stofferstorf lehnten die Gägelower Gemeindevertreter jetzt bei knappem Votum ab. Momentan stehen dort 18 Anlagen.

Quelle: Fotos: Norbert Fellechner (1), Norbert Wiaterek (2)
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Ein anderer Weg wäre mir lieber gewesen. Ich will es nicht, muss aber klagen. Denn ich habe Rechnungen zu bezahlen.“Hugo Denker (71), Investor

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Ich wünsche mir, dass man sagt, wir haben jetzt genug Wind- kraftanlagen in unserer Gemeinde. Mehr brauchen wir nicht.“Ingolf Litzner (60) aus Gägelow

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Eine neue Windkraftanlage in der Nähe von Stofferstorf lehnten die Gägelower Gemeindevertreter jetzt bei knappem Votum ab. Momentan stehen dort 18 Anlagen.

Quelle: Fotos: Norbert Fellechner (1), Norbert Wiaterek (2)
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Ich wünsche mir, dass man sagt, wir haben jetzt genug Wind- kraftanlagen in unserer Gemeinde. Mehr brauchen wir nicht.“Ingolf Litzner (60) aus Gägelow

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Ein anderer Weg wäre mir lieber gewesen. Ich will es nicht, muss aber klagen. Denn ich habe Rechnungen zu bezahlen.“Hugo Denker (71), Investor

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Für das Konzept inklusive Raumordnungsverfahren votierten während der außerordentlichen Sitzung neben Uwe Wandel auch Elke Küssner, Manfred Harloff, Volker Schwarz und Reinhard Siedenschnur (alle für die SPD). Dagegen stimmten Alexander Fenner, Ortrun Hünemörder (beide Liste CDU), Bernd Kolz, Jörg Hünemörder und Frank Bahlcke (alle WG). Simone Oldenburg (Linke) enthielt sich der Stimme.

Ursprünglich hatten sich zwei Firmen beworben: die Enercon GmbH aus Rostock und die Wind am Krähenberg GmbH & Co. KG aus St. Michaelisdonn (Schleswig- Holstein). Beide wollten eine Windkraftanlage auf einem gemeindeeigenen Grundstück im Windpark bei Stofferstorf errichten. Aber nur Hugo Denker, alleiniger Gesellschafter des Unternehmens aus dem Kreis Dithmarschen, stellte sein Konzept vor.

Laut Plan sollte die Zwei-Megawatt-Anlage mit Stahlgittermast auf Pachtland stehen, eine Nabenhöhe von 130 Metern und einen Rotor-Durchmesser von 82 Metern haben. Hugo Denker sprach von einer Forschungs- und Entwicklungsmaschine mit ausbaubarem Lithium-Ionen-Batteriespeicher, mit dem auch Spannung und Frequenz reguliert werden können. „Ein extrem innovatives Elektrosystem mit sehr hohem Sicherheitsniveau“, betonte der 71-Jährige. Als Pacht war eine Einmalzahlung von 320000 Euro im Gespräch. Denker verwies auf die bereits erfolgte Umweltverträglichkeitsuntersuchung für den Standort und die vorhandene Netzanbindung und versicherte: „Ich bin bereit, der Gemeinde oder gemeindeansässigen Bürgern bis zu fünfzig Prozent Beteiligung an der Maschine auf Basis offener Rechnungslegung anzubieten. Als Minimalanlage für die Kommanditisten schlage ich aufgrund des enormen Verwaltungsaufwandes 3000 bis 4000 Euro vor.“ Für die neue Anlage unweit von Barnekow und Groß

Woltersdorf wollte der Windkraft-Experte eine Genehmigung von 20 Jahren beantragen mit Option auf Verlängerung.

„Mir ist bewusst, dass wir Windmüller nicht überall mit offenen Armen empfangen werden. Aber ich will keine Taschenspielertricks anwenden. Ich tue nichts Schlimmes“, erklärte Hugo Denker.

Das sahen einige Gemeindevertreter und Bürger, die Rederecht erhalten hatten, anders. Ingolf Litzner erinnerte daran, dass die Gemeinde Gägelow immer so wenig wie möglich Windkraftanlagen haben wollte, sich in der Vergangenheit aber nicht gegen das Land durchsetzen konnte. „Und jetzt, wo wir eine ganz besondere Situation haben, wo das Energieministerium die Gemeinden ermutigt, selbst Entscheidungen zu treffen, heißt es plötzlich, wir wollen doch eine Anlage bauen? Für mich ist das nicht nachvollziehbar.“ Zustimmung von Diether Schmidt: „Wir haben immer versucht, solche Anlagen zu verhindern. Wenn weitere gebaut werden, fürchte ich um den Frieden in der Gemeinde.“ Uwe Wandel gab allerdings zu bedenken, dass sich die Gemeindevertreter „vor einiger Zeit mit großer Mehrheit“ für eine Anlage auf dem Gebiet der Gemeinde ausgesprochen hatten.

Alexander Fenner störte sich am Stahlgittermast und fragte, ob es alternative Standorte für eine Forschungsanlage geben kann. Emil Lieseberg (CDU) aus Groß Woltersdorf sagte: „Durch die Spargel werden wir erheblich gestört. Die sind lauter als die Autobahn, sodass ich nachts nicht schlafen kann.“ Michael Roolf vom Aktionsbündnis „Freier Horizont“ bezweifelte im Gespräch mit der OZ, dass das Umweltverträglichkeitsgutachten neutral war und nannte das Pachtangebot „viel zu niedrig“.

Der von Denker erwähnte städtebauliche Vertrag könnte noch das Zünglein an der Waage werden. Hugo Denker ist der Meinung, einen Anspruch auf die Errichtung einer weiteren Windkraftanlage zu haben.

Lars Prahler vom Bauamt und die Gemeinde sehen dies anders. Bürgermeister Wandel: „Ich halte diesen Vertrag für nicht mehr rechtswirksam.“

Nach der Abstimmung war Denker sauer: „Wir werden sicherlich noch voneinander hören“, sagte er zu den Gemeindevertretern. Gegenüber OZ schloss der Unternehmer eine Klage nicht aus und erklärte: „Ich hätte mir eine andere Entscheidung gewünscht, bin nicht glücklich, nehme das aber erstmal so hin.“

Norbert Wiaterek

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