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Gasspeicher fürs Klärwerk: Zweckverband investiert für Enkel

Grevesmühlen Gasspeicher fürs Klärwerk: Zweckverband investiert für Enkel

Rund 1,9 Millionen Euro fließen in das Energieprojekt am Klärwerk Grevesmühlen

Grevesmühlen. Die Ausmaße sind stattlich: Knapp 14 Meter hoch wird der Klärgasspeicher, den der Zweckverband Grevesmühlen in diesem Jahr neben der Kläranlage am westlichen Stadtrand errichten will. Die Kugel fasst laut Verbandsvorsteher Eckhard Bomball rund 2500 Kubikmeter. Sie ist für die Kläranlage bestimmt und dient als Speicher für jenes Gas, das nicht sofort von den demnächst fünf Blockheizkraftwerken in Strom beziehungsweise Wärmeenergie umgewandelt werden kann. Der Speicher gehört zu den Investitionen, die mit der Anschaffung des fünften Generators zusammen rund 1,9 Millionen Euro kosten werden und den Verband fit für die Zukunft machen. „Enkelfähig“, wie Bomball es ausdrückt.

Und warum nimmt man das Geld nicht einfach, um die Wasser- und Abwassergebühren zu senken? „Genau das tun wir“, erklärt Bomball. „Denn damit sorgen wir dafür, dass die Gebühren langfristig stabil bleiben.“ Mit dem Strom, der auf der Anlage in Grevesmühlen erzeugt wird, werden insgesamt 14 große Anlagen des Zweckverbandes, darunter die Wasserwerke und Pumpstationen, mit Strom versorgt. In diesem Jahr musste der Verband noch nicht eine Kilowattstunde dazukaufen. Mit der Inbetriebnahme des Speichers und der neuen Anlage soll komplett ausgeschlossen werden, dass der Zweckverband Grevesmühlen Energie einkaufen muss. „Wir sind dann autark und vor allem gut für die Zukunft aufgestellt.“

Tatsache ist allerdings auch, dass der Zweckverband noch längst nicht alle Energiequellen optimal nutzen kann. Durch die Insolvenz einer der beiden Garnelenfarmen neben der Kläranlage fehlt ein wichtiger Abnehmer. Notkühlung heißt das in der Fachsprache. Anders ausgedrückt: Die bei der Stromerzeugung abfallende Wärme wird in die Umwelt geblasen.

Doch das soll nicht lange so bleiben. Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler hat angekündigt, für das Wohngebiet West I am Börzower Weg ein Energiesparkonzept aufzulegen. Die Wärme für die Eigenheime könnte dann vom Zweckverband kommen, die die Energie über die Grevesmühlener Stadtwerke vermarkten. „Das wäre die optimale Lösung“, betont der Verbandsvorsteher, der der Enwicklung positiv entgegensieht.

Weicheres Wasser für Grevesmühlen

Apropos Investitionen: Im kommenden Jahr soll das Wasserwerk in Wotenitz, das größte im Verbandsgebiet übrigens, erneuert werden. Rund vier Milionen Euro will der Zweckverband hier investieren. Wie Eckhard Bomball betont, wird derzeit auch das Thema Wasserenthärtung angesprochen. Das Grundproblem für Grevesmühlen besteht darin, dass die Wasserhärte bei rund 21 liegt. „Zwölf könnte es sein, wenn wir im neuen Wasserwerk auch eine Wasserenthärtung installieren.“ Doch diese Entscheidung treffen der Vorstand beziehungsweise die Verbandsversammlung, der alle Bürgermeister angehören. Das harte Wasser entspricht nicht nur allen qualitativen Anforderungen, es ist auch gesund. Das Problem ist nur, dass die technischen Anlagen wie beispielsweise Pumpen, Waschmaschinen und Geschirrspüler unter dem Kalk leiden. „Wie gesagt, wir sind an dem Thema dran. Wie die Entscheidung ausfällt, kann ich nicht sagen“, so der Verbandsvorsteher.

Löschwasserversorgung auf einem guten Stand

Heikles Thema unter den Feuerwehrleuten ist die Versorgung mit Löschwasser in den ländlichen Gebieten. Bei einem Hausbrand in Gägelow vor wenigen Monaten war das Thema wieder akut geworden. Damals hatten die Feuerwehren damit zu kämpfen, dass der Wasserdruck nicht ausreichte, um das brennende Eigenheim zu löschen. Auch im Bereich des Zweckverbandes Grevesmühlen gibt es Bereiche, in denen die geforderten 48 Kubikmeter Löschwasser pro Stunde nicht erreicht werden. „Das stimmt natürlich, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es ein akutes Problem in unserem Bereich ist. Wir haben gerade mit den Wehrführern zusammengesessen und darüber gesprochen. Die Löschwasserversorgung im Bereich des Zweckverbandes Grevesmühlen ist gut“, sagt Eckhard Bomball. „Ansonsten kümmern wir uns natürlich darum.“

Beziehungsweise die Kommunen, denn die rechtliche Lage ist eindeutig. Zwar müssen die Zweckverbände die Versorgung mit Wasser und Abwasser gewährleisten, dass genügend Löschwasser vorhanden ist, das müssen die Gemeinden regeln. Bedeutet: Sie müssen investieren, wenn es nicht genügend Hydranten beziehungsweise Löschwasserentnahmestellen gibt. Doch die finanzielle Situation der Kommunen lässt das nicht zu.

Michael Prochnow

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