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Grevesmühlen Gast im Garten: Damhirsch verirrt sich in Wohngebiet
Mecklenburg Grevesmühlen Gast im Garten: Damhirsch verirrt sich in Wohngebiet
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00:01 08.11.2016
Wenn ein Hirsch im Vorgarten steht, ist es gut, dass beherzte Menschen einen Plan haben – offiziell zuständig oder nicht. Quelle: privat

Ein Damhirsch hat am frühen Sonntagmorgen Anwohner der Burdenowstraße in Grevesmühlen in Atem gehalten. Das Tier hatte sich in einem der Gärten eines Zweifamilienhauses verirrt. Die Familie, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte zunächst gar nicht mitbekommen, was sich auf ihrem Grundstück abspielte. Erst durch die SMS einer Nachbarin, die scherzhaft schrieb: „Nun müsst ihr ihn aber auch reinlassen“, wurde das Ehepaar auf den ungewöhnlichen Gast vor seiner Tür aufmerksam.

Das war schon eine ziemlich aufregende Angelegenheit.“Thomas Brinke, Forstamt Grevesmühlen

Die Frage, wer denn nun dafür zuständig war, das verirrte Tier in den Wald zurückzuführen, war – wie sich bald herausstellte – nicht ganz einfach zu beantworten. Gegen 8.10 Uhr informierte die Familie die Polizei. Doch die wollte zunächst nur wissen, ob der Hirsch aggressiv sei. Weil das Tier aber einfach nur still im Garten der Familie herumstand und somit – nach Einschätzung der Polizeibehörde – keinerlei Gefahr für die Hausbewohner, das Haus, Garten oder für den Verkehr auf der Straße darstellte, sah die Polizei das Ordnungsamt des Landkreises als zuständig an.

Eingedenk der Tatsache, dass Ämter am Wochenende meist nur schwer zu erreichen sind, entschied sich die Familie kurzerhand, den Forstamtsmitarbeiter Thomas Brinke anzurufen und um Hilfe zu bitten.

„Das war schon eine ziemlich aufregende Angelegenheit“, berichtet Thomas Brinke. „Ich habe noch mehrfach versucht, das Ordnungsamt zu erreichen, aber beim Landkreis haben wir einfach niemanden ans Telefon bekommen.“

Doch da – unabhängig von offiziellen Zuständigkeiten – unbedingt etwas getan werden musste, rief Thomas Brinke schließlich den Tierarzt Detlef Romeyke aus Neu Degtow zu Hilfe. „Detlef Romeyke hat nicht lange überlegt, obwohl er nun auf den Kosten für die Betäubung des Hirsches sitzenbleiben wird. Er ist eben ein Arzt vom alten Schlag“, sagt Brinke anerkennend.

Der Hirsch wurde von dem Tierarzt fachgerecht betäubt und anschließend auf einem Anhänger von Thomas Brinke in den Wald bei Questin gefahren. „Dort gibt es eine Waldwiese, da habe ich den schnarchenden Hirsch dann vorsichtig abgelegt“, erzählt der Forstamtsmitarbeiter. Dass es dem Damhirsch auch wieder gut geht, davon hat sich Thomas Brinke inzwischen selbst überzeugt. Gestern Abend war er noch einmal nachschauen. „Da spazierte der Hirsch schon wieder munter durch den Wald.“

Annett Meinke und Michael Prochnow

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