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Gericht verhängt Geldstrafe nach Streit im Treppenhaus

Wismar/Dassow Gericht verhängt Geldstrafe nach Streit im Treppenhaus

Richter sieht Vorwürfe bestätigt / Dassowerin muss wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und Bedrohung 500 Euro zahlen

Wismar/Dassow. Im Dassower Nachbarschaftsstreit hat das Amtsgericht in Wismar ein Urteil gesprochen. Der angeklagten Kerstin J. wurde vorgeworfen, eine Bewohnerin des Mehrfamilienhauses beleidigt, ihr gedroht und die Wohnungstür eingetreten zu haben. Die Polizei war mehrfach ausgerückt (die OZ berichtete). Die 47-Jährige streitet die Vorwürfe nach wie vor ab.

Nachdem bereits die geschädigte Nachbarin G. ausgesagt hatte, sind in dieser Woche zwei weitere Zeugen geladen gewesen.

Der Polizeibeamte Detlef H. konnte den Vorwurf der Sachbeschädigung bestätigen. „Wir wurden in das Haus gerufen. Frau J. war aufgebracht und stand im Flur. Den Schaden an der Tür hat man nicht sofort gesehen, aber sie ließ sich nicht schließen.“ Die Nachbarin G. hatte ihre Wohnungstür noch nicht ganz geschlossen, als die Angeklagte dagegen getreten haben soll. Die Tür sei aufgeflogen und habe den Türrahmen zum Badezimmer beschädigt. „Der Abdruck der Klinke war deutlich zu erkennen“, erklärte der Polizist. Zudem habe die Beschuldigte ihn und seinen Kollegen beschimpft, berichtete er.

J. schüttelte während der Schilderungen den Kopf: „An dem Tag war die Tür nicht kaputt. Das ist erst später passiert“, erwiderte sie. Und sie sei nicht für den Schaden verantwortlich.

Mehrfach soll die Hartz IV-Empfängerin im Hausflur laut geworden sein. „Ich habe die Beschimpfung gehört“, erinnerte sich Laura R., die im Haus zu Besuch gewesen war. „Ich habe geklingelt und gesagt,dass sie die Musik leiser machen soll“, wehrte sich die Angeklagte. Dass sie ihre Nachbarin G. einmal beleidigt und bedroht habe, könne so gewesen sein, gab sie dann zu. Die Frau soll in allen Fällen alkoholisiert gewesen sein. Für die Staatsanwaltschaft reichten die Angaben der Zeugen aus. Sie forderte 60 Tagessätze zu je zehn Euro, also 600 Euro Strafe. Dass die Beschuldigte nicht vorbestraft ist, wirkte sich positiv aus.

„Ich kann mir vorstellen, dass die Provokationen nicht immer von ihnen ausgegangen ist“, sagte Richter Hinrich Dimpker bei der Urteilsverkündung. Es habe in der Vergangenheit immerhin Anzeigen von beiden Seiten gegeben. Er verurteilte die 47-Jährige zu einer Geldstrafe von insgesamt 500 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Manuela Wilk

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