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Geständnisse im Drogendealerprozess

Schwerin/Wismar Geständnisse im Drogendealerprozess

Jörg M. nannte Preise und Gewinne für Kokain und Marihuana. Oberstaatsanwalt Hans Förster bleibt skeptisch.

Schwerin. Ein Knoten zumindest scheint geplatzt bei einem der spektakulärsten Drogendealerprozesse am Schweriner Landgericht: Am 19. Verhandlungstag legten die Angeklagten Jörg M., Marko D. und Dietmar S. weitere Geständnisse ab.

Den Auftakt gab diesmal Jörg M. Er schein fast erleichtert, zu den Vorwürfen nun persönlich Stellung zu nehmen. Zunächst verlas Verteidiger Alexander Kleinert für seinen 39-jährigen Mandanten eine Einlassung. In der nahm Jörg M. zu verschiedenen Anklagepunkten Stellung, offenbarte Preise und Gewinnspannen für die Drogen und gab zu, in genannten Zusammenhängen Kunden mit Drogen beliefert zu haben. So gab er in der Einlassung an, ein Gramm Kokain für 45 Euro eingekauft und später für 48 bis 50 Euro weiterverkauft zu haben. Als Einkaufspreis für ein Kilogramm Marihuana nannte er 4000 Euro. Für 4200 bis 4400 Euro will M. die Ware weiterverkauft haben.

Er lehnte zunächst weitere Fragen des Vorsitzenden Richters Armin Lessel ab. Doch der Profi brach in seiner klaren, vermittelnden Art bald das Schweigen des Angeklagten. Der versuchte daraufhin mit einem Redeschwall vor allem den Mitangeklagten Marko D., der während der Verhandlungen hinter M. sitzt, zu schützen. „Ich habe auf eigene Rechnung gehandelt. Marko hat mit meinen Geschäften nichts zu tun“, betonte der Nordwestmecklenburger immer wieder. „Aus Freundschaft hat er hin und wieder mal was für mich transportiert. Erst ganz zum Schluss hat er mitbekommen, worum es überhaupt ging. Marko war schockiert, wollte damit nichts zu tun haben.“

Richter und Oberstaatsanwalt Hans Förster blieben skeptisch. Der Löwenanteil der sichergestellten Gelder wurde bei Marko D. gefunden. Die Juristen verlangten nach einer plausiblen Erklärung. Auch D.

nahm später persönlich vor Gericht Stellung. „Ich bin ein erwachsener Mann und will nicht um den heißen Brei herumreden“, sagte der gebürtige Malchiner. „Die Straftaten sind mir bewusst. Ich weiß, dass ich da nicht im Sandkasten gespielt habe. In der Tat war es so, ich habe Geld eingesammelt.“

Dass das Drogen-Geld größtenteils in seinem Haus beschlagnahmt wurde, begründeten die Angeklagten damit, dass M. im Drogengeschäft die Ware vom Bargeld trennen wollte. Den Vorwurf der Geldwäsche wies Marko D., der ein Baugeschäft betreibt, entschieden zurück. „Wir haben die GmbH seinerzeit nicht gegründet, um Geld zu waschen“, erklärte der 39-Jährige. „Die Firmengelder sind sauber.“

Oberstaatsanwalt Förster wird nun die Einlassungen prüfen und mit vorangegangenen Aussagen und Zeugenprotokollen vergleichen. „In weiten Teilen sind die Geschichten noch nicht kompatibel“, schätzte er ein. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

Ina Schwarz

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