Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Gibt es in Wismar zu wenig Hausärzte?

Wismar Gibt es in Wismar zu wenig Hausärzte?

Die Kassenärztliche Vereinigung sagt Nein, Vertreter der Bürgerschaft sagen Ja / Berkhahn: Besseres Verständnis für Medizinisches Versorgungszentrum schaffen

Voriger Artikel
Rekord-Besuch im Naturbad
Nächster Artikel
Ein „Bademantelgang“ für das Strandhotel

Laut Kassenärztlicher Vereinigung kommen im Bereich Wismar derzeit 1384 Einwohner auf einen Hausarzt.

Quelle: Fotos: Bernd Weissbrod/dpa (1), Oz (3)

Wismar. Katastrophal! So bezeichnet die Für-Wismar-Fraktion die hausärztliche Versorgung in Wismar. Doch laut Dr. Dieter Kreye, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung in Mecklenburg-Vorpommern, besteht in der Hansestadt keine Unterversorgung. Im Sozialausschuss hat er die aktuelle Situation in Wismar vorgestellt: „Von einer Katastrophe ist wirklich keine Rede“, betont Kreye. „In anderen Regionen in unserem Land sieht das viel schlimmer aus.“ Festgelegt ist: Auf je 1600 Einwohner kommt planmäßig ein Hausarzt. „In den nichtstädtischen Regionen, zu der auch Wismar zählt, liegt diese Zahl sogar bei 1425 Einwohner pro Arzt. Und im Bereich Wismar sieht es noch besser aus, hier kommen aktuell 1384 Einwohner auf einen Arzt.“ Somit weise die Hansestadt eine Versorgung von 104 Prozent auf – mehr als ausreichend.

OZ-Bild

Die Kassenärztliche Vereinigung sagt Nein, Vertreter der Bürgerschaft sagen Ja / Berkhahn: Besseres Verständnis für Medizinisches Versorgungszentrum schaffen

Zur Bildergalerie

Ja

Nein

Ich weiß nicht

Stimmen Sie ab unter:

www.ostsee-zeitung.de/wismar/

ONLINE UMFRAGE

Braucht Wismar mehr Hausärzte?

Laut Statistik ist die Region medizinisch gut versorgt. In der Praxis sieht das jedoch oft anders aus.

Dass dieser Zustand gefühlt jedoch anders sei, streitet Kreye nicht ab. „Die Richtigkeit oder Falschheit der Norm ist ein ganz anderes Thema“, räumt Kreye ein.

Michael Jürgensen, Geschäftsführer des Sana Hanse-Klinikums in Wismar, befürchtet: „In den nächsten Jahren wird uns ein gehäufter Generationenwechsel bei den Ärzten erwarten, viele sind kurz vor dem Rentenalter. Dadurch kann sich die Situation verschärfen.“ Das Klinikum sei bereit und auch in der Lage, zu unterstützen und zu kompensieren. So beispielsweise durch das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). 34 Hausärzte sind in Wismar tätig, acht davon arbeiten in dem Zentrum. Das MVZ übernimmt zudem Praxen von Ärzten, die keinen Nachfolger finden, so im Fall von Dr. Thomas Eggert-Hackenberg. Seine Praxis im Promenadencenter am Friedenshof II gehört nun zum MVZ, drei angestellte Mediziner sind dort tätig. „Der Wunsch von jungen Ärzten, besonders bei Frauen, nach einer Anstellung steigt“, beobachtet Kreye.

Zahlen und Statistiken hin oder her, die Mitglieder des Sozialausschusses teilen die Ansicht, dass es gefühlt zu wenige Ärzte im Raum Wismar gibt. „Unsere Stadt bekommt Zuzug und diese neuen Bürger brauchen auch Ärzte“, betont Harald Kothe (Die Linke). Maren Teß (SPD) beobachtet: „Wer keinen Hausarzt hat, der geht mittwochs in die Notaufnahme und sorgt dort für lange Wartezeiten. Das kann nicht sein. Wer hilft, wenn ein Patient alle Hausärzte abtelefoniert hat, aber überall abgelehnt wurde?“, fragt sie. Die Kassenärztliche Vereinigung, sagt Kreye.

Für Michael Berkhahn (CDU), stellvertretender Bürgermeister, steht fest: „Wir müssen ein bessereres Verständnis für das MVZ schaffen. Für die Stadt sehe ich bei diesem Thema keinen Handlungsbedarf, zumal wir medizinisch gut aufgestellt ist.“

Derzeit sind in Wismar noch 3,5 Stellen für Hausärzte offen. Werden diese noch besetzt, dann wird der Bereich für Neuansiedlungen gesperrt. „Wir von der Kassenärztlichen Vereinigung können die Stadt zum derzeitigen Zeitpunkt nicht unterstützen“, sagt Kreye. „Nun muss sich die Kommune überlegen, wie sie attraktiv für junge Ärzte werden kann.“ Er sehe beispielsweise in der Ansprache von Studenten Potenzial.

Für Kreye, selbst Allgemeinmediziner, zeigt sich bei dem Thema auch ein Kernproblem: „Müssen wir wirklich mit jedem Pipapo zum Arzt gehen?“ Doch das sei eine generelle Frage zur Organisation des Gesundheitssystems.

Vanessa Kopp

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Swinemünde
Mit chemischen Mitteln versucht die Stadt, die Mückenplage einzudämmen. Das ist aber nur in bestimmten Gebieten möglich.

Stadt spritzt in bestimmten Gebieten zu gewissen Zeiten ein chemisches Mittel, um die erwachsenen Tiere zu töten / Mücken schlüpfen allerdings in den Vororten der Stadt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Grevesmühlen
Verlagshaus Grevesmühlen

August-Bebel-Straße 11
23936 Grevesmühlen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9:00 -12.30 Uhr und 13.30 - 17:00 Uhr
Freitag:
 9:00 - 12.30 Uhr und 13.30 - 16:00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Michael Prochnow
Telefon: 0 38 81 / 78 78 10
E-Mail: grevesmuehlen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

^
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.