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Grevesmühlen: Mekka der Musiklehrer

Grevesmühlen Grevesmühlen: Mekka der Musiklehrer

100 Pädagogen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern hören Vorträge von Experten und tauschen sich aus

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Michael Stecher war Hauptredner am Sonnabend beim achten musikpädagogischen Tag in Grevesmühlen.

Quelle: Steffen Oldörp

Grevesmühlen. Rund 100 Musiklehrer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern waren am Sonnabend ins Gymnasium nach Grevesmühlen gekommen, um sich Vorträge von Experten aus dem Bereich der Musik anzuhören und so neue Impulse für ihren Unterricht mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mitzunehmen. Ziel des musikpädagogischen Tages, sagt Claudia Blumenthal, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Musikschulen im Land, ist die Förderung der pädagogischen Arbeit. „Wir bilden damit unsere Lehrer fort, möchten sie durch solche Veranstaltungen immer auf dem neusten Stand halten und sie anregen, sich mit neuen pädagogischen Methoden auseinanderzusetzen“, erläutert Claudia Blumenthal.

Insgesamt gibt es 18 Musikschulen im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Gäste am Sonnabend in Grevesmühlen waren laut Blumenthal fast ausschließlich angestellte Pädagogen. „Es gibt viele Lehrer, gerade im Honorarbereich, die können sich so einen Besuch nicht leisten, weil sie auch am Wochenende arbeiten müssen“, machte die Geschäftsführerin die Kluft zwischen festangestellten und freiberuflichen Musiklehrern deutlich.

Das Treffen in Grevesmühlen war der inzwischen achte Musikpädagogische Tag des Landesverbandes. „Wir hatten die Fortbildungen sonst immer vereinzelt über das Jahr verteilt und waren oft unglücklich, weil die Beteiligung der Lehrer nicht so gut war“, sagt Christiane Krüger, Vorsitzende des Verbandes. Das hat sich in den vergangenen vier Jahren geändert, seitdem es den Musikpädagogischen Tag gibt.

Die Themen der Weiterbildung waren vielfältig, reichten von Anregungen zum Instrumental- und Ensembleunterricht über den Instrumentenbau bis hin zum Tanz. Sogar Experten aus Süddeutschland hatte Geschäftsführerin Blumenthal für den musikpädagogischen Tag in den hohen Norden gelockt. Michael Stecher, der aus Freiburg im Breisgau kommt, war Hauptredner und gab in seinem Vortrag einen Einblick in die grundsätzlichen pädagogischen und lernpsychologischen Zusammenhänge. Seiner Ansicht nach haben die „heftigen Reformgewitter“ in der Bildungslandschaft den Kern der Bildung verloren. Wirkliche und tiefgreifende Verstehensprozesse sind seiner Meinung nach bei allen Reformen auf der Strecke geblieben. „Mehr noch“, sagte Stecher. „Verstehen wird systematisch verhindert.“ Das gelte auch für die Musik.

Beim musikpädagogischen Tag ging es jedoch nicht nur um Theorie. In sechs Workshops thematisierten Experten aus ganz Deutschland auch alltägliche Probleme beim Musikunterricht. So gingen sie zum Beispiel der Frage nach, unter welchen Bedingungen Schüler mit dem Üben anfangen, welche Mittel den Lehrern zur Verfügung stehen und welchen Beitrag Eltern leisten müssen. Ein anderes Thema der Workshops: die richtige Atemtechnik. Für Sänger die Basis ihres Berufs, weiß die diplomierte Opern- und Liedsängerin Susanne Wild.

Jutta Voss, Tanzforscherin und Dozentin für historische Tänze vom 15. bis 19. Jahrhundert, gab einen Einblick in Tänze aus der Renaissance und der Lutherzeit. Michael Münkwitz stellte das alte Handwerk des Trompetermachers vor. Der Restaurator für Musikinstrumente zeigte den Lehrern auch, wie sie kleine Reparaturen an Blechblasinstrumenten selbst erledigen können, gab Pflegehinweise und erklärte, was Blechbläser mit ihren wertvollen Instrumenten bei Ausbesserungen auf gar keinen Fall machen sollten.

Hartwig Kessler, Leiter der Kreismusikschule Nordwestmecklenburg, freute sich, dass sich der Landesverband für Grevesmühlen als Ort des musikpädagogischen Tages entschieden hat. Er sagte: „Das ist eine große Anerkennung für uns und auch ein Ausdruck des Qualitätsmanagements, dass der Landesvorstand so einen wichtigen Tag bei uns organisiert.“ Landrätin Kerstin Weiss (SPD) machte in ihrer Rede die Bedeutung der Kreismusikschulen deutlich: „Sie leisten einen auf anderem Weg kaum erreichbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und beeinflussen wesentlich soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen."

Von Steffen Oldörp

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