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Grevesmühlen Grevesmühlen: Gefahr für das Grundwasser wächst
Mecklenburg Grevesmühlen Grevesmühlen: Gefahr für das Grundwasser wächst
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11:31 25.03.2019
GPS-gesteuert und mit einer Geschwindigkeit von 7 bis 9 km/h zockelt der Schlepper über die Felder. Quelle: Joachim Strunk
Grevesmühlen

Nachdem Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus aufgrund der erhöhten Nitratwerte im Grundwasser Alarm geschlagen hat, warnt nun auch Eckhard Bomball, Verbandsvorsteher der Zweckverbands Grevesmühlen, vor der aktuellen Entwicklung. „Es gibt auch in unserem Verbandsgebiet einige extreme Werte, die uns Sorgen bereiten.“ Zwar müssten sich die Kunden im Zuständigkeitsbereich, das den Amtsbereich Grevesmühlen, Schönberger Land

Eckhard Bomball Quelle: Lenz Jürgen

und den Klützer Winkel umfasst, nicht um die Qualität des Trinkwassers fürchten. „Aber Tatsache ist, dass wir unseren Kindern ein gefährliches Erbe hinterlassen“, betont Eckhard Bomball. Denn bis die für die erhöhten Nitratwerte verantwortlichen Stoffe im Grundwasser ankommen, dauert es eine Weile. „Der Regen, der heute bei uns fällt, ist erst im 300 Jahren im Grundwasser, lautet bei uns eine Regel“, so der Verbandsvorsteher. Grund dafür seien die starken Erdschichten in der Region, vor allem der Geschiebemergel sorge dafür, dass das Wasser etliche Jahre benötige, um in die Grundwasserleiter zu gelangen. 90 bis 100 Meter tief liegen die Brunnen des Zweckverbandes Grevesmühlen im Schnitt und damit tief genug, um aktuell nicht betroffen zu sein.

Doch die insgesamt 15 sogenannten Vorfeldmessstellen allerdings, die das kommunale Unternehmen angelegt hat, liegen deutlich drüber. Und was in einer Tiefe von 15 bis 20 Meter bereits jetzt nachweisbar ist, lässt nicht nur bei Eckhard Bomball die Alarmglocken läuten. „Wir brauchen dringend eine Lösung, wie wir das Grundwasser schützen. Ansonsten hinterlassen wir ein gefährliches Erbe.“ Backhaus hat als Umwelt- und Landwirtschaftsminister gleich zwei Baustellen. Denn für die Nitratwerte machen Experten vor allem die industrielle Landwirtschaft verantwortlich. Die Interessen der Landwirte mit dem Umweltschutz in Sachen Nitratwerte in Einklang zu bringen, „das ist die große Kunst dabei. Die Frage ist allerdings nicht, ob das gelingt, sondern nur, wann“, so der Chef des Grevesmühlener Zweckverbandes.

Eine Möglichkeit, um weiteres Eindringen von Chemikalien ins Grundwasser zu verhindern, ist die Kontrolle der Bewirtschaftung sprich der Landwirtschaft. Der Zweckverband Grevesmühlen hat beispielsweise das gesamte Areal rund um das Wasserwerk Wotenitz aufgekauft. Wie Bomball erklärt, gehe es nicht darum, dass in diesem Bereich keine Landwirtschaft mehr betrieben werden solle. „Es geht darum, dass wir Einfluss darauf nehmen, was dort mit dem Boden passiert und welche Düngemittel verwendet werden.“ Das funktioniert im kleinen Rahmen durchaus, nur könne der Zweckverband nicht alle Flächen kaufen, die für den Grundwassereintrag wichtig sind.

http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Ein-Fuenftel-des-Grundwassers-in-MV-mit-Nitrat-belastet

http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Nitrat-Belastung-in-Vorpommern

http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Land-baut-Grundwasser-Messnetz-aus

Michael Prochnow

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