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Grevesmühlen Grevesmühlen schmückt auch Krückstock
Mecklenburg Grevesmühlen Grevesmühlen schmückt auch Krückstock
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00:01 10.03.2016
Prof. Dr. Horst Keiling freut sich über die Anerkennung, die ihm gestern zuteil wurde, drei Grevesmühlen-Andenken hat er nun mehr in seiner persönlichen Sammlung. Rechts: Gerlinde Keiling. Fotos (4): Cornelia Roxin

Um gleich drei Souvenirs reicher ist seit gestern die gut 50 Exemplare zählende Sammlung mit Grevesmühlen-Andenken von Prof. Dr. Horst Keiling aus Schwerin. Während der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Andenken an die Stadt Grevesmühlen“ im Städtischen Museum bekam er nämlich nicht nur eine Plakette der Gesellschaft für Heimatgeschichte im einstigen Kulturbund Grevesmühlen geschenkt, sondern auch noch einen Wandteller des Heimatvereins sowie einen Wimpel, der anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt herausgegeben worden war.

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Um gleich drei Souvenirs reicher ist seit gestern die gut 50 Exemplare zählende Sammlung mit Grevesmühlen-Andenken von Prof.

Die Ge- schichte lebt in dieser Stadt durch die Menschen. Sie machen Greves- mühlen liebenswert.“ Gerlinde Keiling (74),

Schwerin

„Zur Erinnerung und Würdigung Ihrer Leistungen“ steht drauf. Diese Worte gleichsam in die aktuelle Zeit übertragend, würdigte Grevesmühlens Stadtchronist Eckart Redersborg die Unterstützung des 81-Jährigen bei der Gestaltung der jüngsten Ausstellung, als Museumsleiterin Marina Safarjan den Wimpel übergab.

Mindestens 200 Grevesmühlen-Andenken werden nun noch bis zum 30. April im Museum zu sehen sein. Eines der ältesten dürfte ein Mokkaservice sein, das bestimmt 50 Jahre alt ist und eine Stadtansicht mit Blick vom Vielbecker See her zeigt. Zu den jüngsten gehören ohne Zweifel aktuelle Souvenirs der Stadt, wie mit Wappen versehene Tücher und Krawatten. Vasen, Wappen und Humpen sind zu sehen, Wandteller, Münzen und Anstecker, von Vereinen und Betrieben herausgegebene Andenken und vieles, vieles mehr.

Die Ausstellungseröffnung, zu der nicht nur viele der Grevesmühlener Stadtväter mit Bürgermeister Jürgen Ditz (parteilos) an der Spitze gekommen waren, sondern auch Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD), gestaltete sich zu einem Treffen, das vielen Gästen Anlass zu Plauderei und angeregtem Austausch gab. Überall fanden sich Gesprächspartner. Die Grevesmühlenerin Heidrun Niebuhr (65) brachte sogar eine Zuckerdose und eine Schmuckschale mit — handbemalt mit Grevesmühlener Motiv. Professor Keiling reichte ein Blick auf die Unterseite der Stücke und er wusste anhand der herstellenden Manufaktur oder wegen der fehlenden Markung, zu welcher Zeit sie produziert worden waren. Beide Stücke stammen danach offenbar aus der Zeit vor 1945.

Jens-Olaf Griese-Bandelow kam gestern gar aus Reinbek bei Hamburg nach Grevesmühlen — gestützt auf einen Krückstock. Doch der 63-Jährige, den familiäre Bande immer noch in die ehemalige Kreisstadt ziehen,brauchte ihn nicht als Gehhilfe. Er präsentierte das Teil, weil ein Stocknagel mit Grevesmühlener Motiv ihn ziert.

Eine tragende Säule der aktuellen Sonderschau sind in der Tat die Exponate, die Professor Keiling zur Verfügung stellte. Der auch in Volks- und Völkerkunde versierte Archäologe begann 1999 mit dem Sammeln von Andenken. Er beschränkt sich dabei auf Orte in Mecklenburg-Vorpommern und hat inzwischen 5700 Souvenirs in erster Linie auf Trödelmärkten zusammengetragen. Eckart Redersborg, der lange dem Grevesmühlener Heimatverein vorstand, und der Professor kennen sich schon seit drei Jahrzehnten. Beide haben nun mithilfe weiterer Leihgaben und der Unterstützung von Museumsleiterin Marina Safarjan das von ihnen angedachte Andenken-Projekt umgesetzt. Sie habe die Ausstellung wieder in wundervoller Weise gestaltet, bescheinigten beide Herren der 60-Jährigen.

„Grevesmühlen hat einen großen Reiz auf mich ausgeübt, weil hier eine Heimatschrift herausgegeben wird“, erklärte Prof. Dr. Horst Keiling gestern. Er lese die vom Heimatverein herausgegebenen Hefte mit großer Freude. Gleichzeitig erzählte er aber auch, dass es gar nicht so leicht ist, auf Flohmärkten noch Grevesmühlen-Andenken zu finden. Der Professor kennt die Kleinstadt noch aus der Zeit, als die Museumsarbeit für ihn dort „jammervoll“ war. Ausgenommen: archäologische Projekte im Everstorfer Forst. Gestern sagte er übers Museum: „Hut ab vor dem, was Sie geschaffen haben.“ Auch seine Frau zollte den Grevesmühlenern großes Lob: „Die Geschichte lebt in dieser Stadt durch die Menschen. Sie machen Grevesmühlen liebenswert.“

Leihgeber

Die aktuelle Sonderausstellung im Grevesmühlener Städtischen Museum haben mit Leihgaben und Spenden unterstützt: Prof. Dr. Horst Keiling aus Schwerin, Eckart Redersborg und die Familien Ehlers, Krull, Loeck und Henning aus Grevesmühlen, Familie Böckmann aus Upahl, der Sportverein Blau-Weiß Grevesmühlen, Jens-Olaf Griese-Bandelow aus Reinbek und der Grevesmühlener Heimatverein.

Die Grevesmühlener und auch alle anderen Besitzer von Grevesmühlen-Souvenirs sind aufgerufen, weitere Andenken im Städtischen Museum wenigstens fotografieren und registrieren zu lassen, bittet Museumsleiterin Marina Safarjan.

Zu den häufigsten Motiven auf Grevesmühlen-Andenken gehören halbe und volle Stadtwappen und eine Ansicht des Vielbecker Sees mit Blickrichtung Stadt. In der jüngeren Vergangenheit tauchen immer mehr auch der Wasserturm, die Sankt-Nikolai-Kirche und die Windmühle auf.

Von Cornelia Roxin

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