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Hässlichste Ruine in der Region

Lübeck-Schlutup Hässlichste Ruine in der Region

Einst Arbeitsstätte, jetzt Schandfleck: Die Kühne-Fabrik in Schlutup verkommt

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Das Kühne-Werk am Palinger Weg in Schlutup ist zur Ruine verkommen. Hier arbeiteten auch viele Menschen aus Nordwestmecklenburg.

Quelle: Foto: Malzahn

Lübeck-Schlutup. Viele Frauen und Männer auch aus Nordwestmecklenburg hatten bis 2003 ihren Arbeitsplatz in der Kühne-Fabrik in Schlutup, knapp einen Kilometer von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt. Seit dem Ende der Produktion am Palinger Weg verkommt das Gelände. Seit einem Brand im vergangenen September liegen dort Trümmerteile, verkohlte Holzstücke und Glassplitter.

Andrea Bornhöft (49) lebt in ihrem Elternhaus am Palinger Weg direkt neben der Fabrik, in der das Hamburger Unternehmen Carl Kühne bis 2003 produzierte – zuletzt hauptsächlich Konserven. Wenn es nach ihr ginge, müssten die Eigentümer nur den Schutt wegräumen. „Von mir aus kann das alles stehen bleiben, damit wir hier Ruhe haben“, sagt sie. Da ist Achim März, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Schlutup, aber ganz anderer Meinung. „Diese Industriebrache zieht Schlutup wirklich nach unten“, sagt er. „Das sieht ja aus wie Detroit.“ Nach 14 Jahren Verfall glaubt er nicht mehr daran, noch im Konsens mit Kühne eine Lösung für das 16000 Quadratmeter große Gelände zu finden. Nach vielen ergebnislosen E-Mail-Wechseln mit Kühne setzt er jetzt auf öffentlichen Druck.

Helfen soll ein Bündnis mit einer Bürgerinitiative in Neuwied bei Koblenz (Rheinland-Pfalz). Auch dort liegt ein großes, ehemaliges Kühne-Gelände brach. „Seit 1998 sind die Flächen dem ungehinderten Verfall überlassen“, sagt Erich Walther, Sprecher der Neuwieder Initiative.

Aus Sicht von Kühne ist das Verhältnis zum Gemeinnützigen Verein Schlutup gut. „Wir kennen seit vielen Jahren Vereinsmitglieder persönlich und haben nachbarschaftlichen Kontakt“, heißt es in einer Antwort der Kühne-Sprecherin Swantje Niphut auf eine Anfrage der OZ. Achim März dagegen hat kein Vertrauen in die Absichten der Kühne KG: „Die geben immer vor, dass sie einen Käufer suchen.“ Er vermutet, dass Kühne so lange wartet, um einen hohen Preis zu erzielen. Schon 2004 gab es einen Architektenwettbewerb. Ein Hamburger Büro gewann mit einem Entwurf für eine Reihenhaussiedlung.

Passiert ist nichts. Niphut sagt zu, dass die Brandruine bis Ende Juni abgerissen werde – andere Gebäude aber nicht. Es sei „nicht sinnvoll, durch einen Abriss des gesamten Gebäudes bestimmte Nutzungsmöglichkeiten auszuschließen“.

hk/jl

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