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Grevesmühlen Hamburger ersteigert Lübecker Hotel für zwei Millionen Euro
Mecklenburg Grevesmühlen Hamburger ersteigert Lübecker Hotel für zwei Millionen Euro
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03:32 28.08.2013
War viele Jahre eine der ersten Adressen in Lübeck: der „Kaiserhof“ an der Kronsforder Allee. Quelle: Neelsen
Lübeck

Am Ende dieses Vormittags im Amtsgericht gab es eigentlich nur zufriedene Gesichter: Die Vertreterin des Hauptgläubigers, der Uni Credit Bank AG, lächelte sichtlich entspannt, Schuldner Michael Veit Iwanschitz nicht minder, Rechtspflegerin Susanne Dimpker, die beim ersten Termin die Immobilie an der Kronsforder Allee nicht an den Mann hatte bringen können, war zufrieden, und Erwerber Stefan Krumbholz erst recht. Der Steuerberater aus Hamburg erhielt für 2,05 Millionen Euro den Zuschlag. Genauer gesagt die GbR, die er mit seinem Sohn Dr. Arne Krumbholz führt. „Ich habe mich einfach in die Immobilie verliebt“, sagt der Hamburger, der bereits vor einiger Zeit das Haus Kronsforder Allee 5 erworben hatte und im „Kaiserhof“ wahrscheinlich eine Praxisklinik oder ein Therapiehotel einrichten will.

Die Versteigerung der Immobilie — Verkehrswert für beide Komplexe samt Inventar: 2,48 Millionen Euro — verlief zunächst schleppend. Im Februar, beim ersten angesetzten Termin, hatte niemand geboten.

Jetzt war Saal 21 im Neubau des Lübecker Amtsgerichtes zwar voll, aber längst nicht alle wollten bieten. Wie Immobilienmakler Detlef Nowatzki, der „nur aus Interesse, weil sich manchmal aus solchen Versteigerungen Kooperationen ergeben“, gekommen war. Durchaus Interesse am lukrativen Objekt hatte „Conplan“-Geschäftsführer Volker Spiel, der sich in den historischen Räumen ein weiteres attraktives Wohnprojekt hätte vorstellen können — aber auch er bot nicht.

Mindestens 50 Prozent des Verkehrswertes mussten geboten werden, 70 Prozent strebte die Hauptgläubigerin an. Erst kurz vor Ablauf der so genannten Bieterstunde wurde es dann richtig spannend. Als Erste boten die Grabauer Brüder Ahmed und Haidar Al-Talkani 1,5 Millionen Euro. Da stieg Krumbholz ein: 1,55 Millionen. Die Al-Talkanis boten daraufhin 1,6 Millionen, Krumbholz 1,65 — und so ging es munter weiter, bis die Brüder mit zwei Millionen Euro ihre Schmerzgrenze erreicht hatten und Krumbholz 2,05 bot. „Zuschlag erteilt“, verkündete Rechtspflegerin Susanne Dimpker.

Bereits zu Beginn des Versteigerungstermins hatte Michael Veit Iwanschitz über seinen Anwalt Hendrik Prahl beantragt, das Verfahren wegen „sittenwidriger Härte“ der Uni Credit Bank einzustellen.

Zudem hatte er am 15. August mitgeteilt, dass er einen Interessenten für das Hotel habe und es für 1,5 Millionen Euro verkaufen wolle. Was die Bank abgelehnt hatte. Jetzt, bei einem Zwangsversteigerungsgebot von 2,05 Millionen Euro, zog Iwanschitz seinen Antrag zurück. „Es sind ja alle zu ihrem Recht gekommen“, sagte er und zeigte sich „froh, dass es jetzt überstanden ist“.

Der aus der Versteigerung erzielte Erlös, erklärte Rechtspflegerin Susanne Dimpker, liege allerdings unter den Forderungen der Bank gegen den Schuldner. Ob da ein weiterer Gläubiger — das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Wirtschaftsministerium — noch zum Zuge kommt, ist fraglich. Es macht Forderungen im Zusammenhang mit der „Marina Hohen Wieschendorf“ in der Wismarer Bucht gegen den Lübecker Bankkaufmann geltend.

Die Historie
Zwei Wohnhäuser, 1898 für Senatoren errichtet, sind der Ursprung des Kaiserhofes. Im Krieg wurden sie konfisziert, danach dienten sie als Flüchtlingsunterkünfte.

1964 erwarb Helmut Klemm das Haus Nr. 13, 1967 eröffneten er und Ehefrau Ruth darin ein Hotel. 1987 kam Haus Nr. 11 hinzu. Man schuf zudem einen Verbindungstrakt. 2000 übernahm Michael Veit Iwanschitz den Betrieb und erwarb ein Bettenhaus in der Brehmerstraße 3.

Im Zuge der Ermittlungen wegen Subventionsbetruges im Zusammenhang mit dem Bau der Marina Hohen Wieschendorf hatte Iwanschitz sich hoch verschuldet.

Sabine Risch

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